Klimaschutz und Klimagerechtigkeit

Mein öklogischer Fußabdruck: CO2-Rechner

Klimaschutz und Klimagerechtigkeit
© Pixabay

von Martina Seifert, Texterin, Lektorin, Yogalehrerin

Die Frage, wie sich nachhaltig leben lässt, beschäftigt mich nicht erst seit gestern. Dennoch bedarf es dringlich der Überlegung, ob sich die private CO2-Bilanz nicht noch optimieren ließe. Wie sieht eigentlich mein persönlicher CO2-Fußabdruck in Zahlen aus? Der CO2-Rechner von KlimAktiv, einer gemeinnützigen Gesellschaft zur Förderung des Klimaschutzes, verspricht, problemlos meine aktuelle CO2-Bilanz zu berechnen. Also schau ich mir das Webtool mal genauer an.

CO2-Rechner berechnet individuelles Klimaschutzszenario

Der wissenschaftlich fundierte CO2-Rechner errechnet in sekundenschnelle eine Schnellbilanz für mich. Möchte ich genauere Informationen, kostet mich das gerade mal 10 Minuten. Ich probiere beides aus - und bin erstaunt, aber auch ein wenig beunruhigt. Da besteht durchaus noch Handlungsbedarf. Also tauche ich noch tiefer in das Thema ein und erhalte nach weiteren 20 Minuten ein detailliertes, individuelles Klimaschutzszenario.

Um den eigenen ökologischen Fußabdruck richtig einschätzen zu können, wird dieser dem Durchschnittsverbrauch in Deutschland und dem Soll-Wert gegenübergestellt. Ich sehe, in welchen Lebensbereichen ich CO2-Emissionen verursache, wo ich bereits Emissionen einspare und welche meiner Aktivitäten besonders ausschlaggebend sind.

Kleiner Fußabdruck große Wirkung

Der CO2-Rechner zeigt mir, wie sich mein CO2-Fußabdruck zusammensetzt und wie ich diesen möglichst "klein" halten kann. Ich erfahre, welchen Einfluss meine individuelle Lebens- und Handlungsweise auf die gesamtgesellschaftliche Klimabilanz nimmt und wie ich diese bis in das Jahr 2050 optimieren kann. Auf Wunsch kann ich mir auch ein eigenes CO2-Konto auf der Webseite der KlimaAktiv gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung des Klimaschutzes mbH erstellen, um mein klimabewusstes Handeln sukzessive zu optimieren.

CO2-Rechner für Unternehmen

Neben dem CO2-Rechner für Privatpersonen bietet KlimAktiv auch ein CO2-Bilanzierungssystem nach internationalen Standards (ISO 14064-1, Greenhouse Gas Protocol) für Unternehmen und Veranstaltungen.

Ökologischen Rucksack packen

Schon mal einen ökologischen Rucksack zum eigenen Lebensstil gepackt? Die Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH fragt mit ihrem CO2-Rechner sämtliche Rohstoffe ab, die für den Konsum anfallen. Beispiel: Autofahren. Hier werden nicht nur Auto und Benzin einberechnet, sondern auch Eisenerzmine, Stahlhütte und Straßennetz berücksichtigt.

Neben Mobilität werden auch die Bereiche Wohnen, Konsum, Ernährung, Freizeit und Urlaub abgefragt. Sobald ich einen der Bereiche beantwortet habe, erhalte ich ein optisch animiertes Zwischenergebnis, das mir anzeigt, wie mein Rucksack allmählich dicker und dicker wird. In nur wenigen Minuten erfahre ich, wie nachhaltig mein Lebensstil ist. Da ich mit meinem Ergebnis nicht zufrieden bin, nutze dich die Möglichkeit eines zweiten Durchgangs, um einen Zielwert für einen nachhaltigeren Lebensstil zu ermitteln.

WWF Klimarechner

Auch WWF bietet einen Klimarechner, mit dem sich schnell und einfach meine ganz persönliche CO2-Bilanz errechnen lässt. Der Wert wird dem deutschen und weltweiten Durchschnittswert gegenübergestellt. Außerdem gibt mir WWF konkrete Tipps und Handlungsanweisungen zur weiteren Reduzierung meines ökologischen Fußabdrucks.

CO2-Rechner für Kids und Jugendliche

Die Kontaktstelle für Umwelt und Entwicklung (KATE Stuttgart) bietet in Zusammenarbeit mit KlimAktiv einen einfachen CO2-Rechner für Kids und Jugendliche, der anhand von konkreten Beispielen den Zusammenhang von Klimaschutz und globaler Gerechtigkeit bewusst macht und mit Handlungsansätzen verknüpft. Der Klimarechner fragt nach typischen Lebensbereichen wie Lifestyle (Shoppen, Freizeitaktivitäten, Essen und Trinken), Unterwegs (im Alltag und im Urlaub) und Zuhause (Strom und Heizung) und wertet das individuelle Verhalten mit Blick auf die Klimafreundlichkeit aus. Anschließend gibt’s Tipps zum Einsparen von CO2-Emissionen.

Klimarechner von Brot für die Welt

Der animierte, leicht verständliche CO2-Rechner von Brot für die Welt eignet sich ebenfalls für Kids oder Jugendliche, beschränkt sich dabei aber leider nur auf den Bereich Ernährung.

CO2-Rechner für Autos

DEKRA bietet einen Online-Rechner, der die CO2-Emission nur für Autos errechnet. Nach Eingabe der Kraftstoffart, des Verbrauchs auf 100 km/l und der gefahrenen Kilometer, wird der Wert mit denen durchschnittlicher Standard-Fahrzeuge verglichen. Elektroautos werden noch nicht berechnet.

Klimakiller Fliegen

Wer Interesse hat, sich den CO2-Ausstoß speziell für Flugreisen errechnen zu lassen, der kann dies auf der Webseite der atmosfair gGmbH. Es muss lediglich der Start- und der Zielflughafen eingegeben werden. Das (erschreckende!) Ergebnis wird mit der Emission von einem Jahr Autofahren verglichen sowie mit der Pro-Kopf-Jahresemission in Indien und mit dem klimaverträglichen Jahresbudget eines Menschen. Ein Hin- und Rückflug von München nach New York hat z. B. einen CO2-Ausstoß von 3.085 kg. Damit ist das klimaverträgliche Jahresbudget eines Menschen innerhalb weniger Stunden aufgebraucht. Ein Kompensationsbeitrag, der Klimaschutzprojekte, Technologietransfer oder Armutsbekämpfung unterstützt, rundet das Angebot des Online-Rechners ab.

Fazit

Klimarechner schaffen mehr Bewusstsein für Klimaschutz, Klimagerechtigkeit und die eigene Verantwortung. Wenn ich bedenke, dass die jährlichen Pro-Kopf-CO2-Emissionen Deutschlands mit rund 9,6 Tonnen doppelt so hoch ausfällt wie der internationale Durchschnitt von 4,8 Tonnen (2016), und dass zur Einhaltung der völkerrechtlich verbindlichen 2 °C-Obergrenze (möglichst unter 1,5 °C!) bis Ende dieses Jahrhunderts die durchschnittlichen Pro-Kopf-Emissionen weltweit auf deutlich unter 2 Tonnen pro Jahr gesenkt werden müsste, wird mir deutlich vor Augen geführt, wie groß meine Verantwortung und die jedes/r Einzelnen ist. (vgl.: Klimaschutz in ZahlenFakten, Trends und Impulse deutscher Klimapolitik, hrsg. v. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU), 2018). Packen wir es an!

Ein Artikel von Martina Seifert

Yogalehrerin

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