Nachruf für Khilma

So viel zu danken

Nachruf für Khilma

von Conny Dollbaum-Paulsen

Es bleibt so viel von dir bei uns, viel mehr, als du dir jemals hättest träumen lassen…zum Beispiel dieser ganz bestimmte, liebevolle Khilma-Blick auf alles Unperfekte. Ja, Schräges hatte Platz bei dir und wurde oft mit viel Humor in ganz Erträgliches verwandelt. Bevor die Dinge starr und zu dogmatisch werden konnten, hast du dafür gesorgt, dass sie vor Lachen auseinanderfielen und wir gleich mit.

Deine Art, als Heilnetz-Kollegin, Therapeutin und Wegbegleiterin mit uns zu sein, war Khilma-like und damit einzigartig. Es ging aber nicht immer lustig zu bei dir: Die liebevolle Art, sehr tiefen Wunden und Beschädigungen Platz zu geben, deine Begleitung der unendlich vielen verletzen Inneren Kinder, die im Laufe der Zeit in deiner Praxis und deinen Gruppen sicht- und fühlbar werden durften, ist vielen sehr bekannt. Kämen alle Inneren Kinder zu deiner Trauerfeier, die du mit Geduld, Humor und sehr viel Professionalität aus den tiefen Seelen-Kellern geholfen hast, ans Licht zu holen,  – die Alm in Bielefeld würde nicht reichen. Und wer jemals unter deinen Händen im Rebalancing durch alle Knoten tief hindurch zerschmelzen durfte, wird dich sowieso nie vergessen.

Dein Name, Khilma, ein Hindi-Wort, bedeutet Blüte – und deine Sehnsucht, der Schönheit und Fülle, der Blüte des Lebens, zu folgen, war groß und hat dich zu der gemacht, die du warst und immer bleiben wirst: zu einem Geschenk für alle, die dir begegnen durften. Das waren, in 30 Jahren Praxistätigkeit, zum Glück ziemlich viele. Wenn eine wie du so vielen Menschen ermöglicht hat, sich in der Tiefe anzunehmen, zu lieben und nicht jemand anders sein zu wollen, ist niemals Schluss mit Da-Sein.

Du lebst in vielen Seelen, weil du genau sie, die Seelen, begleitet hast. Du lebst in allen, denen du geholfen hast, sich zu befreien – und die mit dieser Freiheit. Dein tiefes Anliegen war, zu berühren - mit den Händen, im Gespräch, energetisch und spirituell, auch und ganz besonders Narben, Schmerzhaftes, Versehrtheiten. Die Berührung war immer auf Augen- und Herzhöhe, nie nebenbei, immer im Dialog – im Berühren warst du berührt und ganz da, wo du hingehörtest.

Du glaubst das nicht? Das sieht dir ähnlich, aber wo immer du jetzt gerade rumfliegst, hör gut zu, was gerade jetzt so über dich erzählt wird und an was die Menschen (und Fine und die Vögel in der Senne) sich erinnern.

Klingt das zu dick? Vielleicht, und dennoch stimmt es alles. Nein, als echte Steinziege hattest du jede Menge dicke Hufe und auch bockiges Gehörn, gar keine Frage. Das konnte, für Patient*innen und Kolleg*innen, auch ein echtes Brett sein – auch dafür: DANKE! Wie gut, dass du genau die warst.
Mach’s gut, du kostbare Kollegin, Heilnetzerin von Anfang an – wir wissen, was du uns bedeutet hast.

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