Vielseitige Heilpfanze - der Wein

Weinrebe - Heilpflanze des Jahres 2023

Vielseitige Heilpfanze - der Wein
© Pixabay

von Martina Seifert, Texterin, Lektorin, Yogalehrerin

Unter rankendem Wein in der Stille eines lauen Sommerabends verweilen…, - eine wundervolle Vorstellung. Aber die Weinrebe schafft nicht nur Atmosphäre und schenkt uns den Genuss von Trauben und Wein, sondern hat auch heilende Kräfte. Deshalb wurde die Rebe vom Verein NHV Theophrastus zur „Heilpflanze des Jahres“ 2023 gekürt.

Heilpflanze des Jahre 2023 – die Weinrebe

Nicht jeder weiß, dass die Weinrebe große Heilkräfte in sich birgt. So kommt sicher auch die Auszeichnung des Weines als „Heilpflanze des Jahres“ 2023 vom NHV Theophrastus (Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus e.V.) für viele überraschend. Denn die Weinrebe (lat.: Vitis vinifera) verbindet auf wirkungsvolle Weise Genuss und Medizin – und das meint nicht das allseits bekannte Produkt der Rebe, den Wein, der seit Jahrtausenden als heilsamer Göttertrunk gilt, sondern den ganzen Weinstock. Denn sowohl die Früchte und Kerne als auch die Blätter enthalten jede Menge therapeutisch wirksame Stoffe.

Geschichte der Weinrebe

Die Geschichte der Weinrebe ist uralt. Die Wildrebe lässt sich auf eine Zeit vor 80 Millionen Jahren datieren und der Weinbau wurde nachweislich bereits vor 8.000 Jahren v. Chr. betrieben. Dabei wurde dem Wein als Göttertrunk und als Heil- und Stärkungsmittel in vielen verschiedenen Kulturen gehuldigt. Auch Hildegard von Bingen (1098–1179) wusste den Wein zu schätzen. Ihre Rezepte für Wein-Kräuter-Ansätze kamen bis in das 18. Jahrhundert zur Anwendung. Seit dem 20. Jahrhundert finden die Kräuterliköre und -weine nach den Rezepten der Mystikerin wieder mehr Beachtung.

Rotes Weinlaub in der Phytotherapie

Aber auch dem Weinlaub werden bereits seit der Antike besondere Heilkräfte zugesprochen. Kräuterbücher belegen entsprechende therapeutische Anwendungen des roten Weinlaubs bei Blutungen, Entzündungen, Hämorrhoiden und Wunden. Doch erst Mitte des 20. Jahrhunderts gewinnt die Phytotherapie mit Rotem Weinlaub wieder zunehmend an Bedeutung.

Tee und Extrakte des Weinlaubs

Das Rote Weinlaub (Vitis viniferae folium) enthält wichtige Stoffe wie Flavonoide, Gerbstoffe und Hydroxyzimtsäure-Derivate. Wässrige Auszüge des Roten Weinlaubs schützen die Gefäßwände und wirken antioxidativ und ödem-protektiv. Mittlerweile können Tee und verschieden pflanzliche Arzneimittel des Weinlaubs als Extrakte in Form von Kapseln, Pulver, Tabletten oder Tropfen erworben werden, welche die Mikrodurchblutung der kleinsten Gefäße optimieren und proinflammatorischen sowie gewebsschädigenden Enzyme entgegenwirken. Zur äußerlichen Anwendung (lokal) sind Extrakte als Creme angeraten.

Diverse valide klinische Studien haben die heilende Wirkung des Roten Weinlaubs in der symptomatischen Behandlung und Prävention von chronisch venöser Insuffizienz (CVI) bei Krampfadern, Ödemen der Unterschenkel, Schmerzen und Spannungsgefühl, Kribbeln oder Jucken in den Beinen sowie schweren und müden Beine belegt. Hier beeindrucken vor allem die Ergebnisse einer randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten Studie von 2000 zur Wirksamkeit von oral verabreichtem Extrakt aus rotem Weinlaub bei chronisch venöser Insuffizienz.

Trauben und Kerne

Die Traubenkerne und -schalen verfügen zudem über Polyphenole mit antioxidativem Effekt. Dass frische Trauben nicht nur Wasser und Kohlenhydrate enthalten, sondern auch Proteine, Kalium und Vitamine dürfte den meisten bekannt sein. Getrocknet wirken die Beeren blutbildend, blutreinigend, desinfizierend und belebend.

Blaue Weintrauben enthalten Pigmente , die venenstärkende Wirkung haben sollen. Wissenschaftliche Studien haben außerdem einen hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren im Weintraubenkernöl nachgewiesen.

Blüten der Weinrebe

In der Volksmedizin kommen selbst die Blüten der Weinrebe zur Anwendung. Zu Tee verarbeitet oder als Einreibung sollen die Weinblüten bei leichten Lähmungserscheinungen, ausgelöst durch zu stark beanspruchte oder geschädigte Rückenmarksnerven, lindern.

Nebenwirkungen

Mundtrockenheit, Unwohlsein, dyspeptische Beschwerden, Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen und Hautreaktionen können als Nebenwirkung bei der Einnahme von Extrakten aus Rotem Weinlaub auftreten. Auch Schwangere und Stillende sowie Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sollten auf die Einnahme von Weinreben-Präparaten verzichten, da nicht genügend Daten für diese Zielgruppe vorliegen.

Für 2023 plant der Verein NHV Theophrastus weitere wissenswerte Informationen rund um diese Heilpflanze 2023 auf seiner Webseite zu veröffentlichen. Hier geht's zur Pressemitteilung des Vereins.

Ein Artikel von Martina Seifert

Freie Autorin, Text, Lektorat

Hegede 6
33617 Bielefeld

www.martinaseifert.de

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