Wo sich Kunst und Heilung berühren

Heil-Kunst

Wo sich Kunst und Heilung berühren

von Conny Dollbaum-Paulsen

Normalerweise kommen wir gar nicht auf die Idee, Künstler:innen, Musiker:innen, Autor:innen und überhaupt Menschen, die kreativ-schöpferisch tätig sind, als Heil-Künstler:innen zu betrachten. Wer Menschen begleitet, weil diese krank oder auf eine bestimmte Art unterstützungsbedürftig sind, gehört zur großen Gruppe der sog. Gesundheitsberufler:innen.

Dazu gehören bekanntermaßen Ärzt:innen, Heilpraktiker:innen, Psychotherapeut:innen aber natürlich auch Physiotherapeut:innen, Yogalehrer:inne, Ernährungsberater:innen, Energetiker:innen, Geistheiler:innen, um nur einige zu nennen. Aber Künstler:innen??? Wohl eher nicht. Wie seltsam, weil die meisten von uns doch aus Erfahrung wissen, wie heilsam Musik oder die Betrachtung von Bildern ist, das Lesen eines Textes...Nicht umsonst gibt es dieses wunderbare, etwas in Vergessenheit geratene Wort der HEIL-KUNST, das die beiden Bereiche auf selbstverständliche Art und Weise miteinander verbindet. Jedes Musikstück kann Medizin sein, jedes Bild heilsam, jedes Buch kann einen entscheidenden Wendepunkt einleiten. Und alles, was wir an Kunst in uns hineinlassen, kann Nebenwirkungen haben, die auf keinem Beipackzettel stehen. Ein Bild kann zu Tränen rühren und tiefen Schmerz ans Tageslicht holen, ein Klang kann Unruhe erzeugen, ein Text uns aufwühlen. Wie jede Medizin, die wirksam ist, kann die „Einnahme“ unmittelbar hilfreich und beruhigend sein, aber auch aufwühlend und ein Leben auf nicht nur leichte Weise verändern.

Kunst als Medizin: Thilini Zach

Die Malerin Thilini Zach ist eine echte Heil-Künstlerin. Ihre zum Teil großformatigen Bilder, die im Sommer im Rahmen einer großen Ausstellung unter dem Titel „Leise Landschaften“ in Bremen zu sehen waren, lassen erfahrungsgemäß die wenigsten Betrachter:innen unberührt. Sie sind nicht nur als ästhetische Werke wunderschön und handwerklich unfassbar gut gemacht. Sie schaffen auf ganz eigene Art einen inneren Raum von Heilung. Wie immer, wenn Kunst aus und in der Tiefe wirkt, erreicht sie uns auf ganz verschiedenen Ebenen, je nachdem, mit welchem Thema wir gerade in persönlicher Resonanz sind. Thilini Zachs Bilder erschaffen Weite, Stille, Himmelshöhe, Horizonttiefe, Frieden, Felskraft oder Flussbewegung, um nur einige mögliche, natürlich sehr persönliche Wirkungen zu nennen. Der Ausstellungstitel „Leise Landschaften“ scheint dabei zu vermitteln, die Bilder wären prinzipiell leise und zart, vielleicht sogar still im Ausdruck, was ein Irrtum ist. Manche Bilder dröhnen leise aber mit Wucht, andere drängen in vielfältiger Bewegung ebenso zart wie bestimmt direkt ins Herz der Betrachter:in. Und doch sind es alles auch leise Bilder der Stille. Eine kunstvolle Merkwürdigkeit, die zeigt, wie mehrdeutig Worte und natürlich Bilder sind. Wer sich die Kunstwerke von Thilini Zach in Ruhe anschaut, wird wahrscheinlich ein bisschen verwandelt, ziemlich sicher berührt – und vielleicht ein bisschen stiller, friedlicher, sanfter.

Vor einiger Zeit erschien im Heilnetz-Magazin ein Artikel über „Kunst auf Krankenschein“ in Brüssel, https://www.heilnetz.de/news/weil-kunst-gesund-macht.html; dieser nimmt den Faden auf, wie wichtig Kunst als Menschen-Beziehungs-Schönheits-Medizin ist.

Zurück zum Wort Heil-Kunst

Die Nähe scheint eindeutig - die Ausübung der Heil-Kunst erfordert ein tiefes Einlassen auf den Menschen, ein Lauschen auf das, was sich zeigt als Symptom oder Klage, laut oder leise, auf das, was sich einzigartig im Moment zeigt. Die Antwort darauf ist meist kein Standard, sondern entsteht im besten Fall aus echter Herzens-Resonanz. Es ist eine Beziehungsantwort, die Verbindung herstellt zum bedürftigen oder kranken Menschen, zur besonderen Sprache der Erkrankung dieses einzigartigen Individuums, zur Situation, in der sich der Bedarf zeigt. Dies zu erfassen ist Heil—Kunst und ähnelt dem, was Künstler:innen tun, wenn sie sich einem Werk widmen doch sehr.

Welche Kunst auch immer wir ausüben, zwei Dinge brauchen wir auf jeden Fall: Zeit und die Bereitschaft, uns einzulassen, in Beziehung zu gehen mit dem wesenhaften Gegenüber. In diesem Raum kann Heilung entstehen oder Kunst, an den Berührungsstellen wird Neues geboren, heilsam, aufrüttelnd, überraschend und zutiefst menschlich.

Wer Lust auf Thilini Zach bekommen hat und die nächste Ausstelllung nicht verpassen möchte, folgt ihr

Von der Bedeutung der Kunst beim Heilen....

Kunst bildet die Brücke zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem.

Die Kunst des Heilens wendet sich Sichtbarem und Unsichtbarem zu.

Kunst ereignet sich.

Heilung ereignet sich.

Kunst wandelt.

Die Kunst des Heilens unterstützt Wandlung.

Was fehlt einer Zeit?

Kunst nimmt das unterirdische Donnern wahr.

Was fehlt einem Menschen?

Die Kunst des Heilens richtet ihre Aufmerksamkeit auf dessen unterirdisches Donnern.

Naturwissenschaftliche Medizin trennt.

Die Kunst des Heilens bildet die Synthese zwischen Objektivem und Subjektivem.

Kunst hat Zeugin menschlichen Leidens zu sein.

Die Kunst des Heilens hat Leiden mitzutragen.

Jedes Kunstwerk hat eine besondere Geschichte.

Jede Krankheit ist Teil einer einzigartigen Geschichte.

Aus: Menschenmedizin
Für eine kluge Heilkunst von Christian Hess und Annina Hess-Cabalzar
Suhrkamp Verlag
https://www.suhrkamp.de/buch/menschenmedizin-t-9783518458198

 

Ein unbedingt lesenswertes und sehr kluges Buch zum Thema Heilkunst.

 

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