Bundeslandwirtschaftsministerium fördert die Proteinwende

Nachhaltiger Umbau der Landwirtschaft

Bundeslandwirtschaftsministerium fördert die Proteinwende

von Pressetext
(letzte Überarbeitung: 05. Dezember 2023)

Die Bundesregierung hat im Haushalt für 2024 die wegweisende Summe von 38 Millionen Euro für die Förderung pflanzlicher, präzisionsfermentierter und zellkultivierter Proteine und den nachhaltigen Umbau der Landwirtschaft bereitgestellt, wie MdB Dr. Zoe Mayer, Grünen-Mitglied des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft, gestern bekannt gegeben hat.

„Mit diesem Haushaltsbeschluss markiert die Bundesregierung nicht weniger als eine Zeitenwende in der Proteinförderung“, erklärt Jens Tuider, Strategischer Leiter der Ernährungsorganisation ProVeg International.

Proteinförderung auf vier Säulen

Die Einweißpflanzenstrategie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) soll künftig Proteine für die menschliche Ernährung statt für Futtermittel fördern und erhält dafür 8 Millionen Euro. „Dank dieser Entscheidung werden wir Proteine in Zukunft endlich effektiv nutzen können,“ urteilt Tuider.

Zusätzlich sind ein Kompetenzzentrum zum Thema Proteine der Zukunft und ein Stakeholder-Forum zu Proteinquellen für die menschliche Ernährung geplant. „Das Kompetenzzentrum wird jungen Unternehmen eine dringend benötigte Anlaufstelle bieten und damit den Innovationsstandort Deutschland attraktiv halten“, ist sich Tuider sicher.

Der größte Teil der Mittel in Höhe von 20 Millionen Euro ist für Hilfen zum Ausstieg aus der Tierhaltung und zum Einstieg in die Herstellung und Verarbeitung pflanzlicher, fermentierter und zellkultivierter Proteine für die menschliche Ernährung vorgesehen. „Die Umstiegshilfen sind ein wichtiges Signal an Landwirtinnen und Landwirte, dass sie ein unverzichtbarer und wertvoller Teil der zukünftigen Proteinversorgung sind“, so Tuider.

Die verbleibenden 10 Millionen Euro sollen der Förderung neuer Methoden für die Herstellung und Verarbeitung pflanzenbasierter, fermentierter und zellkultivierter Proteine dienen.

Klimapolitik erkennt zentrale Bedeutung von Ernährung

Die Entscheidung erfolgte, nachdem das Bundesverfassungsgericht den zweiten Nachtragshaushalt der Regierungskoalition für nichtig erklärt hatte. Damit fehlten 60 Milliarden Euro für Klimaschutzprojekte.1

Mit der Bereitstellung einer so entscheidenden Summe für die pflanzliche Transformation zeigt die Bundesregierung in aller Deutlichkeit, wie wichtig Ernährung für unsere Zukunft ist. „Deutschland folgt damit Vorreitern wie Dänemark, den Niederlanden und Großbritannien, die die Diversifizierung der Proteinversorgung zur Chefsache erklärt haben und bereits in den Ausbau entsprechender Ökosysteme investieren“, erklärt Tuider.

„Damit stellt sich Deutschland hervorragend auf, um die Potenziale einer nachhaltigen Proteinversorgung voll auszuschöpfen – von Klima- bis Gesundheitsschutz, von zukunftssicheren Arbeitsplätzen bis zur Innovationsführerschaft in einem rapide wachsenden Weltmarkt“, analysiert Tuider weiter. Auch auf der Weltklimakonferenz steht die Umgestaltung unseres weltweiten Ernährungssystems in diesem Jahr erstmals im Mittelpunkt, unter anderem dank der Initiative von ProVeg.

Deutschland ist bereit für die Proteinwende

Der kürzlich veröffentlichte BMEL-Ernährungsreport hat ergeben, dass nur noch 20 Prozent der Bevölkerung in Deutschland täglich Fleisch essen. 46 Prozent der Befragten geben an, ihren Fleischkonsum bewusst einzuschränken. 10 Prozent von ihnen essen bereits pflanzenbasierte Alternativen zu Fleischprodukten und mehr als die Hälfte hat schon mindestens einmal Alternativprodukte gekauft.2

Quellen

1 Tagesschau (2023): Urteil zum Nachtragshaushalt: Wie die Ampel gegen das Grundgesetz verstieß, veröffentlicht am 15.11.2023. Online unter: https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/bundesverfassungsgericht-nachtragshaushalt-102.html

2 Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (2023): Deutschland, wie es isst: Der BMEL-Ernährungsreport 2023, veröffentlicht am 13.10.2023. Online unter: https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/ernaehrungsreport-2023.html

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