WochenTipp: Topinambur als Kur

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10. Februar 2026 von Géraldine Sommer

Der Topinambur bzw. seine Knolle ist auch als Erdapfel, Jerusalem-Artischocke, Ewigkeitskartoffel, Knollensonnenblume oder Indianerknolle bekannt.

All diese Bezeichnungen führen uns dem Topinambur schon etwas näher, denn er wächst wie die Kartoffel unter der Erde, schmeckt ein wenig nach Artischocke, sieht Ingwer ähnlich, ist mit der Sonnenblume eng verwandt und wurde von den indigenen Völkern Mittel- und Nordamerikas bereits in der vorkolumbianischen Zeit als Lebens- und Heilmittel sehr geschätzt.
Bei uns ist die Pflanze erst seit dem 17. Jahrhundert bekannt. Französische Auswanderer hatten dank des Topinamburs und seines Nährstoffreichtums eine Hungerkatastrophe überlebt und schickten einige der kleinen Knollen in ihre frühere Heimat. Benannt wurde der Topinambur dort nach dem brasilianischen Indianerstamm Tupinambá, der mit der Wurzelknolle zwar nichts am Hut hatte, aber zufällig gerade in Frankreich zu Gast war, als man die Knolle dort ausgiebig testete. Sie stieß auf viel Begeisterung und wurde bis ins 19.Jahrhundert auch bei uns als Nahrungs- und Futtermittel angebaut.

Topinambur steckt voller gesunder und sättigender Inhaltsstoffe: Vitamin B1, B3 und C, Eisen, Kalium, Kupfer, Kohlenhydrate, Fett, Proteine und Ballaststoffe. Zu den Ballaststoffen zählt auch das äußert gesunde Inulin, das mit seiner präbiotischen Wirkung dabei hilft, die Darmgesundheit (wieder) herzustellen. Präbiotika haben den großen Vorteil, dass sie die Zusammensetzung der Darmflora positiv beeinflussen, indem sie den nützlichen Bakterien als Nahrungsquelle dienen und deren Wachstum im Darm anregen.
Außerdem unterstützt Topinambur dabei, Calcium besser aufzunehmen und führt somit zu einer besseren Knochendichte, ist gut verträglich und unterstützend bei Diabetes, stabilisiert den Blutzuckerspiegel und wird volksheilkundlich bei Magen-Darm-Beschwerden (bspw. erhöhter  Magensäureproduktion), Rheuma, Kraftlosigkeit und Schlaflosigkeit, trockener Haut und Ekzemen eingesetzt.

Die Topinamburknolle schenkt uns zudem die Möglichkeit einer sehr simplen, aber wirkungsvollen Darmkur: Dazu einfach vor jeder Mahlzeit eine mittelgroße, geschälte Knolle essen. Wichtig ist, sie langsam und lange zu kauen. Die Wirkung auf die Verdauung ist direkt positiv spürbar! Zwischen 2-3 Wochen soll diese Kur dauern.
Wenn du zu den Menschen gehörst, die nach dem Verzehr von Topinambur an Blähungen oder Durchfall leiden, dann sollte dich das nicht abschrecken, sondern vielmehr darin bestärken, die Kur weiter fortzuführen. Denn dann hast du wahrscheinlich zu wenige von den wichtigen & gesunden Darmbakterien, die sich so über den Topinambur freuen. Das kannst du mit dieser Kur ändern.

Ein Artikel von
Géraldine Sommer

Géraldine Sommer - Waldgärtnerin, Permakultur-Designerin, Pädagogin
Waldgärtnerin, Permakultur-Designerin, Pädagogin
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