Mystik und Spiritualität - Vorträge online
Benediktushof Holzkirchen - ein Ort gelebter Spiritualität
Der Benediktushof Holzkirchen erfreut sich großer Beleibtheit. In der Verbindung von Zen und christlicher Mystik entsteht ein offener Erfahrungsraum, der spirituelle Tiefe mit aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen verknüpft. Menschen, die nach innerer Einkehr, spiritueller Orientierung und einer alltagstauglichen Praxis suchen, finden hier einen Ort jenseits konfessioneller Grenzen.
Symposium „Mystik und Spiritualität 2026“
Ein eindrückliches Beispiel für diesen lebendigen Dialog zwischen innerem Weg und äußerem Engagement war das Symposium „Mystik und Spiritualität 2026 – Kontemplation & Aktion“. Die dort versammelten Beiträge zeigen, dass Mystik keine Weltflucht ist, sondern eine kraftvolle Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit sein kann – als Quelle für Bewusstsein, Wandlung und verantwortliches Handeln.
Vorträge online
Das Team des Benediktushofs hat die Vorträge aufgezeichnet und öffentlich zugänglich gemacht. Wer nicht vor Ort war – oder die Inhalte noch einmal vertiefen möchten – kann die Impulse online nacherleben. Auf dem YouTube-Kanal finden sich unter anderem ein Gespräch mit Cynthia Bourgeault sowie Beiträge von Cordula Weimann, Robin Wagener, Markus Heil, Thomas Hohn und Giannina Wedde.
Giannina Wedde: Spiritualität im Angesicht der Krise
Mich hat der Beitrag der Geisteswissenschaftlerin und Autorin Giannina Wedde besonders berührt und inspiriert. Ausgehend von der Frage: „Was braucht unsere verwundete Welt? “und der Prozesstheologie – insbesondere den Gedanken der amerikanischen Theologin Catherine Keller – entfaltet die Künstlerin eine Spiritualität, die sich bewusst dem Ungewissen öffnet und gerade im Chaos schöpferisches Potenzial erkennt.
Mit eindrucksvoller Sprache beschreibt sie Krise als einen „Werde-Raum“. Dabei bezieht sie sich sowohl auf biblische Bilder, die auf das kreative Potenzial des Ungewissen verweisen – etwa die Schöpfung aus Dunkelheit, Tiefe und Chaos – als auch auf existentielle Erfahrungen wie Geburt und Neubeginn.
Das „Wunder des Beginnenden“
Wedde lädt dazu ein, sich dem Leben in seiner ganzen Offenheit zuzuwenden. Es geht um die Bereitschaft, Sehnsucht als schöpferische Kraft zuzulassen, sich dem Nicht-Wissen anzuvertrauen und auch im Schmerz achtsam gegenwärtig zu bleiben. Gleichzeitig ermutigt uns die Autorin, vertraute Vorstellungen zu hinterfragen und uns von trügerischen Gewissheiten zu lösen.
So kann sich ein Raum öffnen für das, was sie das „Wunder des Beginnenden“ nennt – eine Spiritualität, die nicht vertröstet, sondern verwandelt.
Mystik als Antwort auf eine Welt im Wandel
Gerade in Zeiten von Krisen, gesellschaftlicher Polarisierung und wachsender Orientierungslosigkeit zeigt sich die besondere Kraft der Mystik und Kontemplation. Sie führen nicht weg von der Welt, sondern tiefer in sie hinein und ermöglichen ein Handeln, das aus innerer Stille und Klarheit erwächst.
Ein Impuls der Autorin, der die Tiefe dieser Perspektive verdeutlicht, wirkt besonders in mir nach:
„Nirgends wäre ich lieber als hier, niemals wäre ich lieber als jetzt, niemand wäre ich lieber als ich.“
Ein Artikel von
Martina Seifert
33617 Bielefeld
Profil von Martina Seifert
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