Agnihotra –

ein vedisches Feuerritual

von Sokirlov © AdobeStock_196157342
12. März 2026 von Anja Baunach

Mit dem Frühling kehrt nicht nur das Licht in die Natur zurück – auch wir sind eingeladen, Altes loszulassen und neue Kraft zu schöpfen.

Am 15. Februar 2026 habe ich zum ersten Mal selbst Agnihotra bei Sonnenuntergang durchgeführt und das Abendmantra dazu gesungen.

Das kleine Feuer, der Duft von Ghee und Reis und der warme Schein des Feuers haben eine tiefe Ruhe und Freude in mir ausgelöst. Es fühlte sich an, als würde der Frühling nicht nur draußen, sondern auch in mir erwachen.

Agnihotra folgt dem Grundsatz: „Heile die Atmosphäre und die Atmosphäre heilt dich."

Die vedische Feuerzeremonie Agnihotra ist einfach zu erlernen und dauert nur etwa 10 bis 15 Minuten. Agnihotra hat unter anderem eine reinigende Wirkung auf Luft, Boden und Wasser und hilft das ökologische Gleichgewicht wiederherzustellen, Körper, Geist und Seele werden harmonisiert.

Für das Agnihotra werden in einem pyramidenförmigen Kupfergefäß getrockneter Kuhdung und Ghee verbrannt. Genau zu Sonnenaufgang und Sonnenuntergang wird Reis mit Ghee in die Flamme gegeben und dabei das jeweilige Mantra gesungen, welches exakt auf die Schwingungsverhältnisse zu diesen Zeiten abgestimmt ist.

Für Agnihotra benötigst du eine Agnihotra-Schale, getrockneten Kuhdung, Ghee, Vollkornreis (ganze ungekochte Körner), eine kleine Schale für den Reis, eine Zeitentabelle für Sonnenaufgang und Sonnenuntergang an deinen Ort, das Morgenmantra, das Abendmantra, eine hitzebeständige Unterlage.

Die Agnihotra-Feuerzeremonie sollte im Freien praktiziert werden.

So wird die Feuerzeremonie ausgeführt:

Stelle die Agnihotra-Schale auf eine hitzebeständige Unterlage. Die Seiten (nicht die Ecken) der Schale sollten wenn möglich nach den vier Himmelsrichtungen ausgerichtet sein. In der kleinen Schale vermischt du etwas Vollkornreis mit etwas Ghee.

Damit der Kuhdung gut brennt, solltest du ihn warm und trocken lagern. Vor der Verwendung in geeignete Stücke brechen. Zum Anzünden verwende am besten ein lockeres, schmales Stück Kuhdung, welches beidseitig dünn mit Ghee bestrichen ist. Dann bestreiche ein weiteres größeres, breiteres Stück mit Ghee und lege es in die Mitte der Agnihotra-Schale und platziere ein paar Stücke vom Kuhdung in der Schale so, dass genug Luft zirkulieren kann, damit sich das Feuer gut entfalten kann. Zum Anzünden bitte Streichhölzer verwenden oder an einer Kerze ein kleines Stück Kuhdung mit Ghee bestrichen entzünden.

Zünde etwas 3 bis 5 Minuten vor Sonnenaufgang bzw. Sonnenuntergang das lockere, schmale Stück Kuhdung an, lege es so in die Kupferschale, dass genügend Luft zirkulieren kann. Falls du es an einer Kerze angezündet hast, lösche die Kerze danach. Obenauf sollte noch genug Fläche für die Reisgabe vorhanden sein.

Zum Zeitpunkt des Sonnenaufgang bzw. Sonnenuntergang – das Feuer sollte jetzt gut brennen – singst du das jeweilige Mantra (Text Mantra, Hörprobe Mantra ) und gibst jeweils nach dem Wort "svaha" eine Prise Reis mit Ghee vermischt in die Flamme.

Das Mantra wird jeweils nur ein Mal gesungen. Bleibe beim Feuer sitzen oder stehen, bis es erloschen ist und genieße die reine Atmosphäre und den Frieden. Wenn möglich, lass die Agnihotra-Schale bis zur nächsten Durchführen stehen. Die Asche kannst du für viele Sachen verwenden, z.B. für deinen Garten, für deine Zimmerpflanzen etc.

Das Ritual lässt mich den Frühling nicht nur in der Natur, sondern auch in mir selbst spüren – eine wunderbare Erinnerung daran, dass jeder Sonnenaufgang und Sonnenuntergang ein Neubeginn sein kann.

Agnihotra macht für mich fühlbar, dass wir nicht getrennt von der Natur leben, sondern ein Teil von ihr sind – jeder Sonnenaufgang , jeder Sonnenuntergang, jedes kleine Feuer verbindet uns mit dem Rhythmus der Erde.

Ein Artikel von
Anja Baunach

Anja Baunach - Klangbegleiterin für Entspannung & Achtsamkeit
Klangbegleiterin für Entspannung & Achtsamkeit
97845 Bayern - Neustadt am Main
Profil von Anja Baunach

aj.baunach@t-online.de
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