Heilnetz-Thema im Januar: Alles auf Anfang

 

Anfänger-Geist – jedem Anfang wohnt ein Ende inne

pixabay comfreak Embryo

von Martina Seifert, Texterin, Lektorin, Yogalehrerin

Nachdenken kann mich ganz schön aus der Umlaufbahn bringen. Besonders dann, wenn ich über Anfang und Ende sinniere. Dann lande ich unweigerlich bei althergebrachten Redensarten von Eltern oder Großmutter, die mir noch heute in den Ohren klingen...

„Aller Anfang ist schwer.“ Ach ja.
„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns behütet und beschützt.“ Wie schön.
„Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei.“ Seltsam.

Letztgenannte Binsenweisheit brachte mich als Kind besonders durcheinander. Warum hat die Wurst zwei Enden und nicht Anfang und Ende? Oder zwei Anfänge? Und warum hat eigentlich alles ein Ende? Was bedeutet eigentlich Endlichkeit? Und wo nimmt etwas seinen Anfang? Womit wir bei der Henne und dem Ei wären, einer der großen existentiellen Fragen!

Die Schüssel ist leer

Diese und ähnliche Überlegungen führten meinen noch kindlichen Geist ganz schön in die Irre. Und heute? Heute erst recht. Sind nicht Anfang und Ende dasselbe oder zumindest ineinander verschlungen? Kommt es nicht eigentlich auf den Blick, auf die Perspektive an, die ich auf etwas werfe?

Wohl nicht ganz. Steht ein leckerer Schokoladenpudding vor meiner Nase, ist die Schüssel nach wenigen Minuten leer. Der Genuss hat definitiv ein Ende. Sollte ich unersättlich sein, kann ich mir das Schüsselchen natürlich wieder füllen – vorausgesetzt, es ist noch genügend Süßspeise da. Womit ich wieder am Anfang wäre, dem eventuell ein Ende mit Bauchschmerzen folgt. Und so weiter.

Stets gegenwärtig sein

Eigentlich besteht das ganze Leben aus sich aneinanderreihenden Momenten, Gedanken, Emotionen und Empfindungen, die anfangen und enden, kommen und gehen, werden und vergehen… ein Kaleidoskop stets sich verändernder Augenblicke, ein immer wieder neu sich vollziehender Prozess, der sich als wahres Wunder offenbart, wenn wir ihm bewusst folgen, präsent bleiben, stets gegenwärtig sind.

Anfänger-Geist

Im Zen Buddhismus wird diese Hingabe an den Moment als Anfänger-Geist bezeichnet. Mir begegnete dieser Begriff das erste Mal, als ich das gleichnamige Buch von Shunryu Suzuki las: „Zen-Geist, Anfänger-Geist.“ Lang, lang ist‘s her.

Letztes Jahr ist dieses inspirierende Buch in einer besonders schönen Ausstattung neu aufgelegt worden, ein Buch, das sich nicht in Erklärungen versucht, die nur weiter unser konzeptionelles Denken nähren, sondern uns in die Praxis der Meditation einführt:

„Der Geist des Anfängers ist der Geist des Mitgefühls. Wenn unser Geist mitfühlend ist, ist er grenzenlos.“

Ein heilsamer Anfang für den Moment und den ersten Monat des neuen Jahres (der auch schon wieder bald endet ;-) .

Bei buch7.de, der Buchhandlung mit der sozialen Seite, können Sie sich den Klassiker eines der bedeutensten Zen-Meister des 20. Jahrhunderts - „Zen-Geist, Anfänger-Geist. Unterweisungen in Zen-Meditation“ - online bestellen. Das gebundene Buch (Halbleinen) zum Preis von 16,95 Euro ist im September 2016 bei Theseus erschienen.

Ein Artikel von Martina Seifert

Yogalehrerin, Texterin

Hegede 6
33617 Bielefeld

www.beherzt-yoga-bielefeld.de

 

 

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