Lebensmittel teilen statt verschwenden

Foodsharing - so funktioniert's!

Lebensmittel teilen statt verschwenden
© Pixabay

von Martina Seifert, Texterin, Lektorin, Yogalehrerin

Lebensmittel werden immer teurer, nicht zuletzt wegen des Ukraine-Kriegs. Ein Ende ist nicht absehbar - im Gegenteil. In Regionen wie Nordafrika oder dem Mittleren Osten könnte die Hungersnot zukünftig sogar viele weitere Millionen Menschen treffen. Und dabei landen weltweit immer noch Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll; in Deutschland jährlich rund 12 Millionen!

Foodsharing - Lebensmittel teilen

Die Online-Plattform Foodsharing.de (engl.: Food = Essen; engl.: Sharing = teilen) hat sich auf die Fahne geschrieben, die Lebensmittelverschwendung deutlich zu minimieren. Ziel ist ein verantwortungsvoller, wertschätzender Umgang mit Ressourcen und ein nachhaltiges Ernährungssystem. Mittlerweile zählt die Initiative, die 2012 in Berlin gegründet wurde, rund 500.000 registrierte Mitglieder aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Die unabhängige, kostenlose und werbefreie Initiative Foodsharing rettete bereits rund 70 Millionen kg Lebensmitteln vor der Mülltonne. Das Team des gemeinnützigen foodsharing e.V. als Dachverband und Betreiber der Webseite setzt sich ehrenamtlich und unentgeltlich für die Sache ein, unkommerziell und werbefrei. Die Mitgliedschaft in der Community ist kostenfrei. Aber wie funktioniert Foodsharing ? Denkbar einfach und genial.

So funktioniert's

Foodsharing arbeitet aktuell mit mehr als 11.500 Betrieben in Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammen. Weitere Länder kommen dazu. Registrierte Foodsharer können ihre Essenskörbe direkt auf der Plattform anbieten oder auch selber Lebensmittel abholen. Im Klartext: Lebensmittel, die wir nicht mehr selbst verwenden können, werden in einen digitalen Essenskorb gelegt und auf foodsharing.de veröffentlicht, um sie kostenlos abzugeben. Alle Essenskörbe sind auf einer Karte einsehbar und können von den Mitgliedern der Community angefragt werden. Bei Interesse werden Ort und Zeitpunkt verabredet, um die Lebensmittel zu übergeben.

Es ist aber auch möglich, die überschüssigen Lebensmittel an einen festlegten Ort, den sogenannten Fairteilern, zu bringen bzw. kostenlos dort abzuholen. Außerdem können alle Foodsharer einen dieser Fairteiler (mit-)betreuen und an speziellen Events und Aktionen teilnehmen.

Vom Foodsharer zum Foodsaver

Wenn wir uns mehr für die Sache der Lebensmittelrettung engagieren wollen, können wir auch Foodsaver werden und Lebensmittel bei den kooperierenden Betrieben retten. Die Lebensmittel können wir entweder selbst verzehren oder an Freunde und Bekannte oder Nachbarn kostenlos verteilen. Der Rest wird auf foodsharing.de zur Freigabe veröffentlicht oder an gemeinnützige Vereine verteilt.

Wer betriebsverantwortlicher Foodsaver werden möchte, der koordiniert die Abholungen und zeichnet für mögliche ehrenamtliche Arbeitsausfälle verantwortlich. Als Botschafter*innen übernehmen wir zusätzlich Verantwortung für die Betriebsverantwortlichen und stellen für neue Foodsaver Ausweisdokumente aus. Wir unterstützen den Verein dabei, neue Kooperationspartner*innen zu gewinnen, organisieren Meetings und repräsentieren foodsharing.de in unserer Region. Darüber hinaus gibt es noch diverse regionale und überregionale Arbeitsgruppen.

Falls noch Fragen zur Arbeitsweise von Foodsharing offen geblieben sind, informiert das Foodsharing Wiki. Hier befinden sich die FAQ zur Plattform, ein alphabetischer Index und ein Glossar.

Fazit

Eine wunderbare Idee und eine tolle Initiative, die sich für mehr Nachhaltigkeit einsetzt und die Lebensmittelverschwendung minimiert. Wir erinnern uns: Bevor die Organisation Foodsharing gegründet wurde, gab es noch das illegale "Containern". Jetzt retten tausende Lebensmittelhändler*innen, Foodsharer und Foodsaver Lebensmittel – und es werden jeden Tag mehr.

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Danke schön für's Warten.