Ein Märchen?

Gleich nebenan

Ein Märchen?
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von Heilnetz-Beitrag

Gleich nebenan gibt es eine Welt, die der unseren ganz ähnlich ist. Es gibt Meere und Kontinente. Vielerlei Landschaften, Berge, Täler und weite Ebenen vervollkommnen das Bild. Auch die Fauna und Flora ist von unserer kaum zu unterscheiden. Hier leben Menschen, wie du und ich. Sie werden geboren, leben ihr Leben und sterben irgendwann. So, wie bei uns.

Die Menschen halten ihre Welt für einen Planeten, einer Kugel gleich, so wie unsere Erde. So sieht sie auf dem ersten Blick ja auch aus. Und da die Menschen nie gelernt haben, richtig zu schauen, können sie auch nicht wahrnehmen, was sich hinter dem gewohnten Bild verbirgt. Die Augen sind nicht das Instrument, mit denen ein Mensch die WIRKLICHKEIT sehen kann. Das Sehen mit den Augen macht den Menschen blind. Wirkliches Schauen ist nur möglich, wenn er die Augen schließt und den Blick nach innen richtet.

Das wissen sogar Babys. Darum scheinen sie ja auch so viel zu schlafen. Die meiste Zeit sind sie nur in einem Dämmerschlaf, damit ihr Geist sich von der Freude der wirklichen Welt nähren kann. Ihr Engelslächeln zeugt davon.

Würde jemand, der in einer höheren Dimension zu Hause ist, diese Welt betrachten, von weit, weit oben, vielleicht mit einem Spezialteleskop, könnte er sehen, dass die Form dieser Welt eher einer Spirale gleicht, als einer Kugel.

Wie gesagt, diese Welt ist unserer sehr ähnlich.

Die Menschen dieser Welt beginnen ihr Leben auch als winziges Baby. Das gewundene Innere der Welt, dort wo die erste Kurve scheinbar aus dem Nichts entsteht, wird der Mensch geboren, natürlich von seiner Mutter, wie bei uns. Auf seinem Weg zum Erwachsensein begleiten jedes Kind zahlreiche Gefährten: Eltern, Großeltern, Geschwister, Freunde, Lehrer und viele mehr. Obwohl die großen Menschen dies anders sehen, lernen alle miteinander und voneinander. Jeder Lehrer ist genauso ein Schüler, wie jeder Schüler auch ein Lehrer ist. Obwohl alle Gefährten ihr Leben gleichzeitig miteinander verbringen, befinden sie sich an verschiedenen Stellen ihres spiralförmigen Lebensweges, ganz unabhängig davon, für wie alt sie sich halten. Wie kann das sein? fragst du dich vielleicht.

Vielleicht erklärt sich dieses Paradoxon so: Die Menschen glauben, sie würden eine zeitliche Strecke zurücklegen. Sie haben diese sogar in Zahlenabschnitte eingeteilt. Diese gliedern sich von Sekunden über Tage und Monate, bis hin zu Jahren, Jahrhunderten und Jahrtausenden.

Es ist ganz wie bei uns.

Auch jenen Menschen dort ist nicht klar, dass es die Zeit nicht gibt. Sie ist eine illusionäre Konstruktion. Vermutlich haben die Menschen diesen Umstand im Laufe ihrer selbst erfundenen Zeit vergessen. Kaum einer erinnert sich daran, dass es nur die Gegenwart gibt. Den einen Moment. Das Jetzt.

Und vermutlich ist genau das der eine Fehler, der dazu geführt hat, dass die Menschen nicht mehr wissen, was sie sind.

Während ein jeder voranschreitet und die Zeit vergeht, bewegt er sich in der Spirale in einem immer weiter werdenden Kreis. Hier erlebt er Freude und Leid, Liebe und Drama, Sehnsucht und Schmerz, Frieden und Krieg- in jedweder Form und Intensität. Je näher der Mensch der letzten großen Kurve kommt, umso ängstlicher wird er. Es ist schließlich allgemein bekannt, dass dann, spätestens dann, das Leben endet. Der Tod holt jeden mit seinen klammen Fingern. Dann ist der Mensch von einst steif, stumm und unbeweglich. Wie ein vermodernder Baumstamm löst er sich einfach auf.

Und was bleibt zurück? Nichts!  Außer einem Gefühl von Ausgeliefertsein und Grauen für die Zurückgebliebenen.

Das ist es, was die Menschen sehen. Wen wundert es, dass ihnen nicht die Wahrheit entgegen leuchtet? Sie sind eben blind. Wer nicht nach innen schaut, sieht nicht, dass der Körper nur eine Hülle ist, ein Vehikel. Mehr nicht. Was ist der Mensch? Der Mensch ist eine Addition von Reinem Bewusstsein und Körper. Anders ausgedrückt: Der Mensch ist eine Ausdehnung des Göttlichen Selbst, das eine Form angenommen hat.

Auch du bist kein Körper! Auch du bist reiner Geist!

Der Geist trägt alle Erfahrungen, die er als Mensch gemacht hat mit sich. Die Wachstumsstufe, die er im vorigen Leben erreicht hat, ist die Stufe, mit der er das nächste beginnt. Ja. Du hast richtig gelesen, du wirst als Mensch wieder geboren und all deine Erfahrungen bauen auf deinem letzten Erleben auf. Das Ziel dieser Lebensrunden ist, zu wachsen und sich zu entfalten. Hunderte, ja tausende Jahre und länger nehmen diese Runden in Anspruch. Jedes Bewusstsein hat schon zu allen Zeiten gelebt, jede Epoche und jedes Zeitalter erfahren. Jeder Mensch ist schon in jede Rolle dieses Weltentheaters geschlüpft, hat sie   durchlitten und genossen, die des Opfers und die des Täters, die des Sklaven und die des Herrn, die des Verfolgten und die des Jägers.

An diesen Ablauf erinnern sich allerdings nur die Menschen, die dem tieferen Ziel schon recht nah gekommen sind. Das tiefere Ziel dieses göttlichen Spiels ist, die eigene Identität zu erkennen und den wahren Platz in der Herrlichkeit des ewigen Lebens einzunehmen. Eines Lebens, das weder Leid, noch Tod kennt.

Wer endlich genug hat von den Ängsten, dem Leiden, den Dramen dieser Welt und ihren ewigen Runden, der wird einen Ausweg suchen. Und wer sucht, der wird finden! Der schließt seine Augen und blickt nach innen, dort wo alle Weisheit wohnt. Er wird auf seine Erfahrungen zurückblicken und erkennen, welchen Sinn sie hatten. Er wird seinen Widerstand loslassen und sein Herz für die Vergebung und die Liebe öffnen.

Und siehe, egal an welcher Stelle er gerade steht, er wird eine Tür erblicken, die er nie zuvor sah. Und es ist einerlei, ob er in dem Körper eines Babys steckt, eines Kindes, eines jungen oder alten Menschen: Wenn er die Tür öffnet und erblickt, wohin sie führt, wird er unverzüglich mit der gleichen freudigen Erwartung aus dem Körper eilen, wie ein Knabe aus dem Schultor springt.

Und dann erst beginnt das wahre Leben. Gleich nebenan.

Ein Artikel von GITTE MALOU WEIß

Weisheitslehrerin, Autorin

Spirituelles Schulungshaus

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