Mond-Methode zur Empfängnis und Verhütung

Kosmobiologische Empfängnisplanung

Mond-Methode zur Empfängnis und Verhütung
© Pixabay

von Martina Seifert, Texterin, Lektorin, Yogalehrerin

Seit Jahrhunderten beschäftigt sich die Menschheit mit dem Thema Empfängnisverhütung. Vor allem Männer haben sich immer wieder Gedanken zur Verhütung gemacht. Kein Wunder, dass bei den ganzen Überlegungen und Forschungsarbeiten so manche obskure Antikonzeptiva herausgekommen sind, wie beispielsweise der Ratschlag eines griechischen antiken Gynäkologen des Altertums, Soranos von Ephesos (98 bis 138 n. Chr.):

„Die Frau soll in dem Augenblick des Höhepunktes, da der Mann seinen Samen ausstößt, den Atem anhalten und ihren Körper zurückziehen, sodass der Samen nicht in den Muttermund eindringt. Dann soll sie sich aufrichten, eine hockende Stellung einnehmen und ein Niesen provozieren.“

Verhütungsmittel Nummer 1: die Pille

Heute schmunzeln wir vielleicht angesichts solch kurioser Tipps zur Verhütung, aber eine optimale und für alle Geschlechter zuverlässige und nebenwirkungsfreie mechanische, chemische oder hormonelle Lösung gibt es auch heute noch nicht. Im Gegenteil: die Pille, das laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) immer noch meist genutzte hormonelle Verhütungsmittel, gilt in Expert*innenkreisen als lebensgefährliches Medikament, insbesondere die Mikropille, kann diese doch eine lebensbedrohliche Thrombose auslösen. Weitere Informationen zu gesundheitlichen Risiken der Pille finden Sie auf der Webseite Risiko Pille – Initiative Thrombose-Geschädigter.

Natürliche Verhütung: die kosmobiologische Geburtenkontrolle

Es geht aber auch anders. Mit der kosmobiologischen Empfängnisplanung sollen Frauen auf ganzheitliche, natürliche Weise und ohne schädliche Nebenwirkungen eine Schwangerschaft vermeiden oder – wenn gewollt – sich ihren Kinderwunsch erfüllen können. Die Methode der kosmobiologischen Geburtenkontrolle geht auf den tschechoslowakischen Psychiater, Gynäkologen und Astrologen Dr. med. Eugen Jonas zurück, der 1956 die Bedeutung der Mondphasen für die Fruchtbarkeitszyklen der Frau wiederentdeckte -, ein Zusammenhang, der bereits in den Schriften alter ägyptischer, babylonisch-assyrischer, chinesischer und indischer Kulturen zur Erwähnung kommt.

Höchste Empfängnisbereitschaft

Veröffentlicht wurde Jonas‘ Methode als sogenannte Mondphasenwinkel-Theorie. Laut dieser Theorie besteht bei einer Frau die größte Fruchtbarkeit und Empfängnisbereitschaft, wenn die jeweils aktuelle Mondphase mit derjenigen übereinstimmt, die zu ihrer Geburtszeit herrschte – ähnlich wie beim Biorhythmus. Wurde die Frau beispielsweise bei Vollmond geboren, so erreicht sie bei Vollmond immer wieder ihren kosmobiologischen Empfängnishöhepunkt, wurde sie hingegen bei Neumond geboren bei jedem wiederkehrenden Neumond und wenn sie fünf Tage vor Vollmond das erste Mal das Licht der Welt erblickte, fünf Tage vor jedem Vollmond. In der Astronomie wird die Zeitspanne zwischen diesen aufeinanderfolgenden Zeitpunkten gleicher Mondstellungen als synodische Mondumlaufzeit oder Periode bezeichnet, die knapp 30 Tage dauert ähnlich dem biologischen Zyklus der Frau. Dieser neben dem Menstruationszyklus bestehende zweite, individuelle Fruchtbarkeitszyklus einer Frau soll während ihrer gesamten gebärfähigen Zeit gelten. Fallen die fruchtbaren Tage beider Zyklen zusammen, so soll die Wahrscheinlichkeit einer Empfängnis am höchsten sein.

Verhütung oder Kinderwunsch?

Die Berechnung des zweiten Fruchtbarkeitszyklus, der sich nach dem Mond richtet, soll nicht allein der zuverlässigen und natürlichen Empfängnisverhütung dienen, sondern auch der gezielten Empfängnisplanung bei bestehendem Kinderwunsch und – darüber hinaus – der Wahl des Geschlechts des Kindes. Denn je nachdem, ob die Empfängnis in einem weiblichen Sternzeichen (Stier, Krebs, Jungfrau, Skorpion, Steinbock, Fische) oder männlichen (Widder, Zwilling, Löwe, Waage, Schütze, Wassermann) erfolgt, soll sich ein Mädchen oder Junge entwickeln.

Jonas beruft sich auf rund 30.000 in der damaligen Tschechoslowakei durchgeführte Studien und Berechnungen mit einer Trefferquote von 98 Prozent bis 100 Prozent. Leider kam es nie zur Veröffentlichung der Untersuchungen.

Literatur zur kosmobiologischen Geburtenkontrolle

1988 erschien die erste Auflage des Taschenbuches "Kosmobiologische Geburtenkontrolle" von Shalila Sharamon und Bodo J. Baginski*, das mittlerweile das bekannteste populärwissenschaftliche Buch zur kosmobiologischen Empfängnisverhütung und -planung nach Dr. Eugen Jonas ist. Der rund 240 Seiten umfassende Ratgeber enthält neben einer grundlegenden Einführung in die Methode einen kosmobiologischen Fruchtbarkeitskalender bis einschließlich 2020. Anhand der Tabellen lassen sich die fruchtbarsten Tage unkompliziert für jeden Monat errechnen. Leider ist das Buch vergriffen, kann aber antiquarisch über das Internet erworben werden. (Shalila Sharamon, Bodo J. Baginski: „Kosmobiologische Empfängnisplanung: Die natürliche und zuverlässige Methode zur Empfängnisverhütung und Empfängnisplanung“, Aitrang 1988)

Eine weitere Möglichkeit, den Monphasen-Zyklus schnell und unkompliziert zu errechnen, finden Sie im Internet auf der Webseite leichte.info.

Fazit

Die beiden Autor*innen haben für ihr Buch "Kosmobilogische Geburtenkontrolle" sehr viel Zustimmung von zahlreichen Anwenderinnen dieser Methode erhalten (darunter auch die Autorin dieses Artikels). Doch wie zu vielen anderen alternativen Heilmethoden liegen auch zur kosmobiologischen Geburtenkontrolle mehrere wissenschaftliche Untersuchungen vor, die diese zu widerlegen versuchen :
Abell GO, Greenspan B., Human births and the phase of the moon, N Engl J Med. 1979 Jan 11;300(2): 96
Guillon P, Guillon D, Lansac J, Soutoul JH, Bertrand P, Hornecker JP., Births, fertility, rhythms and lunar cycle. A statistical study of 5,927,978 births. J Gynecol Obstet Biol Reprod (Paris). 1986;15(3):265-71
R. Martens, I. Kelly, D. H. Saklofske: Lunar phase and birth rate: A fifty-year critical review", Psychological Reports, 1988, 63, 923-93
Periti E, Biagiotti R, Lunar phases and incidence of spontaneous deliveries. Our experience, Minerva Ginecol. 1994 Jul-Aug;46(7-8):429-33
I. Kelly R. Martens: "Lunar phase and birthrate: An update", Psychological Reports, 75, 507-511

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