GTPS: Trochanterschmerzsyndrom

Ursachen und ganzheitliche Sicht

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24. Januar 2026 von Lillia Seifert

Vielleicht beginnt es ganz leise. Ein Ziehen an der Außenseite der Hüfte beim Gehen. Schmerzen, wenn du nachts auf der Seite liegst. Oder ein unangenehmes Stechen beim Treppensteigen. Viele Menschen schieben diese Beschwerden lange beiseite oder vermuten Rückenschmerzen oder Hüftarthrose. Häufig steckt jedoch etwas anderes dahinter: das Greater Trochanteric Pain Syndrome (GTPS), auch Trochanterschmerzsyndrom genannt.

GTPS beschreibt Schmerzen an der Außenseite der Hüfte, genauer gesagt im Bereich des großen Rollhügels (Trochanter major). Es handelt sich nicht um eine einzelne Diagnose, sondern um einen Überbegriff für verschiedene Reizzustände, die diesen sensiblen Bereich betreffen.

Was ist GTPS? Das Greater Trochanteric Pain Syndrome

Am Trochanter major setzen wichtige Sehnen der Gesäßmuskulatur an, vor allem die des Gluteus medius und Gluteus minimus. Zusätzlich befindet sich dort ein Schleimbeutel, der als Puffer zwischen Knochen und Weichteilen dient. Werden diese Strukturen überlastet, gereizt oder geschwächt, kann es zu anhaltenden Schmerzen kommen.

GTPS umfasst unter anderem:

  • Sehnenreizungen oder kleine Sehnenverletzungen
  • eine Reizung oder Entzündung des Schleimbeutels (Bursitis trochanterica)
  • muskuläre Dysbalancen im Hüft- und Beckenbereich

Oft treten mehrere dieser Faktoren gleichzeitig auf

Typische GTPS Symptome – so äußern sich Hüftschmerzen außen

Die Gesäßmuskeln spielen eine zentrale Rolle für deine Stabilität beim Gehen und Stehen. Sie halten das Becken gerade und federn Bewegungen ab. Sind sie zu schwach, überlastet oder dauerhaft angespannt, entsteht ein erhöhter Zug auf die Sehnenansätze an der Hüfte.

Der Körper reagiert darauf mit Schmerz – nicht als Strafe, sondern als Schutzsignal. Er macht dich darauf aufmerksam, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist.

GTPS kann sich sehr unterschiedlich anfühlen. Häufige Symptome sind:

  • Schmerzen an der Außenseite der Hüfte
  • Druckempfindlichkeit über dem Hüftknochen
  • Schmerzen beim Liegen auf der betroffenen Seite
  • Beschwerden beim Gehen, Laufen oder Treppensteigen
  • Ausstrahlung in den seitlichen Oberschenkel

Viele Betroffene berichten auch von Schlafproblemen, weil keine schmerzfreie Position gefunden wird.

Ursachen von GTPS: Warum die Hüfte aus dem Gleichgewicht gerät

Die Entstehung von GTPS ist meist vielschichtig. Häufige begünstigende Faktoren sind:

  • Überlastung, etwa durch Sport, langes Stehen oder ungewohnte Bewegung
  • Bewegungsmangel und schwache Gesäßmuskulatur
  • einseitige Belastungen im Alltag oder Beruf
  • Fehlstellungen, wie Beckenschiefstand oder Beinlängendifferenzen
  • hormonelle Veränderungen
  • chronischer Stress, der zu erhöhter Muskelspannung führt

Aus ganzheitlicher Sicht lohnt es sich, nicht nur die Hüfte selbst zu betrachten, sondern auch Haltung, Bewegungsmuster, Alltag und emotionale Belastungen mit einzubeziehen.

Ganzheitliche Behandlung bei GTPS – was deiner Hüfte wirklich hilft

Beim Trochanterschmerzsyndrom geht es selten um eine schnelle Lösung. Vielmehr braucht dein Körper Zeit, Aufmerksamkeit und gezielte Unterstützung. Bewährt haben sich:

  • gezielter Aufbau der Gesäß- und Hüftmuskulatur
  • physiotherapeutische Begleitung zur Korrektur von Fehlbelastungen
  • sanfte Mobilisation statt schmerzhafter Dehnungen
  • Anpassungen im Alltag, etwa beim Sitzen, Gehen oder Schlafen
  • Wärme oder Kälte, je nach individuellem Empfinden

Auch osteopathische Behandlungen, Faszienarbeit, Akupunktur oder achtsame Bewegungsformen wie Yoga oder Feldenkrais können den Heilungsprozess unterstützen.

GTPS als Signal verstehen – warum dein Körper deine Aufmerksamkeit braucht

GTPS ist oft mehr als ein lokales Hüftproblem. Es kann ein Hinweis darauf sein, dass dein Körper insgesamt zu viel trägt – körperlich oder emotional. Der Schmerz lädt dich ein, innezuhalten, genauer hinzuschauen und neue Wege im Umgang mit Belastung zu finden.

Wenn du beginnst, deinem Körper zuzuhören und seine Signale ernst zu nehmen, kann Heilung auf mehreren Ebenen stattfinden. Schritt für Schritt kannst du so wieder mehr Stabilität, Beweglichkeit und Vertrauen in deinen Körper entwickeln.

Impulse für deinen nächsten Schritt

Du musst mit Hüftschmerzen nicht allein bleiben. Auf Heilnetz findest du Therapeut:innen und ganzheitliche Begleiter:innen, die dich dabei unterstützen können, die Ursachen von GTPS zu verstehen und deinen eigenen Weg in Richtung Heilung zu gehen.