Traumatische Geburtserlebnisse:

Hilfreiches Wissen in der Begleitung

Von lisalucia © AdobeStock_23610323
16. Juli 2026 von Imke Turau

Teil 2 der Serie ‚Glückskinder‘:

Was empfiehlt sich ganz konkret zur Linderung und Heilung nach traumatischen Geburtserfahrungen?

Ein Fallbeispiel mit praktischen Hilfsideen: „Der Falke“

Vorgeschichte und Geburtstgeschehen:

Patientin, 34 Jahre alt, 1. Kind
Der Schwangerschaft/Geburt sind zwei Fehlgeburten vorausgegangen.
Während der Schwangerschaft gab es ein Trauma durch den Flugzeugabsturz der Germanwings in den französischen Alpen. Kollegen der Patientin sind dabei verstorben.
Direkt vor der Geburt gab es immense Zahnprobleme durch Bruxismus (Pressen), die mit einem Gefühl von „allein gelassen sein“ einhergingen.
Die Geburt an sich ging in der Nacht los, um drei Uhr morgens war das Paar in der Geburtsabteilung einer Uniklinik.

Es gab viele Geburten gleichzeitig, die Versorgung war schlecht. Wieder ein „allein gelassen sein“, dazu eine PDA, die zu stark eingestellt war. So konnte die Gebärende die Wehen nicht aktiv veratmen, da sie nichts gespürt hat.
Eine Schwesternschülerin vor Ort hat zusätzliche Unsicherheit verbreitet. Durch die Prominenz der werdenden Eltern kamen viele Mitarbeiter in den Kreißsaal um ihre Neugierde zu befriedigen, keiner blieb und übernahm unterstützend Verantwortung.

Gegen Abend des nächsten Tages kam ich dazu und habe dafür gesorgt, dass die zuständige externe Hebamme gerufen wurde, die sich des Prozesses annahm, der schon viel zu lange gedauert hat. Hilfestellungen können auch ganz praktisch sein!

Es wurden dann sowohl eine Saugglocke angesetzt als auch der Kristeller-Handgriff angewendet, was dem Jungen half, das Licht der Welt zu erblicken. Das Baby musste zur Untersuchung, weil der Verdacht bestand, dass durch die Geburt sein Schlüsselbein frakturiert war.
Die Mutter brauchte eine Ausschabung (Kürettage) zur Ablösung der Placenta.

Analyse der Voraussetzungen für die Geburt:

Die beiden Fehlgeburten haben trotz Aufarbeitung eine Vorsicht und Ängstlichkeit verursacht, die zumindest in den ersten Wochen präsent war.
Darüber hinaus hat der Flugzeugabsturz großen Kummer, Schock und Trauma ausgelöst. Durch sofortige homöopathische Begleitung konnte sicherlich ein Teil des Dramas abgeleitet werden, dennoch blieb eine lange Zeit der Trauer.

Schmerz durch Verspannung war schon immer ein Thema der werdenden Mutter. So war es nicht verwunderlich, dass der Druck und damit auch der Schmerz zunahm, je dichter die Geburt rückte. Hinter dem „allein gelassen sein“ vor der Niederkunft verbarg sich außerdem eine Totgeburt im Familiensystem, die erst nach geglückter Entbindung mitgeteilt wurde.

Interessanterweise waren in beiden Familienkonstellationen die Mütter mit vier beziehungsweise fünf Kindern verlassen worden und mussten allein für ihre Kinder sorgen. Es handelt sich also um gestresste Systeme mit schwierigen Vaterkonstellationen.
Auch die Partnerschaft der jungen Eltern war noch in der Findung.

Im Kreißsaal der Uniklinik war kein geborgener Raum für eine entspannte Geburt. Das wurde glücklicherweise in weiteren Geburten anders. Die Unruhe war groß, es gab zu wenig Führung, viele Entbindungen parallel, die Patientin konnte sich zu keinem Zeitpunkt fallen lassen.
Die Geburt wurde über einen Wehen-Tropf plus PDA geregelt, was zu keinem richtigen Prozess führte.

