Aufruf des Dalai Lamas

Frieden in der Ukraine!

Aufruf des Dalai Lamas
© Pixabay

von Martina Seifert, Texterin, Lektorin, Yogalehrerin

Der Einmarsch der russischen Streitkräfte in die Ukraine am 24. Februar 2022 hat die Welt erschüttert. Seine Heiligkeit der Dalai Lama, Friedensnobelpreisträger und langjähriger Verfechter globaler Abrüstung, veröffentlichte am 28. Februar 2022 eine kurze Stellungnahme zur russischen Invasion in der Ukraine.

Verbundenheit

Das Oberhaupt des tibetischen Volkes, der 14. Dalai Lama, bekundet anlässlich des andauernden Krieges in der Ukraine auf seiner Webseite seine Trauer über das verursachte Leid und appelliert an alle Parteien, den Frieden rasch durch Aufnahme eines Dialogs wiederherzustellen. In seiner Erklärung ruft er zur Hoffnung auf und betont, dass der Weg weg von Gewalt und Konflikten hin zu einer friedlichen Weltgemeinschaft im Verständnis der Verbundenheit aller Menschen und aller Nationen liege.

Im Folgenden der Aufruf des Dalai Lamas in deutscher Übersetzung:

Hoffnung auf Dialog zur Wiederherstellung des Friedens in der Ukraine 28. Februar 2022

Der Konflikt in der Ukraine macht mich zutiefst traurig.

Unsere Welt ist so stark voneinander abhängig geworden, dass gewalttätige Konflikte zwischen zwei Ländern unweigerlich Auswirkungen auf den Rest der Welt haben. Krieg ist überholt – Gewaltlosigkeit ist der einzige Weg. Wir müssen ein Gefühl für die Einheit der Menschheit entwickeln, indem wir andere Menschen als Brüder und Schwestern betrachten. So werden wir eine friedlichere Welt aufbauen.

Probleme und Meinungsverschiedenheiten lassen sich am besten im Dialog lösen. Echter Frieden entsteht durch gegenseitiges Verständnis und Respekt für das Wohlergehen des anderen.

Wir dürfen die Hoffnung nicht verlieren. Das 20. Jahrhundert war ein Jahrhundert des Krieges und des Blutvergießens. Das 21. Jahrhundert muss ein Jahrhundert des Dialogs sein.

Ich bete, dass der Frieden in der Ukraine schnell wiederhergestellt wird.“

Die Erklärung des Dalai Lama folgte auf die Bekanntgabe der UN-Menschenrechtschefin Michelle Bachelet am Montag, den 28. Februar, über verletzte und getötete Zivilisten in der Ukraine.

Trauer über das Leiden

Auch andere spirituelle Lehrer und Lehrerinnen sowie Gemeinschaften reagieren auf den Krieg in der Ukraine wie Buddhistdoor Global (BDG), ein buddhistisches Online-Journal, berichtet. BDG hat eine kurze Auswahl an Reaktionen spiritueller Persönlichkeiten und Gemeinschaften auf der ganzen Welt seit Beginn der Invasion veröffentlicht. Einige Beiträge sind Äußerungen der Bestürzung und Aufrufe zur Vernunft, andere eher spontane und instinktive Äußerungen der Trauer über das Leiden. Unter den spirituellen Persönlichkeiten und Gemeinschaften befinden sich u. a. Papst Franziskus, die amerikanische Zen-Lehrerin und Bürgerrechtlerin Joan Halifax, die Vajrayana-Lehrerin, Autorin und Gründerin des Nonnenklosters Dongyu Gatsal Ling in Himachal Pradesh, Indien, Jetsunma Tenzin Palmo, sowie Nichiren Shu, ein japanischer buddhistischer Orden und eine der größten Schulen des Nichiren-Buddhismus

Mit einer Bevölkerung von über 41 Millionen Menschen ist die Ukraine eine spirituell und ethnisch vielfältige Nation. Daten für 2018 zeigten, dass 71,7 Prozent der Bevölkerung sich als Christen identifizierten und 67,3 Prozent dem orthodoxen Christentum angehörten. Der Islam machte 2,5 Prozent aus, das Judentum 0,4 Prozent; mit kleineren Prozentsätzen für Buddhismus, Hinduismus und Heidentum. Der Buddhismus ist seit dem 19. Jahrhundert in der Ukraine präsent, und spätere Einwanderung, insbesondere aus Vietnam und Korea, hat diese Präsenz auf schätzungsweise 0,1 Prozent der heutigen Bevölkerung verstärkt. (Quelle: BDG)

Ein Artikel von Martina Seifert

Freie Autorin, Text, Lektorat

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33617 Bielefeld

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