Hanta – Virus:
Einordnung der medialen Welle
Sicher ist auch Ihnen nicht entgangen, dass wieder eine neue Sau durch das Mediendorf getrieben wird: Das Hanta-Virus.
Ist das nur wieder eine willkommene Aufregung, um die Verkaufszahlen oder Klicks der Medien hochzutreiben – oder ist wirklich was dran? (Egal, ob was dran ist, die Medien schätzen die Dramatisierung, denn dann gehen die „Quoten“ zuverlässig hoch – und davon leben alle Medien nun mal…).
Aber nun zur medizinischen Einstufung:
Hanta-Viren sind nichts Neues, es gibt verschiedene Unterarten, die von – ebenfalls verschiedenen – Nagetieren übertragen werden. Bei uns ist beispielsweise das Puumala-Hantavirus verbreitet, welches von der Rötelmaus übertragen wird, die selbst nicht erkrankt, aber lebenslang infiziert bleibt. Die Übertragung erfolgt durch Staub (der Kotreste enthält), Speichel oder Haare, beispielsweise, wenn man nach dem Winter das Gartenhaus ausfegt, in dem Rötelmäuse überwintert hatten – und den Staub einatmet (da wären dann eine FFP2-Maske tatsächlich ein Schutz, denn der Staub geht da nicht durch). Es ist aber keineswegs so, dass jeder, der das Virus einatmet, auch daran erkrankt. Meist wird das Virus durch das Immunsystem schnell eliminiert bzw. kann sich nicht vermehren, weshalb es dann auch nicht zu Symptomen kommt. Solche wären: akut einsetzendes Fieber, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Blutdruckabfall, Sehstörungen und Zeichen der Nierenschädigung. Die Zeit zwischen Kontakt und Ausbruch der Erkrankung beträgt – je nach Virustyp – 5 bis 60 Tage, was es in der Praxis schwierig macht, einen Zusammenhang zu erkennen. (Im Blutbild fallen spezifische Veränderungen auf, die den Verdacht erhärten.)
Kommt es zu klinischen Symptomen, dann besteht durchaus auch Lebensgefahr. Beim Puumala-Virus (also dem bei uns häufigsten) beträgt die Letalität 1 von 100 Erkrankten (also nicht Infizierten, sondern wirklich Erkrankten! Den Unterschied sollten seit Corona eigentlich alle verstanden haben…).
In Deutschland schwanken die Erkrankungszahlen – je nach Jahr – zwischen einigen Dutzend und ein- bis zweitausend Fällen (von 87 Millionen Einwohnern). Die meisten „Infektionen“ verlaufen also unbemerkt, da keine Beschwerden auftreten.
Die gefährlichsten Komplikationen beim heimischen Puumala-Virus sind Nierenschäden und Blutungsneigung (Hämorrhagien).
Bei dem Hanta-Virus, das nun auf dem Kreuzfahrtschiff aufgetreten ist (so jedenfalls die Meldungen), handelt es sich allerdings nicht um unser vergleichsweise harmloses, einheimisches Puumala-Virus, sondern um den südamerikanischen Stamm des „Anden-Hanta-Virus“. Hier beträgt die Letalität 30 – 40% der Erkrankten. Hier stehen schwere Lungenentzündungen mit Herzbeteiligung im Vordergrund.
Hanta-Virus-Infektionen müssen in der Klinik behandelt werden, wegen der Gefahr der Eskalation, also der schnellen Verschlechterung des Zustandes. Direkte Behandlungsmöglichkeiten gibt es aktuell nicht, auch existiert derzeit keine Impfung (ist aber in der Entwicklung. Böse Stimmen könnten nun behaupten, man bereite jetzt den Markt vor..). Es wird also nur symptomatisch behandelt, um dem Immunsystem Zeit zu geben, die Infektion zu besiegen.
Die Übertragung von Mensch zu Mensch ist sehr selten und erfordert engen Kontakt, weil das Virus im Speichel, Urin oder Kot verbreitet wird, nicht aber über die Haut. Es tritt über die Atemwege ein. Theoretisch könnte ein An-Niesen ausreichen, theoretisch.
Befürchtet wurde, dass es sich um eine neue Variante des Anden-Hanta-Virus handelt, die leichter übertragbar ist. Da kann inzwischen wohl Entwarnung gegeben werden, denn das Erbgut der Kreuzfahrt-Viren ist unverändert. (LINK) Es handelt sich also anscheinend um das natürliche Virus, nicht um eine Laborvariante, wie höchstwahrscheinlich beim Corona-Virus.
Ich hoffe, ich konnte mit diesen Ausführungen ein wenig Licht ins Dunkel bringen. Derzeit ist eine Gefahr – außer für die Reisenden auf dem Kreuzfahrtschiff – nicht in Sicht, auch nicht, wenn diese nach Hause zurück kehren, da die Verbreitungsgefahr gering ist.
Sollte sich die Lage ändern, werde ich entsprechend informieren. Meine heutigen Informationen beruhen auf den Quellen, die mir aktuell zugänglich sind.
Ein Artikel von
Rudolf Hege
76534 Baden-Baden
Im Grün 28
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