Spirituelle Begleitung und Lösungen

Die betroffene Gebärende ist eine sehr reflektierte, bewusste, sensible und spirituelle junge Frau. Sie hat sich sehr auf das Kind gefreut, war sehr darauf bedacht die Voraussetzungen zu optimieren, indem sie an ihren zentralen Themen gearbeitet hat; sie konnte auch die vorangegangenen Fehlgeburten mit fachkundiger Begleitung erlösen. Dazu wird die Kinderseele in einem Ritual „übergeben“, z.B. auf einem Platz für Sternenkinder, der auf vielen Friedhöfen zu finden ist.

Auch der Flugzeugabsturz hat den sehr schönen und liebevollen Prozess der Schwangerschaft massiv gestört. Wir haben versucht, diesen Einschnitt mit Aconitum und auch mit Aconit Schmerzöl aufzufangen, nachts an die Füße, aber der Umfang des Dramas war einfach sehr groß. Es ist immer wieder notwendig, die Trauer mental abzuleiten und auch Räucherungen zu praktizieren, um den Schock zu erlösen.

Für eine solche Räucherung empfiehlt sich eine Mischung aus Arnikawurzel, weißem Salbei und Drachenblut. Sie kann mit wohlriechenden Substanzen wie Styrax und Blüten ergänzt werden.

Den Schreck- und Schockmoment der Saugglocke betrachte ich für die werdenden Mutter/Vater unterschiedlich. Für die Frau handelt es sich um ein gewaltvolles Einwirken, das trotz PDA als sehr schmerzvoll empfunden wurde. Passend zur Auflösung war  Hypericum, Johanniskraut in jeder Form. Sehr hilfreich ist unter anderem warmes Öl direkt am Damm, um die Geburtsverletzung zu besänftigen und die verletzte Grenze wiederherzustellen.

Den Schock und die Hilflosigkeit des Vaters nehme ich genauso ernst und wahr. Er konnte die Situation der Saugglocke und das ‚Kristellern‘ als massive Außeneinwirkung über den Bauch nicht aushalten, er musste sich abwenden und die Ohren verschließen. Ihm half dafür ein homöopathisches Nacharbeiten, in dem die drei Schock- und Trauma-Mittel nach Vorrang abgeklärt wurden.

Auch der Eingriff der Ausschabung und die Trennung von Mutter und Kind nach der Geburt sollten liebevoll aufgefangen werden. Eine Idee ist es, zu jedem Stillen oder Füttern die Lücke zwischen Mutter und Kind mit einer Traumreise zu schließen.
Überhaupt ist es für die Mutter wichtig, zur guten Verarbeitung sehr sanft behandelt zu werden, ihr dafür vielleicht die Beine und den Rücken mit einem Öl auszustreichen, die Einstichstellen an Armen und Rücken mit Rescue-Salbe zu entstören und Nähe anzubieten.
Unter der Geburt hilft eher eine kraftvolle Nähe, richtig zum Festhalten, und Berührungen mit Druck, um dem Schmerz einen Gegenpart zu bieten. Nach der Geburt dann sehr zart und vorsichtig, einhüllend.

Der besondere Moment der Erlösung kam aber mit dem Besuch der Schwiegermutter am nächsten Tag. Erst da konnte diese erzählen, dass ihr erstes Kind unter der Geburt verstorben ist und alle daher so unfassbare Angst hatten, ohne es zu sagen….
Es war traurig und erlösend zugleich und endlich konnten Tränen fließen, um den lang unterdrückten Druck freizugeben. Auch da ist das Mittel Aconitum ein Segen!

Trotz dieser Widrigkeiten und der Länge der Geburt haben die werdenden Eltern ihre Spiritualität und Freude nicht verloren und beide – unabhängig voneinander – einen Falken vor ihrem inneren Auge gesehen!
Da war die Namensfindung dann kein Thema❤️

Es hat einige Zeit gedauert, bis der Prozess RUND war, meistens kann eine Mutter es selbst fühlen.
Die Mutter aus diesem Fallbeispiel hat den Bericht gelesen und bestätigt.

Kennst du aus deinem Umfeld selbst Fälle von schweren Geburten? Das Erlebte kann auch im Nachhinein gut behandelt und gelöst werden; für Fragen oder zur Unterstützung stehe ich gern zur Verfügung.

Ein Artikel von
Imke Turau

Imke Turau - Geistheilerin
Geistheilerin
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