Erfahrungen mit einem Projekt

8 Jahre Heilnetz

Erfahrungen mit einem Projekt

von Conny Dollbaum-Paulsen

Geschafft! Gefreut! Gelungen! Am 15. Januar 2010 ging Heilnetz OWL mit 55 mutigen und loyalen KollegInnen online -  sehr lustig: sie hatten sich schriftlich oder per Fax angemeldet, weil wir es damals sinnvoll und natürlich rechtlich einwandfrei fanden, per Brief auf unser Projekt aufmerksam zu machen (3500 waren es im ersten Rutsch, die wir verschickten!!!). Aus einer Idee, einem Traum in einer Märznacht 2009, war Realität geworden. Wir saßen zu viert, Eva Kuhlmann als Heilnetzfrau, Horst Krückemeier als Grafiker und Andreas Bethge als Programmierer und ich, Conny Dollbaum, im Bielefelder Ratscafé und waren aufgeregt, erschöpft und glücklich: Heilnetz OWL war online…

Ein halbes Jahr Vorbereitung, viele graue Haare, erste Zweifel und sehr viel Arbeit lagen hinter uns, eine neue Dimension war, zumindest für mich, geboren. Nach 20 Jahren als Heilpraktikerin und Dozentin war der Schritt in eine viel größere Öffentlichkeit ein erheblicher. Aus der Heilarbeit in die Präsenzarbeit – ohne dass es mir so richtig bewusst war, hatte ich die Ebene gewechselt.

Das war blauäugig (zum Glück), von Begeisterung getragen (bis zum heutigen Tag), sehr mutig (unbewusst) und sehr sehr busy (tja…). Die Idee, das gesamte Gewebe ganzheitlich orientierter Berufe und Angebote zu präsentieren, war fester Bestandteil meines Seelengewandes - anders gesagt: Ich hatte keine Chance, Heilnetz nicht zu machen. Das sehe ich aber erst im Rückblick…

In jedem Fall gibt es seitdem ein werbefreies, fachkundig und seriös begleitetes Netzwerk ganzheitlicher GesundheitsanbieterInnen - und das ist eine richtig gute Nachricht.

Die erste Dankesreihe

In diesem ersten Abschnitt gilt mein Dank natürlich allen, die sich als HeilnetzerInnen von Beginn an mit auf die Reise gemacht haben: Ihr seid großartig. Im Besonderen sind das Eva Kuhlmann, die vom ersten Moment mit dabei war und sehr viel Herzblut fließen ließ, um Heilnetz zu ermöglichen; Horst Krückemeier, der Heilnetz zu einem wirklich schönen und ansprechenden Portal machte, Andreas Bethke, der Heilnetz technisch ermöglichte und, zentral und ohnegleichen, Barbara Daniel, die mir voller Vertrauen das nötige Startkapital lieh. Ihr habt vieles großzügig gegeben und mich sensationell unterstützt.

Anfangsjahre: Viel Kraft, viel Bewegung

Die Jahre 2011 bis 2014 waren von echter Umgrabearbeit geprägt: Die GbR-Gründung mit Eva Kuhlmann und Frank Best führte zu mehr Verbindung und Gemeinsamkeit, die neu dazukommenden weiteren Regionen hielten die Idee des „Größeren“ wach (immer ohne Akquise, die Menschen meldeten sich bei uns mit den Worten: „Ich möchte das auch für meine Region“), die Messeveranstaltungen sorgten für zunehmende Präsenz und Akzeptanz von Heilnetz in OWL. Dennoch zeigte sich auch: Arbeit gab es für drei, Erträge leider nicht. Ein Meilenstein war allerdings, dass die Sparkasse uns mittlerweile für kreditwürdig genug hielt, den ursprünglich privaten Kredit zu übernehmen. Ermutigt begannen wir mit den ersten Heilnetz-Abenden in der Turnerstraße – diese Begegnungen machten fühlbar, was ich immer meinte, wenn ich von „einem ganzheitlichen Gewebe“ sprach: Heilnetz-Abende zeigen die Vielfalt, bieten Raum für Respekt und Weite, schaffen das Gefühl von Zugehörigkeit ohne Dogma. Wir lernten und lernen viel über Toleranz, Akzeptanz und gegenseitige Wertschätzung.

