Vom Garten auf die Haut

Vom Garten auf die Haut
© Freya Verlag

von Martina Seifert, Texterin, Lektorin, Yogalehrerin

Schrumpelige Möhren, welkendes Basilikum und abgelaufener Jogurt - sieht nicht gerade lecker aus. Aber wohin mit den guten Lebensmitteln, wenn nicht in die Tonne? Und dass, obwohl ich Foodwaste strikt vermeiden will?! Therese Lins liefert mit ihrem Buch die passende Antwort: "Vom Garten auf die Haut. Nachhaltige Pflegeprodukte aus Lebensmitteln".

Zauberei mit Lebensmittelresten

Die Autorin und Kräuterexpertin Iris Therese Lins aus Österreich ermöglicht mir mit Ihrem Buch "Vom Garten auf die Haut" die Sache in die Hand zu nehmen und gleich drei Dinge auf einen Schlag zu erledigen: Naturkosmetik selbst herzustellen, Müll zu vermeiden und nicht mehr ganz so appetitliche Lebensmittel sinnvoll zu verarbeiten, statt zu entsorgen. "Für mich ist es immer wieder erstaunlich, was sich aus solchen Resten alles zaubern lässt", schreibt die Autorin. Das kann ich zweifelsohne bestätigen, nachdem ich einige der Rezepte aus ihrem Buch getestet habe.

Die völlig unkomplizierten Kreationen bestehen aus wenigen, vorzugsweise saisonalen und regionalen Zutaten, sodass nicht erst umfangreich eingekauft werden muss, sondern das verwendet werden kann, was der Küchenvorrat sowieso hergibt oder noch im Garten gepflückt werden kann. Außerdem lassen sich die Rezepte ohne Weiteres abwandeln. Für Experimentierfreudige wie mich genau das Richtige! Hinzu kommt, dass ich genau weiß, was in den selbstgemachten Pflegeprodukten steckt. Ade Mikroplastik, Giftstoffe, Verpackungsmüll und Tierversuche!

Eine Vielfalt an Naturkosmetik-Rezepten

Die vielen Rezepte sind nach Zutaten wie Gemüse oder Obst, Milchprodukte oder Kaffeesatz geordnet, sodass ich bei meiner Suche nach Karotten gleich fündig werde: eine reinigende Gesichtsmaske bestehend aus drei Esslöffeln geriebener Möhre, zwei Esslöffel Heilerde und ein Teelöffel Öl. Die etwas krümelige, schnell angerührte Maske lasse ich ca. 15 Minuten einwirken. Wow! Danach fühlt sich die Haut richtig erfrischt und weich an und mein herbstlich fahles Gesicht hat wieder an Farbe gewonnen!

Die Gesichtsmaske mit dem bezaubernden Namen "Hippie-Love" muss ich natürlich auch ausprobieren. Dazu benötige ich nur knapp drei Esslöffel Tomatenmus (aus klein geschnittenen oder pürierten Tomaten), einen Teelöffel Honig, einen Teelöffel entöltes Kakaopulver und einen Teelöffel Roggenmehl oder Mohn. Auch diese Maske zeigt, nachdem ich sie sanft einmassiert und 15 Minuten habe einwirken lassen, einen tollen, reinigenden Effekt. Die Haut fühlt sich super weich und glatt an!

Neben Gesichtsmasken finden sich in Therese Lins Buch auch Rezepte für Cremes, Lotionen, Badezusatz, Fußbad und vieles mehr. Alles ist fix angerührt. Einige Mischungen sind so appetitlich, dass sie nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich genossen werden können. Entsprechende Anmerkungen weisen die Leser*innen darauf hin, sodass eine Maske auch leicht mal als leckeres Dessert serviert werden kann.

Fazit: Das liebevoll gestaltete Rezept-Buch mit vielen Fotos und Illustrationen sowie wissenswerten Hintergrundinformationen zu den Inhaltsstoffen bereichert jeden Haushalt – nicht nur im Frühling und Sommer, sondern auch in der kalten Jahreszeit. Ein wunderbares Geschenk für alle, die sich von unnötigem Konsum, der Lebensmittelverschwendung und dem Plastik- und Müllwahn verabschieden möchten.

"Vom Garten auf die Haut" kann im Buchhandel um die Ecke bestellt werden oder bei buch7, dem Online-Buchhandel mit sozialer Seite.

Vom Garten auf die HautIris Therese Lins
Vom Garten auf die Haut: Nachhaltige Pflegeprodukte aus Lebensmitteln
176 Seiten, Flexocover
ISBN: 978-3-99025-392-2
€ 16,99
Freya Verlag

Autorin Iris Therese Lins

Iris Therese Lins, dipl. Krankenschwester, Kräuterpädagogin, dipl. Kräuterexpertin (FNL) und Grüne Kosmetik-Pädagogin gründete 2010 das Projekt "Unser Kräuternest" – eine Kräuterwerkstatt für Kinder & Jugendliche und ist Autorin des Buches "Kräuternest". Kontakt per E-Mail info@kraeuternest.at oder über die Webseite Kräuternest.

Ein Artikel von Martina Seifert

Freie Autorin, Text, Lektorat

Zum Profil von Martina Seifert
 

 

Mehr Good News ►

Zurück