Museum auf Rezept

Weil Kunst gesund macht

Museum auf Rezept
Foto: Pixabay

von Conny Dollbaum-Paulsen
(letzte Überarbeitung: 13. November 2022)

In Brüssel gibt es seit September Museumsbesuche auf Rezept. Durch das Engagement der Brüsseler Kulturschöffin Delphine Houba ist eine Partnerschaft zwischen der Stadt Brüssel und dem Brugmann-Krankenhaus entstanden, wodurch Museumsbesuche auf Rezept möglich geworden sind.

Seit Mitte September läuft das zunächst auf drei Monate angelegte Pilotprojekt, bei dem Patient*innen bis zu fünf Museumsbesuche inklusive drei Begleitpersonen auf Rezept erhalten können. Immer dann, wenn Therapeut*innen und Ihre Patient*innen und Klient*innen das gefühl haben, ein Museumsbesuch könnte heilsam sein und den Zustand verbessern, wird einfach eine Eintrittskarte als Rezept ausgestellt.

Dem zu Grunde liegt neben leidenschaftlichen Engagement eine handfeste Studie der WHO von 2019, die der Frage nachging, inwieweit die Auseinandersetzung mit Kunst einen therapeutischen Wert für die körperliche und geistige Gesundheit hat. Die Antwort war ein klares JA – der Einfluss ist signifikant.

„Es gibt umfassende Belege zu den gesundheitlichen Vorteilen der Kunst“, heißt es in ihrem Bericht. Kunst bietet vielversprechende Möglichkeiten, schwierige oder komplexe Probleme anzugehen, für die derzeit noch keine adäquaten Lösungen bestehen”.

Wirklich ganzheitlich gedacht

Delphine Houbas Engagement wirft ganz neues Licht auf psychotherapeutische Interventionen – wobei Kunst als Raum aller möglichen Welten doch so offensichtlich therapeutisches Potenzial hat: als Raum, in dem Unsagbares gezeigt werden kann, in dem Ängste, Mut, Zweifel und Schönheit gleichermaßen ausgedrückt und geteilt werden können, in dem Menschen ihre Grenzen und Fesseln hinter sich lassen können. Weil das in der Kunst eben möglich ist.

Es ist wunderbar, wenn therapeutisches Denken und Handeln über klassische Therapie hinausgehen darf. Wenn es auch in schulmedizinsichen Kontexten immer selbstverständlicher wird, die ganze Bandbreite heilsamer Impulse als gleichwertig einzubeziehen. Ob Naturerlebnisse, tiergestützte Arbeit, ob Gebet, Tanz oder eben Kunst: die Zahl und Vielfältigkeit der ganzheitlich möglichen Impulse ist immens und erweitert das Spektrum der Medizin enorm.

Mehr zum Pilotprojekt, zur Studie insgesamt und darüber hinaus unter:
https://goodnews-magazin.de/museumsbesuch-auf-rezept-in-bruessel/

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