ARD SommerKino 2026
Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry
Es ist wieder soweit: Das ARD SommerKino 2026 bringt eine Reihe Kinofilme ins Fernsehen. Sieben nationale und internationale Kinoerfolge laden uns ein, an lauen Sommerabenden in berührende Geschichten einzutauchen. Den Abschluss der diesjährigen Reihe bildet "Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry".
Bei der Verfilmung des Weltbestsellers von Rachel Joyce von 2023 führte Hettie Macdonald Regie. Das Drehbuch zum Film schrieb die Autorin selbst nach ihrem 2012 veröffentlichten, gleichnamigen Roman "Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry". In der Hauptrolle brilliert der britische Schauspieler Jim Broadbent als Harold Fry, ein introvertierter Rentner, der sich völlig unerwartet auf einen mehr als 1.000 Kilometer langen Fußmarsch quer durch England macht.
Vertrauen in den Weg
Manchmal beginnt eine Pilgerreise nicht mit einem großen Entschluss, sondern mit einem kleinen Schritt, nicht mit großartigen Vorbereitungen, sondern ganz spontan. Eigentlich verlässt Harold Fry nur sein Haus, um kurz einen Brief einzuwerfen. Doch am Briefkasten angekommen, geht er einfach weiter, ohne den Brief abzuschicken – quer durch England. Mehr als 1.000 Kilometer liegen zwischen ihm und seiner schwer erkrankten, ehemaligen Kollegin Queenie, die in einem Hospiz liegt. Harold ist überzeugt, dass sie so lange leben wird, wie er auf dem Weg zu ihr sein wird. Ein ungewöhnliches Vertrauen, das das gesamte Leben des zurückhaltenden Rentners verändert.
Der Film erzählt diese Geschichte mit großer Ruhe und viel Feingefühl. Harold, der auf den ersten Blick nicht gerade der spontane Typ ist, beginnt eine Wanderung, die ihn durch seine Vergangenheit führt.
Ein Pilgerweg der besonderen Art
Mit jedem Kilometer pilgert Harold nicht nur durch die englische Landschaft, sondern durchstreift auch tiefe Schichten seines bisherigen Lebens. Erinnerungen an das frühe Versterben seines Sohnes, die Entfremdung in seiner Ehe und die verpassten Möglichkeiten einer Versöhnung treten langsam hervor.
Herolds Pilgern wird zu einem inneren Weg, sein Gehen zur Meditation: Der Rhythmus der Schritte schafft Raum für Gefühle und Einsichten – und er beginnt, sich selbst wieder näherzukommen. Aber Harold begegnet auch Menschen, die ihn ein Stück weit begleiten.
Die Kraft des Vertrauens und der Zuversicht
Harolds Überzeugung, seine Wanderung könne Queenie retten, ist nicht erklärbar, sondern von der Kraft menschlicher Verbundenheit getragen, die keiner Gründe bedarf. Vertrauen bedeutet hier nicht, dass alles ein gutes Ende finden wird, sondern trotz Unwissenheit weiterzugehen. Dank seiner Zuversicht wird Harolds Reise zu einer Bewegung, die weit über ihn selbst hinausgeht und andere Menschen wie auch die Zuschauer:innen mitnimmt.
Langsamkeit statt Tempo
"Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry" nimmt sich Zeit für Stille, Landschaften und Begegnungen. Die Langsamkeit wird selbst zu einem Teil der Botschaft. Der Film führt uns vor Augen, dass Veränderung oft nicht durch große Entscheidungen entsteht, sondern durch kleine, ungeplante Schritte. Dass Veränderung manchmal erst dann beginnt, wenn wir bereit sind, innezuhalten, um dann kurzentschlossen weiterzugehen - und er zeigt, dass das Leben, losgelöst vom Alter, immer wieder eine neue, unerwartete Richtung einschlagen kann.
ARD-Sommerkino
Der Film wird am Freitag, den 31. Juli 2026, um 22:20 Uhr im Rahmen des ARD-SommerKinos 2026 ausgestrahlt. Alle Filme des SommerKinos sind nach der Ausstrahlung auch in der ARD Mediathek verfügbar.
Ein Artikel von
Martina Seifert
33617 Bielefeld
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