Mein Dank für die Mitte

Manchmal sind nicht die ersten Jahre die wirklich schwierigen – sondern die Gründungsfolgejahre, wenn das Konzept noch wackelt, die Einnahmen nicht reichen und der Horizont unscharf wird. So wollten wir eigentlich gern eine Heilnetz-Akademie gründen und betreiben, was sich als schwierig erwies und auch unsere diversen Akquiseversuche machten nicht immer Mut auf mehr.  In diesen Jahren 2011-2015 gab es einige Menschen, denen ich besonders danken möchte: Frank Best, der mit Liebe zum Detail und großer Begeisterung an der GbR-Gründung beteiligt war, Alke Bauer und Barbara Daniel sowie Isabel Tinschmann (in der Not immer da!) für kompetente und loyale Arbeit in der Ausbildung unserer HP-Psychs, Jens Bundesmann und Susann Rinne für die ebenfalls kompetente und zuverlässige Betreuung unserer HP-Physios. Außerdem herzlichen Dank an Eva Reichmann für den Impuls, eine Messe zu veranstalten – und für die Hilfe dabei, dieses Unterfangen erfolgreich hinzukriegen, sowie an Eveline Decker, die in der Zeit das Büro betreute und mich damit an empfindlichen Stellen unterstützte.

2016: Wieder allein und doch getragen

Die Beendigung der GbR war ein tiefer Einschnitt – gefühlt war nicht mehr Arbeit, aber eine andere Verantwortung auf meinen Schultern. Zum Glück kamen neue KooperationspartnerInnen, die Redaktionsfrauen und jede Menge unterstützende Resonanz bei den Heilnetz-Abenden, so dass ich als Gründerin und Inhaberin, wenn auch manchmal etwas gebeutelt, weitermachen konnte und wollte.

Wunderbarerweise meldeten sich zunehmend KollegInnen aus den unterschiedlichsten Regionen: Aus Bayern und von der Nordsee, aus der Eifel und dem Bergischen Land – die Heilnetz-Idee begann ihre Wirkung auch da zu entfalten, wo es scheinbar gar keine direkten Verbindungen gab.

Ziemlich aktueller Dank

Heilnetz erhielt auch in den folgenden Jahren Unterstützung unterschiedlicher Art. Die Heilnetz-Aktivitäten benötigten beispielsweise neuen Raum, nachdem die Turnerstraße nicht mehr zur Verfügung stand – den stellte zunächst  Sabine Langscheidt unkompliziert und großzügig zur Verfügung, Gleiches gilt seit 2017 für Ela Buchwald von Einfach-Liebe. Die Technik betreute in diesen Jahren Martin Damken aus Berlin, der geduldig und kreativ an meiner Seite blieb, was sicher nicht immer einfach war. Außerdem sorgten und sorgen die Redaktionsfrauen Andrea Kornfeld, Martina Seifert und Natalie Nicola für eine Entwicklung unserer Inhalte, die KooperationspartnerInnen aller Heilnetze brachten jeweils eine ganz eigene Energie und viele tolle Ideen mit, die Heilnetz Stück für Stück besser machen.

Mit dem Ureigenen in Gemeinschaft sichtbar sein

Das eigene Anliegen als Geschenk an die Welt nach außen bringen ist ein Thema, das die meisten, die im Bereich Ganzheitlichkeit tätig sind, gut kennen. Die innere Sehnsucht wächst, dem Herzen zu folgen, die Dinge zu tun, die wir am eigenen Leib als heilsam erfahren. Dass damit auch Selbständigkeit und UnternehmerInnentum verbunden ist, steht oft nicht im Visions-Programm. Denn tatsächlich gilt es, präsent zu sein ohne sich zu verbiegen. Die eigene Arbeit mutig voranzubringen, ohne laut zu werden. Sich mit anderen zu verbinden, ohne sich zu verlieren.

Dass wir diese Arbeit meist allein in unseren Praxen tun, verstärkt das Gefühl des Einzelkämpfers meist – und genau da ist der tiefe Sinn von Heilnetz. Diese Illusion des Unverbundenen, des Alleinseins, der Konkurrenz bewusst zu machen und zu heilen. Es gibt keine Konkurrenz in unserer Arbeit, es gibt keinen Mangel an Möglichkeiten – wohl aber gibt es viele merkwürdige Ideen und Konzepte dazu, was Erfolg ist und wie wichtig es ist, dem zu folgen….

Ein gemeinsamer Dienst – eine gemeinsame Dienstleistung

Heilnetze verbinden Menschen. Die beteiligten ganzheitlich  arbeitenden KollegInnen werden einzeln und in der Gemeinschaft sichtbar und können auf diese Weise von Einzelnen gefunden und als Ganzes wahrgenommen werden.

