Selbstfürsorge und Mitgefühl: Frieden im innen und außen

Selbstfürsorge: Frieden schaffen

Selbstfürsorge und Mitgefühl: Frieden im innen und außen
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von Martina Seifert, Texterin, Lektorin, Yogalehrerin

Das Jahr hat längst begonnen. Ich empfinde es als großes Geschenk, wieder die Kälte des Winters zu spüren, die die Wärme und Zartheit des Frühlings bereits in sich trägt, mich dem alltäglichen Wunder des Lebens hinzugeben, Verbundenheit mit der Natur zu erleben, dem Atem zu lauschen, der Stille und dem Frieden in mir.

Mensch werde wesentlich

Frieden – daran mangelt es in der Welt. Es ist eine Zeit der Ruhelosigkeit, der Angst und Sorge. Um zum Weltfrieden beizutragen, bietet es sich an, zunächst bei uns selbst anzufangen. Erinnern wir uns an unsere wahre Natur als Mensch, die voller Frieden ist. Das Gedicht „Der Spruch“ des Expressionisten Ernst Stadler (1883 - 1914) , das in der berühmten Gedichtsammlung „Der Aufbruch“ (1914) zu finden ist, weist auf diese unsere eigentliche Bestimmung als Mensch hin. Es beginnt mit den Worten:

„In einem alten Buche stieß ich auf ein Wort,
Das traf mich wie ein Schlag und brennt durch meine Tage fort“

Das Wort, das hier so kraftvoll im Dichter anklingt, bezieht sich auf folgendes Epigramm des Mystikers Angelus Silesius (1624 - 1677):

„Mensch werde wesentlich: denn wann die Welt vergeht,
So fällt der Zufall weg, das Wesen, das besteht.“

Diese Zeilen, die auch das Gedicht Stadlers beenden, deuten auf etwas hin, das uns allen gemeinsam ist und für das es viele Namen gibt: das Göttliche, die Buddha Natur, Brahman, Allah...

„In einem alten Buche stieß ich auf ein Wort,
Das traf mich wie ein Schlag und brennt durch meine Tage fort:
Und wenn ich mich an trübe Lust vergebe,
Schein, Lug und Spiel zu mir anstatt des Wesens hebe,
Wenn ich gefällig mich mit raschem Sinn belüge,
Als wäre Dunkles klar, als wenn nicht Leben tausend wild verschloßne Tore trüge,
Und Worte wiederspreche, deren Weite nie ich ausgefühlt,
Und Dinge fasse, deren Sein mich niemals aufgewühlt,
Wenn mich willkommner Traum mit Sammethänden streicht,
Und Tag und Wirklichkeit von mir entweicht,
Der Welt entfremdet, fremd dem tiefsten Ich,
Dann steht das Wort mir auf: Mensch, werde wesentlich!“

Wege zu innerem und äußerem Frieden

Es gibt viele Methoden, die dir helfen können, inneren Frieden und Ruhe zu erfahren und zu kultivieren. Zu den bewährten Methoden zählen mittlerweile:

Meditation

Die Praxis der Meditation hat sich seit Jahrhunderten als wirksames Mittel erwiesen, um den Geist zu beruhigen und inneren Frieden zu finden. Regelmäßige Meditation kann unsere Gedanken zur Ruhe bringen, Stress abbauen und zu mehr innerer Gelassenheit führen.

Achtsamkeit

Achtsamkeitstraining liegt voll im Trend. Achtsamkeit bedeutet nichts anderes, wie in der Meditation, im gegenwärtigen Moment präsent zu sein und sich bewusst auf das zu einzulassen, was gerade geschieht, ohne Bewertung und ohne uns abzulenken. Indem du achtsam dein Leben lebst, können sich Stress reduzieren, deine Gedanken klären und ein tieferes Verständnis für dich selbst entstehen.

Atemtechniken

Atem ist Leben. Diverse Atemtechniken, also die bewusste Regulierung und Vertiefung der Atmung wie die tiefe Bauchatmung oder die aus dem Yoga bekannten Methoden (Pranayama) können den Geist beruhigen und den Körper entspannen. Bewusstes Atmen kann Stress abbauen und dir inneren Frieden schenken.

Naturverbundenheit

Zeit in der Natur zu verbringen, kann eine kraftvolle Möglichkeit sein, um innere Ruhe zu finden. Die Schönheit der Natur kann beruhigend wirken und dir dabei helfen, deine Perspektive auf das Leben zu erweitern und dich mit etwas Größerem als uns selbst zu verbinden. Eine wunderbare Methode, Natur zu erleben und zu genießen, ist das Waldbaden.

Körperliche Aktivität

Regelmäßige körperliche Bewegung kann nicht nur dazu beitragen, Stress abzubauen und die Stimmung zu heben, sondern auch den Geist beruhigen und zu einem Gefühl der inneren Ruhe führen. Dabei bieten sich Körperkünste wie Tanzen, Qi Gong, Tai Chi oder Yoga ganz besonders an.

Selbstreflexion

Nimm dir immer mal wieder Zeit, deine Gedanken und Gefühle zu beobachten, um dich neu auszurichten auf das, was dir wirklich am Herzen liegt. Durch Selbstreflexion kannst du ein tieferes Verständnis für dich selbst, deine Bedürfnisse und Wünsche entwickeln und Klarheit darüber gewinnen, was dir wirklich wichtig ist.

Dankbarkeit praktizieren

Das Bewusstsein für die vielen Segnungen in unserem Leben kann uns helfen, eine heilsame Einstellung zu entwickeln und unsere Perspektive zu verändern. Das regelmäßige Praktizieren von Dankbarkeit lenkt deinen Fokus auf das, was dir bereits gegeben ist, und unterstützt dich dabei, ein tieferes Gefühl des inneren Friedens zu entwickeln.

Finde selbst für dich heraus, welcher Weg dir stimmig erscheint, um inneren Frieden zu finden. Das ist nicht für jede/jeden gleich. Es lassen sich natürlich auch verschiedene Methoden miteinander verbinden, je nach individueller Lebensweise und Persönlichkeit. Das Experimentieren mit verschiedenen Techniken und die Entwicklung einer regelmäßigen Praxis erleichtert dir, den für dich passenden Weg zu finden, um mehr Ausgeglichenheit und inneren Frieden zu erleben und zu kultivieren.

Friedenszonen schaffen

Wenn wir in uns selbst inneren Frieden entwickeln und fördern und diesen ausdehnen auf Freund:innen, Familie, Gemeinschaften, in der Nachbarschaft und unserer Umgebung, schaffen wir Friedenszonen, die weiter wachsen und sich miteinander verbinden. So kommen wir dem von uns allen ersehnten Weltfrieden Stück für Stück ein wenig näher.

Mögen alle Menschen ihre wahre Natur zur Entfaltung bringen und mögen alle Lebewesen in Frieden leben.

Einen wunderbaren Text vom Dalai Lama zum Thema Frieden, den wir dir ans Herz legen, hat das Study Buddhism, ein Projekt von Berzin Archives e. V., veröffentlicht: Frieden durch inneren Frieden schaffen.

Ein Artikel von Martina Seifert

Freie Autorin, Text, Lektorat

Hegede 6
33617 Bielefeld

www.martinaseifert.de

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