Projekte in der Region: Die Camp-Cuisine

Zwischen Veggies und Wildschweinen

von Conny Dollbaum-Paulsen

Ich treffe mich mit Niels Dreeskornfeld natürlich zu einer Mahlzeit, genauer: zum Frühstück, um zu erfahren, wie die verwegene Idee entstanden ist, eine alte Feldküche aufzumöbeln und damit durch die Lande zu ziehen.
Und die erste Antwort auf diese Frage lautet:
"Wir kochen gern, wir reisen gern, wir mögen Menschen (mit gutem Essen versorgen)...und das tun wir jetzt hauptberuflich mit der Camp-Cuisine!"

Bevor daraus die Idee "Camp-Cuisine" werden konnte, zogen die Brüder Niels und Carsten Dreeskornfeld durch verschiedene Berufe und Betätigungen, bis sich eine Idee immer mehr verdichtete: wir wollen eine "Draußen-Küche-für-alle-Gelegenheiten" machen.

Beide handwerklich begabt und nicht faul, ergattern also eine alte Feldküche ("Keine Gulaschkanone...., sondern eine echte, funktionstüchtige Küche!"), richten sie her und fahren seit letztem Herbst kreuz und quer durch die Lande, um Menschen mit frischen, liebevoll zubereiteten und deshalb schmackhaften Speisen für Hand und Teller zu versorgen. Keine Gnade finden Geschmacksverstärker, Billig-Suppen und Dosenfutter!

Sich wohlfühlen, genießen, Entspannung und Gemeinsamkeit sind Worte, die im Gespräch immer und immer wieder vorkommen. Die Camp-Cuisine will nicht nur leere Bäuche füttern und Hungrige sättigen - irgendwie sollen sie sich so richtig wohlfühlen, die Gäste der Camp-Cuisine und sich nach dem Essen innerlich wie äußerlich zufrieden den Mund abputzen und dabei etwas entspannter sein als vorher.

Frische Zutaten, die Bevorzugung regionaler Produkte, fair gehandelter Kaffee und Tee:das alles gehört zum Konzept, aber daraus ist zum Glück kein Dogma entstanden: es gibt Fleisch und Fisch ebenso wie vegetarische Hamburger. Die Jungs backen vegane Pizza mit der gleichen Lust wie eine deftige "Herrenplatte" mit Wildschweinbraten, Knödeln und Rotkohl....

Spannend wird es beim Thema Geschirr, das ja auf Festivals und Outdoor-Parties eigentlich immer aus Plastik ist.
Die Camp-Cuisiner sehen das als Manko, wollen zunächst umsteigen auf Pappgeschirr (Keine Sorge, es weicht nicht auf, wenn man zu langsam isst!), das aber sehr viel teurer ist als das aus Plastik, von essbaren Tellern ganz zu schweigen.
Die Idee, sich in die Recycling-Richtung zu entwickeln ist präsent, die Schritte dahin werden sich ergeben. Niels sagt dazu: "Wir wollen unsere Visionen ohne Dogmen und Zwänge umsetzen - also geben wir uns Zeit, versuchen das Ganze entspannt anzugehen. Eine Möglichkeit, mit dem Thema aktiv umzugehen wäre, essbares Geschirr als Alternative mit einem kleinen Aufpreis anzubieten. Dann können die Gäste entscheiden und werden durch das Angebot einfach aufmerksam gemacht aber nicht missioniert!"

Die Camp-Cuisine kann 30-500 Personen satt und zufrieden machen...., hier einige Projekte des Sommers, die vor allem zeigen, wie vielseitig die Dreeskornfelds mit ihrem Angebot umgehen:

Hier versorgt die Camp-Cuisine die auftretenden Bands, was ein interesssantes Unterfangen ist, da die Geschmäcker  der MusikerInnen wohl so unterschiedlich wie, sagen wir: ihre Instrumente sind.
Angeboten wird vegetarsich und vegan, sehr speziell und individuell. Guten Appetit!

Thema der Camp-Cuisine: Rund um die Nudel, mit und ohne Fleisch - als alternative zum hier dominat angebotenen Fastfood

Hier wird noch eine andere Lieblingsbeschäftigung der Camp-Cuisiner deutlich: weil sie die Inhalte des Festivals gut finden, plakatieren sie kostenlos für das Festival in OWL. Auf dem Speiseplan steht hier ein komplett vegetarisches und veganes Angebot - das einzige dort!

Ganz besonders freuen sich die Cuisiner über einen gerade eingegangen Folgeauftrag: Kochen für das Sprachcamp der AWO in Schloss Holte im Sommer.Eine Riesenhorde Kinder aus aller Herren Länder, die Deutsch als zweite Sprache erlernen, werden von der Camp-Cuisine mittags versorgt.
Da gibt es so spannende Gerichte wie "Hamburger zum Selberbauen", aufgebaut ist die Küche dann auf einem Schulhof.
Niels Dreeskornfeld: "Kinder sind tolle Kunden: die sagen sofort, was ihnen schmeckt und was wir anders machen sollen - und das tun wir dann auch mit Vergnügen!"

Ein besonders schönes Projekt in Kooperation mit BEOconcept sei noch genannt: das Grill-Buffet am Ende einer langen Kanutour.
Frau stelle sich das vor: die letzte Flussbiegung liegt hinter Dir und am Uferhorizont wartet ein Drei-Gänge-Menue auf die Kanubesatzung...wenn das nicht an Schlaraffenland grenzt!
Veranstalter der Kanu-Touren ist BEOconcept in Halle.

Wer also ein Fest plant und die hungrigen Gäste gut versorgt wissen will, wer kleine (ab 30 Menschen) oder große (bis 500) Feiern plant, wer eine runden Geburtstag im Wald, am Straßenrand, am Fluss oder auf Wiesen veranstalten will, ist herzlich willkommen bei der Camp-Cuisine.
Sie wollen zu Hause bekocht werden und haben nur 10 Gäste? Kein Problem, auch das wuppen die Cuisiner mit Leidenschaft und dann ausnahmsweise ohne ihre eigene Küche (die müssten Sie dann schon zur Verfügung stellen).

Heilnetz wünscht der Camp-Cuisine jedenfalls einen satten Sommer mit zufriedenen Gästen aller Art!

Mehr dazu: www.camp-cuisine.org

 

 

 

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