Studie zu Fettverbrennung

Fettverbrennung durch Flavanole

Studie zu Fettverbrennung
© Pixabay

von Martina Seifert, Texterin, Lektorin, Yogalehrerin

Laut einer aktuellen Studie fördern Flavonole die Fettverbrennung im Körper. Die sekundären Pflanzenstoffe aus der Gruppe der Flavonoide sind primär in Kakao und Tee sowie Äpfeln und anderen Ost- und Gemüsesorten enthalten.

Flavanole aktivieren braunes Fettgewebe

In einer Studie, die im Dezember 2021 in der wissenschaftlichen Zeitschrift Nutrients erschien, haben Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen rund um die Professorin Naomi Osakabe von der Graduate School of Engineering and Science am Shibaura Institute of Technology in Japan nachgewiesen, dass Flavanole das braune Fettgewebe aktivieren und somit beim Abnehmen helfen sowie zahlreichen chronischen Erkrankungen vorbeugen können.

Übergewicht begünstigt chronische Krankheiten

In den letzten Jahren haben Übergewicht und Adipositas vor allem in den Industrieländern stark zugenommen. Sie sind Mitursache für viele Beschwerden und können die Entwicklung chronischer Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder spezifische Krebsarten begünstigen. Laut Robert Koch-Institut (RKI) leiden zwei Drittel der Männer (67 %) und die Hälfte der Frauen (53 %) in Deutschland unter Übergewicht. Ein Viertel der Erwachsenen (23 % der Männer und 24 % der Frauen) ist stark übergewichtig (adipös).

Flavanole aktivieren Sympatikus

Zur Regulation der Körpertemperatur verfügen alle Säugetiere über braunes Fettgewebe („brown adipose tissue“, BAT), das große Mengen chemischer Energie in Wärme umwandeln kann, um den Körper warm zu halten. Braunes Fettgewebe verbrennt Fett, während weißes Fettgewebe Fett speichert. Die Stimulation des sympathischen Nervensystems (Sympathikus) durch Kälte, Bewegung oder kalorienreduzierte Ernährung lösen die Fettbräunung aus. Deshalb sind die BAT-Aktivierung und die Bräunung weißen Fetts therapeutisch sehr bedeutsam bei der Bekämpfung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und ihren Begleiterscheinungen.

Wie die aktuelle Studie zeigt, aktivieren auch Flavanole, präziser gesagt die Flavan-3-ole (FL), das sympathische Nervensystem und infolgedessen braunes Fettgewebe. Die Forscherinnen und Forscher entdeckten einen direkten Zusammenhang zwischen der Bräunung des Fettgewebes und dem Verzehr von Flavanolen.

Dazu verabreichten die Fachleute Mäusen in zwei unabhängigen Versuchsreihen aus Kakao gewonnene Flavanole. Die eine Gruppe erhielt eine einmalige Dosis über einen Zeitraum von 24 Stunden, die andere Dosen über einen Zeitraum von 14 Tagen. Dabei zeigte sich, dass bereits nach einer Dosis Flavanole das sympathische Nervensystem aktiviert wurde. Außerdem konnte nachgewiesen werden, dass die Verabreichung über einen Zeitraum von 14 Tagen das weiße Fett von Mäusen braun färbte. Um diesen durch Flavanol ausgelösten Prozess genauer zu verstehen, sind allerdings weitere Studien nötig.

Flavanole in Nahrungsmitteln

Flavanole sind in vielen Lebensmitteln enthalten. Um die Fettverbrennung anzufeuern, bedarf es allerdings der Lebensmittel, die sich durch einen besonders hohen Gehalt an Flavanolen auszeichnen, dazu zählen vor allem Kakao, Tee, Äpfel und Trauben, aber auch Birnen und Beeren sowie grünes Gemüse wie Brokkoli und Grünkohl, Zwiebeln, Auberginen, Tomaten und anderes rotes Gemüse. Im Kakao sind es die Flavanole Catechin und Epicatechin, die nicht allein braunes Fettgewebe fördern, sondern auch die Blutgefäße erweitern, den Blutdruck senken und das Herz entlasten.

Weitere Studien zur Wirkung von Flavanolen

Wie man bereits in früheren Studien festgestellt hat, können Flavanole auch die Glucose- und Insulintoleranz verbessern. Sie eignen sich demnach auch zur Prävention von Diabetes. Aus weiteren klinischen Studien geht hervor, dass Flavanole zudem vor UV-Strahlung schützen und den Zustand der Haut verbessern sowie die Zusammenlagerung von Blutplättchen (Thrombozytenaggregationshemmung) hemmen.

Es empfiehlt sich demnach in vielerlei Hinsicht Lebensmittel zu sich zu nehmen, die reich an Flavanolen sind, wie zum Beispiel Bio-Äpfel möglichst mit Schale, schwarze Bio-Schokolade oder heißen Bio-Kakao mit Mandel- oder Hafermilch. Trinken Sie außerdem ab und zu eine Tasse Grün- oder Schwarztee oder auch ein Glas Rotwein.

Ein Artikel von Martina Seifert

Freie Autorin, Text, Lektorat

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33617 Bielefeld

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