Geburtsbegleiterin der besonderen Art

Was ist eine Doula?

Geburtsbegleiterin der besonderen Art
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von Heilnetz-Beitrag

Eine Doula ist eine nichtmedizinische Helferin. Sie steht einer werdenden Mutter vor, während und nach der Geburt emotional und körperlich zur Seite. (Wikipedia)

Eine Doula ist eine Schwangerschafts- und Geburtsbegleiterin ohne die Qualifikationen und Tätigkeiten einer Hebamme.

Der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Dienerin der Frau“.

Doulas begleiten die Frauen im Idealfall während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. Sie sind einfühlsame Frauen, die am besten schon eigene Geburten erlebt haben oder bei mehreren Geburten im Hintergrund anwesend waren, also Erfahrungen gesammelt haben.

Der Begriff „Doula“ hat sich in den USA entwickelt und wird jetzt auch im Deutsch sprachigen Raum verwendet.

Jede Frau kann prinzipiell als Doula eine Gebärende unterstützen, indem sie hilft, Ablenkungen oder Ansprüche des Umfeldes von der Gebärenden fernzuhalten und den Partner und ggf. ältere Kinder zu unterstützen. Sie sollte auf jeden Fall in der Lage sein, Ruhe und Vertrauen zu verbreiten und die involvierten Menschen zu beruhigen. Sie kümmert sich um die menschlichen Bedürfnisse der Gebärenden. Eine medizinisch ausgerichtete Ausbildung benötigt sie nicht. Im Gegenteil: sie sollte Vertrauen in die natürlichen Fähigkeiten des weiblichen Körpers und der instinktiven Wahrnehmungen und Impulse der Schwangeren und Gebärenden haben, ohne sorgenvolle Gedanken.

Eine gute Doula sollte sich allerdings durch Lehrgänge, Literatur, Recherchen, Gespräche und Erfahrungen weiter bilden. Es gibt auch Ausbildungen für Doulas in Deutschland.

Die ausgebildete Doula kann alle Beteiligten aufgrund ihrer Kenntnisse kompetent auf menschlich-seelischem Gebiet unterstützen. Sie kann auch die Hebamme unterstützen, indem sie für die seelischen Belange der Schwangeren und Gebärenden und bei der Nachbetreuung zur Verfügung steht.

Was ist der objektive Nutzen einer Doula?

Folgend Vorteile wurden in Studien festgestellt:

Es gibt eine signifikante Verringerung der Interventionen.

  • Die Kaiserschnitt-Rate sinkt um 50%
  • die Rate des Einsatzes von Geburtszange oder Saugglocke sinkt um 40%
  • die Nachfrage nach einer PDA (Schmerzblockade) sinkt um 60%
  • die Oxytocin-Verabreichung („Wehentropf“) sinkt um 40%
  • die Geburtsdauer verkürzt sich um 25%

Eine neuere Studie der University of Toronto bestätigt dies. Zusätzlich kommt diese Studie zum Ergebnis, dass die Vorteile einer Begleitung durch eine Doula um so größer sind, je früher die Begleitung beginnt, besonders wenn die Doula nicht zum Personal des Krankenhauses gehört. Die Doula sollte also eine mit der Gebärenden vertraute Person sein. (Quelle: Webseite Doula-Verbund Deutschland e.V.: Hodnett u.a. Cochrane Database, Systemic Review 2003, (3):CD 003766/DHZ Deutsche Hebammenzeitschrift 12, 2003, S.4 ff. )

Hebammen stehen heutzutage immer mehr unter Zeitdruck und unter rechtlichem Druck. Sie können eine Doula nicht ersetzen.

Die Angst der Schwangeren und Gebärenden vor dem Alleingelassen-Werden hat einen hohen Anteil an den Ursachen für Komplikationen bei der Geburt und während der Schwangerschaft.

Hebammen geben immer häufiger ihren Beruf auf oder werden durch Schließungen von geburtshilflichen Abteilungen in Kliniken betroffen. Dadurch haben die noch tätigen Hebammen immer weniger Zeit für die einzelne Gebärende. Und sie haben strenge rechtliche Vorgaben für ihre Untersuchungen und für die Dokumentation ihrer Diagnosen. Diese vielen vorgeschriebenen Kontrollen stören den seelischen Anteil des Gebärens, und so verursachen sie einen Teil der Komplikationen, die sie eigentlich verhindern sollen. Der Stress, unter dem die Hebammen stehen, überträgt sich auf die Gebärende.

Jedes Säugetier braucht Rückzug, Ungestörtheit und das Gefühl der Geborgenheit in einer vertrauten Umgebung beim Gebären. Das ist beim „Säugetier Mensch“ nicht anders.

Eine Doula kann dies Bedürfnis besonders gut unterstützen.

Es gibt 2 Vereine für Doulas:

  • Doulas in Deutschland e.V., der vor allem die dort ausgebildeten Doulas vertritt. Er macht zur Auflage, keine Alleingeburten (Geburten ohne medizinisches Personal) zu begleiten
    https://www.doulas-in-deutschland.de/
  • Doula-Verbund Deutschland e.V. Er ist offen für alle Doulas, unabhängig von Ausbildung oder Überzeugung. Er respektiert die Selbstbestimmung der Gebärenden bezüglich Geburtsort oder gewünschten Geburtsumständen.
    https://www.doula-verbund-deutschland.de/

Ein Artikel von Cora Brandt

Heilpraktikerin

Cora Brandt Heilpraktikerin Heilerin

Falkenstr. 21
33803 Steinhagen

www.cora-brandt.de

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