Mag sein, dass reine Datenportale besser optimiert sind – daran arbeiten wir natürlich auch. Aber die Grundidee der Verbundenheit wird sicher von wenigen so deutlich gelebt und gestärkt. In den einzelnen Regionen (von denen es aktuell 13 gibt) treffen sich HeilnetzerInnen in ganz unterschiedlicher Weise, sie tauschen sich aus, unterstützen sich gegenseitig dabei, besser gefunden zu werden. Konkurrenz zu spüren heißt, Angst zu haben, Angst vor Mangel, davor, nicht überleben zu können als Kleinunternehmerin. Daran ist nichts falsch oder verwerflich, die allermeisten von uns kennen diese Angst und auch Konkurrenz oder das schreckliche Gefühl des Neids gut. Leider, oder zum Glück, basiert die Angst auf einem Irrtum, den wir gemeinsam erkennen und heilen können.

Hier gilt mein besonderer Dank den 10 Menschen, Dschungelscouts, die über das Jahr 2017 hinweg an einem neuartigen Online-Salutogenese-Instrument mitgearbeitet haben, aus dem letztlich das im Februar zu testende Vermittlungs-Tool beinahe zufällig entstehen konnte. Außerdem möchte ich denen danken, die im Laufe der Jahre immer mal wieder am AMAT-Projekt mitgearbeitet haben. Dieses ruht zwar gerade, aber ich bin sicher: Es ruht nur und wird noch umgesetzt werden.

Gemeinsam geht alles

Denn tatsächlich kommen wir gemeinsam IMMER weiter als allein. Und tatsächlich gibt es keine zwei KollegInnen, die dasselbe anbieten würden. Schon gar nicht dieselbe Art des Kontaktes, der Beziehung.  Studien zeigen: Mehr als 70 Prozent eines Therapieerfolges liegt in der Beziehung begründet, nicht in der Methode, die wir alle immer noch für so besonders wichtig halten. Nicht sollte uns davon abhalten, unser Wissen zu teilen, unsere Fähigkeiten zur Verfügung zu stellen, nichts heilt uns mehr, als Liebe, Gemeinschaft und Verbindung.

Heilnetze überall

Aus einem einzigen Netz in Ostwestfalen, mit 55 großartig offenen KollegInnen zu Beginn sind mittlerweile 13 Heilnetze mit 700  geworden – und es werden jeden Monat mehr. Und weil wir möchten, dass dieses Gewebe bundesweit spürbar wird, freuen wir uns riesig über KollegInnen aus dem weiten Bereich zwischen Therapie, Coaching, und Beratung – auch Institute finden wir toll als KooperationspartnerInnen- die unsere Idee fühlen und verstehen und Lust haben, sie weiterzutragen.

Für mich persönlich liegen unfassbar erlebnis- und lehrreiche Jahre hinter mir, die tiefgreifenden Transformationsprozesse (auch wider Willen) mit sich brachten. Ich durfte viel über meine inneren Konzepte lernen, über Erfolg, Scheitern, Präsenz, Loyalität, (Un)-Geduld, Freundschaft, Liebe, Neid, Konkurrenz und und und – und allein dafür gebührt mein Dank allen und allem.

Das (aktuell) ziemlich Wichtigste zum Schluss

Ganz besonders, und deshalb ganz zum Schluss, freue ich mich, seit dem 1.1.2018 erneut in Gemeinschaft zu arbeiten. Die Heilnetz GbR wird durch Hans Jürgen Fricke bereichert, der als Heilpraktiker und Programmierer wie geschaffen ist, die Heilnetz-Geschicke weiter mit zu gestalten. Außerdem ist er voller Humor, schlau und sehr geduldig – was will ich, was kann Heilnetz mehr erwarten?

Mit dieser GbR starten wir Ende Februar ein niegelnagelneues Online-Projekt – mehr dazu demnächst hier. Es wird viel zu berichten geben. Heilnetz OWL und Heilnetz Minden bleibt dabei in meinen Händen, ganz unabhängig von den Geschicken der Heilnetz GbR.

Seien Sie alle von Herzen gegrüßt, vor allem, wenn Sie bis hierher durchgehalten haben,
Ihre Conny Dollbaum-Paulsen

Die Autorin

Conny Dollbaum-Paulsen

Heilnetzgründerin, Inhaberin von Heilnetz OWL und Gesellschafterin on Heilnetz GbR, Präsenzcoach, Heilpraktikerin (seit 1993), freie Autorin, Erfinderin, langjährig tätig in der Heilpraktikerausbildung als Dozentin und Schulleitung, Beraterin für Unternehmungen mit Vision, Anliegensforscherin und zuständig für Präsenzfragen in Gesundheitsberufen; Gesamtredaktion aller Heilnetz-Inhalte

www.unternehmungen-mit-vision.de

 

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