Resilienz erleben -

weil innere Stärke spielerisch beginnt

von Anna Syvak © AdobeStock_1838575492
5. Februar 2026 von Walter Hönig

Viele Menschen fühlen sich heute ausgelaugt, gestresst und erschöpft. Der Alltag verlangt ständige Leistungsbereitschaft, Zeitdruck und emotionale Kontrolle - und viele stehen kurz davor, die eigenen Kräfte zu überlasten. In dieser Situation gewinnt ein ungewöhnlicher Ansatz an Bedeutung: Improvisationstheater zur Persönlichkeitsentwicklung.

Das ist nicht einfach Theaterspielen, sondern eine Methode, Resilienz praktisch zu üben.


Resilienz ist heute keine Option mehr, sondern eine Schlüsselkompetenz.

Es ist heute wichtig, flexibel auf Situationen zu reagieren, Fehler anzunehmen und kreative Lösungen zu finden. Und das alles gelingt am besten mit spielerischer Leichtigkeit, spontan im Hier und Jetzt. Dazu gibt es verschiedene Übungen die einem helfen den Kopf abzuschalten, sein Selbstwertgefühl zu stärken und eine optimistischere Grundhaltung einnehmen zu können. Denn eines der letzten Abenteuer der Menschheit ist die Begegnung mit seinem inneren Schweinehund.

In ganz unterschiedlichen gespielten Szenen kann du dich dann fallen lassen, dich ausprobieren, dich neu entdecken und dich zum Lachen bringen.

Eine typische Übung zum Thema Akzeptanz ist „Ja, und…“. Du erzählst gemeinsam in einer Gruppe von mehreren Leuten eine „Satz für Satz Geschichte“, wobei jede neue Idee akzeptiert und ergänzt wird. Wer mitspielt, übt Unvorhergesehenes anzunehmen, flexibel zu reagieren und sich auf den Moment einzulassen.

Eine weitere Übung lautet „Worte ohne S“. Dieses Mal ist es eine „Wort für Wort Geschichte“ bei der keine Worte mit dem Buchstaben S verwendet werden dürfen.

Bei beiden Übungen ist das Ziel locker zu bleiben, wenn etwas daneben geht und einfach Dinge zu akzeptieren, die du nicht ändern kannst. Dabei darf dann auch gelacht werden.

Aber auch Rollenspiele zu zweit oder in kleinen Gruppen stärken z.B. das Selbstwertgefühl und fördern Teamfähigkeit und Soziale Kompetenz. Denn die Philosophie von Impro empfiehlt sowohl mit dem Status zu spielen, als auch wohlwollend und inspirierend mit seinem Umfeld zu kommunizieren.

Ein Beispiel dazu ist „der Wechsel vom Tiefstatus in den Hochstatus“ im Rollenspiel. Stelle dir vor, ein Richter im Hoch-Status empfängt einen Angeklagten im Tief-Status. Auf ein paar sehr machtvollen Sätzen des Richters reagiert der Angeklagte voller Schuldgefühle und bittet den Richter um Verzeihung. Dieser ignoriert die Worte des Angeklagten und verurteilt ihn zu einer Haftstrafe. Darauf wechselt der Angeklagte in den Hoch-Status und greift den Richter mit heftigen Worten an…

Eine wichtige Grundhaltung und Fähigkeit für mehr Resilienz ist aber auch das Thema wertschätzende und gute Beziehungen zu pflegen. Das kann man sowohl zu zweit als auch in einer Gruppe von 3 bis 10 Personen im Rollenspiel am besten erlebbar machen.

Es geht dabei um eine niederlagenlose Methode zur Lösung von Konflikten, bei der die Werte aller Personen als gleich wichtig betrachtet werden.

Du lernst auf spielerische Art zunächst deine eigenen Bedürfnisse und Wünsche mit Hilfe einer ICH-Botschaft so zu Ausdruck zu bringen, dass du verstanden wirst ohne andere zu belehren und kannst anschließend auch durch aktives Zuhören erleben, was andere fühlen und sich dadurch auch gegenseitig besser verstehen.

So kannst du die überraschende Dynamik erleben, wie sich im Rollenspiel Konflikte in kreative Kooperationen verwandeln lassen.

Das Besondere an diesem Ansatz: Resilienz wird erlebt, nicht erklärt. Teilnehmer berichten, dass sie bereits nach wenigen Übungen spürbar leichter werden, wieder lachen können oder sich mutiger fühlen, neue Herausforderungen anzunehmen. Dieser direkte Erfahrungszugang wirkt oft nachhaltiger als theoretische Methoden, weil er das Nervensystem trainiert und Stresshormone reduziert.

Resilienz ist übrigens keine angeborene Eigenschaft, sondern eine Fähigkeit, die erlernbar und trainierbar ist.

Wer regelmäßig spielerisch erlebt, wie er flexibel und handlungsfähig bleibt, baut langfristig innere Stabilität auf. Improvisation bietet hierfür einen sicheren Rahmen, in dem Fehler erlaubt sind, Kooperation gefördert wird und Freude an der Erfahrung entsteht.

In einer Zeit, die von ständiger Anpassung und Leistungsdruck geprägt ist, kann das spielerische Erleben von Resilienz ein wichtiger Weg sein, sich selbst wieder wahrzunehmen, innere Stärke zu entwickeln und Leichtigkeit zurückzugewinnen.

Je öfter di in verschiedenen Übungen erlebst, was Resilienz wirklich bedeutet, um so schneller wird dir bewusst, dass es nicht nur darum geht standhaft zu bleiben wie ein Fels in der Brandung, sondern beweglich zu sein wie Wasser.

Diese Haltung lässt sich am besten dort trainieren, wo wir lachen, improvisieren und miteinander Neues ausprobieren. Leichtigkeit, Humor und Achtsamkeit werden zu Werkzeugen, um Belastungen mit Stärke zu begegnen und innere Balance zu fördern.

Deswegen empfehle ich, Resilienz nicht nur theoretisch zu lernen, sondern emotional zu erleben, wie du mit Stress, Unsicherheit und Veränderung souverän umgehen kannst.

Ein Artikel von
Walter Hönig

Walter Hönig - Bühnencoach und Motivationstrainer
Bühnencoach und Motivationstrainer
59505 Bad Sassendorf
Am Lohof 5
Profil von Walter Hönig

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