Studie zur Synchronisation von Atmung und Herzschlag beim Musikhören

Musik verbindet

Studie zur Synchronisation von Atmung und Herzschlag beim Musikhören
© Pixabay

von Martina Seifert, Texterin, Lektorin, Yogalehrerin
(letzte Überarbeitung: 29. Dezember 2023)

Musik vermag unsere Herzen zu berühren und verbindet uns auf tiefgreifende Weise. Doch wie und warum tangiert uns gemeinsames Musikhören so sehr? Dieser Frage gingen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einem wegweisenden Forschungsprojekt nach. Das Ergebnis ist faszinierend! Denn das gemeinsame Erleben von Musik berührt nicht nur zutiefst unsere Herzen, sondern lässt sie im selben Takt schlagen.

Synchronisation von Atmung und Herzschlag

Musik zu erleben, gemeinsam einem Konzert zu lauschen, ist etwas ganz Besonderes, das wir uns nicht allein für feierliche Anlässe wie die Advents- und Weihnachtszeit vorbehalten sollten. Denn Musik verbindet. Eine aktuelle Studie der Zeppelin Universität Friedrichshafen, die in Zusammenarbeit mit der Universität Bern und dem Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik in Frankfurt am Main durchgeführt wurde, wirft ein neues, strahlendes Licht auf die transformative Kraft der Musik.

In diesem Langzeitprojekt mit dem Namen Experimental Concert Research wurden Klassik-Konzerte intensiv untersucht, um die Auswirkungen des Musikhörens auf physischer und emotionaler Ebene der Konzertbesucher:innen zu erforschen. Über mehrere Jahre hinweg wurden Daten bei Klassik-Konzerten gesammelt und ausgewertet. Dabei machten die Forscher:innen eine faszinierende Entdeckung: Nicht nur die offensichtlichen Reaktionen, wie das rhythmische Mitwippen im Takt, synchronisierten sich, sondern auch die Herz- und Atemfrequenzen der Konzertbesucher:innen glichen sich an. Dieses bemerkenswerte Phänomen verdeutlicht die kraftvolle Verbindung von Musik und den Menschen, die sie gemeinsam hören.

Musik synchronisiert Herzen und Atem

Prof. Martin Tröndle, Professor an der Zeppelin Universität und Leiter der Forschungsgruppe, äußerte sich zu diesen Erkenntnissen wie folgt: "Dass die Musikerfahrung nicht nur geistig, sondern auch körperlich ist, ahnten wir schon lange. Nun konnte das auch im Konzert gezeigt werden." (Quelle swr.de)

Die Konzertbesucher:innen wurden nicht nur für diese Studie verkabelt, sondern auch befragt. Dieser umfassende Ansatz ermöglichte es dem Forschungsteam, die Erlebnisse der Konzertbesucher:innen auf bisher einzigartige Weise zu analysieren. Die Verbindung von physischen Daten mit den subjektiven Erfahrungen der Zuhörer:innen verleiht der Studie besondere Tiefe.

Musik schafft Gemeinschaft

Die zentrale Frage des Forschungsprojekts lautete: "Was macht das Erlebnis in einem Konzert mit klassischer Musik heute aus?" Die Studie, die nicht nur das Musikerlebnis an sich, sondern auch die Bedeutung klassischer Konzerte für die Bildung von Gemeinschaft beleuchtet, gibt Antwort: Klassische Konzerte verfügen über ein enormes Potenzial, Gemeinschaft zu schaffen. Dieser Effekt wird teilweise auf die physische Anwesenheit der Musikerinnen und Musiker im selben Raum zurückgeführt. Wenn Herz und Atem im selben Takt schlagen, fühlen sich die Konzertbesucher:innen auf einer tieferen Ebene verbunden, - eine Verbindung, die über die rein musikalische Erfahrung hinausgeht.

Die Bedeutung dieser Studie erstreckt sich weit über die wissenschaftliche Gemeinschaft hinaus. Ihre Ergebnisse könnten Konzertveranstalter:innen helfen, ihre Programme und Veranstaltungen entsprechend zu gestalten und ein breiteres Publikum anzusprechen. Wenn wir verstehen, wie die Musik nicht nur unsere Sinne, sondern auch unsere physische Verfassung beeinflusst, können wir gezielt dazu beitragen, das gemeinsame Konzerterlebnis zu verbessern, um die positiven Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Zuhörer:innen voll auszuschöpfen.

Heilende Kraft der Musik

Die Verbindung von Musik, Herz und Atem ist ein faszinierendes Forschungsgebiet, das weiterhin untersucht werden sollte. Zusätzliche Studien könnten sich auf verschiedene Musikgenres konzentrieren, um festzustellen, ob die Synchronisation von Herz und Atem beim Musikhören universell ist oder ob sie von der Art der Musik abhängt. Darüber hinaus könnten zukünftige Forschungen die potenziellen Anwendungen dieser Erkenntnisse im Bereich der Musiktherapie und der Förderung des allgemeinen Wohlbefindens vertiefen.

Fazit

Die Synchronisation von Herz und Atem beim Musikhören zeigt uns, dass die Verbindung zwischen Musik und dem menschlichen Körper und Geist tiefer ist, als wir es uns vielleicht vorgestellt haben. Diese Erkenntnisse eröffnen neue Wege für die Nutzung der heilenden Kraft der Musik und die Förderung eines tiefen Verständnisses für die Bedeutung des gemeinsamen Musikerlebnisses. Die nächste Zeit wird zeigen, wie diese Erkenntnisse in der Praxis umgesetzt werden und wie sie das Musikerlebnis für uns alle weiter bereichern können.

Die Studie wurde Ende November 2023 bei einer zweitägigen Konferenz in Friedrichshafen vorgestellt.

Ein Artikel von Martina Seifert

Freie Autorin, Text, Lektorat

Hegede 6
33617 Bielefeld

www.martinaseifert.de

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