Studie zur Wirksamkeit von Achtsamkeit und Entspannung

Was hilft bei Tinnitus?

Studie zur Wirksamkeit von Achtsamkeit und Entspannung

von Andrea Kornfeld, Heilpraktikerin, Hörtherapeutin, Autorin

Noch immer werden Tinnitusbetroffene mit den Worten "Damit müssen Sie leben" sich selbst überlassen. Das jedoch widerspricht komplett der aktuellen Forschung.

Immer mehr Therapieansätze werden auf ihren Einfluss auf das Tinnitusgeschehen untersucht und als wirksam befunden.
Dass dabei stressreduzierende Methoden eine durchweg positive Wirkung auf das Tinnituserleben haben können, ist bekannt: So werden sowohl im stationären als auch ambulanten Bereich bei Tinnitus und Geräuschempfindlicheit seit jeher Entspannungsverfahren wie Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung sowie Taiji oder Qigong zumindest als begleitende Therapiemodule eingesetzt.
Und seit jeher bestätigen Betroffene die Wirksamkeit dieser Methoden, was wenig überraschend ist, greifen sie doch direkt in den Teufelskreis aus körperlicher und psychischer Anspannung ein, die ihrerseits wiederum die Belastung durch die Ohrgeräusche erhöhen.

Klinische Studien bestätigen das Empfinden der Betroffenen

Auch Studien belegen immer wieder die positiven Auswirkungen stressreduzierender Behandlungsansätze.
Äußerst interessant ist in diesem Zusammenhang nun die Frage, ob diese Metoden im Prinzip austauschbar - weil gleichermaßen wirksam - sind, oder ob es bezüglich des Tinnitusgeschehens "wirksamere" und "unwirksamere" Ansätze gibt.
Eine neue britische Studie scheint nun den Nachweis erbracht zu haben, dass im direkten Vergleich von Achtsamkeitsmeditation und dem Entspannungstraining nach Öst erstere Methode eine höhere Wirksamkeit auf das Tinnituserleben hat, und zwar in positiver Hinsicht.

Aussagekraft der Studie

Leider wurde jedoch in der Studie nicht berücksichtigt, dass unter den TeilnehmerInnen des Entspannungstrainings eine nicht unbedeutende Anzahl an Menschen mit nachgewiesener Schwerhörigkeit .
Nun gibt es viele Theorien zur Entstehung von Ohrgeräuschen, und nicht alle Einflüsse können schlüssig erklärt oder gar in ein Ursache-Wirkungs-Korsett gezwängt werden.
Dass Schwerhörigkeit und Tinnitus sehr häufig vergesellschaftet sind, ist jedoch hinlänglich bekannt. Und leidert schmälert genau das die Aussagekraft der Studie doch erheblich.

Fazit für Betroffene

Für Menschen mit Tinnitus gibt es nun eine gute sowie eine schlechte Nachricht.
Die schlechte könnte lauten: Im weiten Feld der Achtsamkeits- und Entspannungsverfahren gibt es bis jetzt noch keine studienbelegte Orientierungshilfe.
Die gute Nachricht: Betroffene dürfen sich bei der Wahl einer für sie geeigneten Methode auf ihre eigenen Vorlieben und auch auf ihr Bauchgefühl verlassen und zu ExpertInnen in eigener Sache werden.
Denn: Am wirksamsten ist wahrscheinlich genau die Methode, die nicht "nur" langfristige Effekte hat, sondern auch unmittelbar guttut, die Spaß macht und die ich auch einmal freiwillig zu Hause übe.
Die Auswahl ist groß genug!

Ein Artikel von Andrea Kornfeld

Heilpraktikerin, Audiotherapeutin (DSB)

Praxis für Chinesische Medizin und Naturheilverfahren

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