Fit bleiben beim Video-Call

Zoom-Fatigue

Fit bleiben beim Video-Call
Foto: Gert Altmann über Pixabay

von Heilnetz-Beitrag

Wir können nicht immer frei entscheiden, ob oder wie lange wir in einer Video-Konferenz sitzen. Und es ist auch nicht immer vorhersehbar, womit wir in der Zeit gefordert werden. Inhalt und Dauer sind in der Regel noch planbar, schwieriger wird es, wenn technische Tücken dazu kommen oder eine Diskussion plötzlich jeden Rahmen sprengt.

Trotzdem können wir schon mit Kleinigkeiten dafür sorgen, dass wir auf den verschiedenen Ebenen eine Entlastung erfahren. Die Menge an Video-Calls wird es nicht verändern, aber die Qualtiät der Zeit vor dem Bildschirm können wir beeinflussen.

Basis-Tipps für den Einstieg

  • Sorgen Sie für frische Luft an Ihrem Arbeitsplatz. Gerade wenn es für das Gehirn anstrengend wird, ist eine ausreichende Sauerstoffzufuhr wichtig, damit das Gehirn wach und aufnahmefähig bleibt.
  • Halten Sie Ihren Arbeitsplatz und das Umfeld aufgeräumt. Ein voller Schreibtisch lenkt ab, weil noch mehr Dinge in Ihrem Blickfeld liegen und fordert somit noch mehr Konzentration und Aufmerksamkeit.
  • Trinken Sie ausreichend Wasser und haben Sie immer etwas in greifbarer Nähe. In unserem Gehirn laufen elektrische Impulse ab, wenn es arbeitet. Eine ausreichende Wasserversorgung hilft unserem Gehirn diese elektrischen Impulse besser weiterzuleiten.

Als grobe Faustformel gilt: ca 30 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht am Tag. 

  • Stehen Sie doch mal eine zeitlang während eines Video-Calls. Ihr Kreislauf wird angeregt und die veränderte Haltung tut auch Ihrem Bewegungssystem gut. Und ein Wechsel zwischen sitzen und stehen, beugt Müdigkeit vor.

Was können Sie für Ihren Körper tun?

Tennisbälle sind universell einsetzbar! Rollen Sie Ihre Füße abwechselnd über einen Tennisball. Das können Sie im Sitzen und im Stehen machen. Sie massieren Ihre ganze Fußsohle, dadurch aktivieren Sie nicht nur die Durchblutung der Füße, sondern tun auch Ihren Beinen was Gutes, wenn die durch langes sitzen oder stehen müde und schwer geworden sind.

Sie können sich den Tennisball auch zwischen Stuhllehne und Rücken klemmen und Ihrem Rücken eine angenehme Massage geben, besonders lohnt sich das an den Rückenbereichen, die sich müde und angespannt anfühlen.

Stretchen und dehnen Sie sich zwischendurch immer wieder. Auch räkeln tut gut und entspannt den Körper, wenn man zuvor lange in einer Haltung verbracht hat.

Nach einem oder zwischen mehreren Video-Calls kann es auch mal gut tun, die Beine hochzulegen. Durch langes Sitzen sammelt sich das Blut oft in den Beinen, es wird jedoch im Gehirn benötigt, um dort Energie zu liefern. Legen Sie sich auf den Fußboden und lagern Sie Ihre Beine/Unterschenkel z.B. auf Ihren Stuhl. Das Blut kann dann schneller und leichter wieder im Körper verteilen und kommt es wieder zu einer besseren Durchblutung der oberen Körperhälfte, der Stau in den Füßen und Beinen löst sich auf.

Diese Lagerung entlastet zudem Ihre Wirbelsäule und die Bandscheiben können sich etwas erholen.

Bewegen Sie Ihr Gesicht! Wenn die Kameras ausgeschaltet sind, ziehen Sie Ihre Augenbrauen in alle möglichen Richtungen, kneifen Sie die Augen zusammen, Rümpfen Sie die Nase oder machen Sie ein Gesicht, wie ein brüllender Löwe - Augen weit auf, Zunge rausstrecken und den Mund aufreißen. Schneiden Sie alle Grimassen die Ihnen einfallen - das entspannt und macht Spaß!

Hilfe für die Augen

Die Augen sind bei Video-Calls ständig mit fixieren, beobachten, aufnehmen und verarbeiten beschäftigt. Zudem kann das Licht des Bildschirms oder eine schlecht Bildqualität die Augen zusätzlich ermüden.

Versuchen Sie die Augen während des Video-Calls nicht starr auf den Bildschirm blicken zu lassen. Lassen Sie Ihren Blick ruhig zwischendurch mal wandern, vielleicht schauen sie auch mal aus dem Fenster und lassen den Blick "in die Ferne" schweifen.

Eine Wohltat für die Augen ist es auch, wenn Sie die Augen immer mal wieder mit den Handflächen abdecken. Reiben Sie dazu vorher Ihre Hände solange aneinander, bis die Handflächen schön warm sind und dann legen die warmen Handflächen so über Ihre geschlossenen Augen, so dass es am besten ganz dunkel  ist. Das können Sie mehrmals hintereinander wiederholen.

Wenn man konzentriert auf den Bildschirm "starrt", kann es sein, dass die Augen länger mal offen sind. Schließen Sie immer wieder die Augen, damit das Auge nicht austrocknet. Es kann hilfreich sein, die Augen auch mal fest zusammen zukneifen, damit wieder etwas mehr Tränenflüssigkeit ins Auge kommt und das Auge befeuchtet.

Was gibt es noch für Möglichkeiten?

Dadurch, dass Video-Calls fast immer Multitasking-Aufgaben sind, wird unsere Konzentration und Aufmerksamkeit sehr gefordert. Entspannungsmethoden wie Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung, können einen guten Ausgleich zur der ständigen Aufnahmebereitschaft und Anspannung bringen, da sie nicht nur für die körperliche Entspannung, sondern auch für die geistige Entspannung sorgen. Das Nervensystem hat die Möglichkeit runterzufahren, die Muskulatur entspannt sich und der Körper kann besser regenerieren. Nach meiner Erfahrung können zehn Minuten tiefe Entspannung schon ausreichen, damit man sich wieder frischer und leistungsfähiger fühlt.

Achten Sie auf Ihre Atmung! Durch die mangelnde Bewegung, wird auch die Atmung oft flacher und wir atmen nur noch auf Sparflamme. Das geht irgendwann zu Lasten der Konzentration, wenn das Gehirn nicht gut mit Sauerstoff versorgt ist. Legen Sie Ihre Hände auf den Bauch und atmen Sie gezielt in den Bauch. Nehmen Sie immer wieder ganz bewusst tiefe Atemzüge bis in den Bauch und stellen Sie sich vor, wie sich die Luft beim Einatmen überall im Körper verteil und ausbreitet.

Ein Artikel von Susanne Ewert

Heilpraktikerin - Kinderkrankenschwester

Naturheilpraxis

Pfauenweg 26
21395 Tespe

www.naturheilpraxis-susanne-ewert.de

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