Rückführungstherapie

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Was ist/sind Rückführungstherapie?

(andere Begriffe hierfür: Reinkarnationstherapie, Regressionstherapie)

Die Rückführungstherapie ist eine spirituelle Psychotherapieform, die in Einzelsitzungen durchgeführt wird und durch die Erinnerung an traumatische Ereignisse und deren Aufarbeitung heutige Probleme behandeln möchte.
Rückführungen bilden dabei den Kern der therapeutischen Methode.

Siehe auch:
Rückführung
Mehr Info über Rückführungstherapie

Schon seit Frühzeiten wird das Wiedererleben von früheren Ereignissen als Ursache von Problemen und Krankheiten als Therapie benutzt. Allen voran steht hierbei die sogenannte schamanische Reise („Seelenrückholung“). Auch die frühe Psychoanalyse in der Zeit von Freuds Traumatheorie nutzte zentral das Wiedererleben von traumatischen Situationen als therapeutisches Mittel.
Die moderneren Wurzeln der Rückführungstherapie liegen eher in der Hypnosetherapie. Prominente Vertreter (in den USA z.B. Brian Weiss, unabhängig davon in Deutschland Thorwald Dethlefsen) baten einen Klienten, zur Ursache seines Problems zurückzugehen und dieser erzählte plötzlich aus früheren Zeiten, die er in diesem Leben nicht erlebt haben konnte.


Die Theorie der Rückführungstherapie geht davon aus, dass frühere traumatische Erfahrungen heutige seelische Probleme verursachen. Folgerichtig sei es heilsam, diese Erfahrungen unter Begleitung einer Therapeutin /eines Therapeuten wieder zu erleben bzw. überhaupt erst einmal bewusst zu machen, um sie zu verarbeiten und zu integrieren.
Das nähme den verdrängten Erfahrungen die Macht, die sie bis dahin über uns haben. Sie waren im problematischen Zustand durch den Widerstand (Verdrängung ist maximaler Widerstand) stark aufgeladen. Dies führte dadurch einerseits zu (unbewusster oder bewusster) Angst und dem Versuch der Vermeidung von ähnlichen Situationen und andererseits zu einer Anziehung solcher Situationen und damit zu Problemen.

Probleme, bei denen Rückführungstherapie angewandt wird, sind:

  • Ängsten, Phobien und Zwängen
  • Depressiven Zuständen
  • Negative Glaubenssätze
  • Leiden an unglücklichen Mustern in Beziehungen, Problemen in der Liebe & Partnerschaft
  • Sinnfindung, bei Gefühlen von Leere und Sinnlosigkeit
  • den seelischen Ursachen von körperlichen Problemen
  • Problemen im Beruf und am Arbeitsplatz (Mobbing, Erfolgsblockaden,
    Einstiegsangst, Perfektionismus, Druck)
  • Feststecken, sich blockiert fühlen
  • Unerklärlichen Schuldgefühlen, mangelndem Selbstwert, wenig Eigenliebe
  • BurnOut

Das Besondere an der heutigen Rückführungstherapie im Vergleich zu anderen psychotherapeutischen Methoden ist u.a., dass der Therapeut offen ist und nicht wertet, in welcher Phase des Seelenlebens das ursächliche Ereignis liegt.
Daher berichten die Klient*innen (unbeeinflusst) in ihren Erinnerungen aus der Kindheit, es können aber auch Erfahrungen im Mutterleib oder während der Geburt auftauchen und sogar - recht häufig - Erinnerungen an frühere Leben (daher die Bezeichnung „Reinkarnationstherapie“).

„Frühere Leben“?

Der Glaube an Reinkarnation ist jedoch nicht notwendig, um eine solche Therapie zu nutzen, eine gewisse neutrale Offenheit für die Möglichkeit solcher Erinnerungen jedoch förderlich. Ob eine Klientin (oder auch die Therapeutin) nachher diese Erinnerungen als „real“ einschätzt, ist natürlich jeder selbst überlassen.

Man ist sich in der Therapeutenwelt jedoch ziemlich einig darüber, dass die im Klienten auftauchenden Bilder und Erinnerungen Ausdruck der Seele der Betreffenden sind und sich geradezu aufdrängen, bearbeitet zu werden. Übrigens finden die Erinnerungen - wie alle Erfahrungen - auf allen Ebenen statt , also mit allen Gedanken, Emotionen und Körpergefühlen, und sind naturgemäß nicht unbedingt angenehm.

Das Weltbild der meisten Therapeut*innen (ähnlich vielen Weltreligionen und Philosophien wie Hinduismus, Buddhismus, Volksglauben, frühem Christentum) schließt jedoch ein, dass es eine Seele gibt, die über mehrere körperliche Leben hinweg Erfahrungen macht. Diese werden alle abgespeichert, in ein neues körperliches Leben mitgenommen werden und förderlich oder auch im Falle von traumatischen Erfahrungen – später eher hinderlich sein können. Aus dieser Sicht spielt es für die Seele kaum eine Rolle, wann ein traumatisches Ereignis stattgefunden hat, es hat immer einschränkende Folgen. Eine Klaustrophobie z.B. (als einfaches, etwas platte Beispiele) kann durch ein schreckliches (Todes-)Erlebnis in einem früheren Leben verursacht sein oder eine Angst vor Nähe in einer Beziehung durch ein Schuldgefühl, das aus einer gefühlten Missetat in einem Vorleben herrührt.

Verschiedene Methoden und Schulen der Rückführungstherapien

Es haben sich im Laufe der Jahrzehnte der modernen Rückführungstherapie verschiedene Richtungen herausgebildet. Allen gemeinsam ist, dass der Klient in der Sitzung auf einer Couch mit geschlossenen Augen liegt und sich seiner Innenwelt öffnet und das Bewusstwerden und Verarbeiten früherer traumatischer Erfahrungen einen positiven therapeutischen Effekt hat.

Die verschiedenen Schulen unterscheiden sich vor allem in den Methoden, Klient*innen in frühere Erfahrungen zu führen. Manche Therapeut*innen nutzen Hypnose, Entspannung oder Atemübungen, um Klient*innen in einen sogenannten entspannten Alpha-Zustand zu bringen, in dem es möglich sei, innerlich zurückzugehen.
In Europa ist die verbreitetste Methode mittlerweile jedoch, durch Hervorrufen und Konzentration des problematischen Zustands (z.B. einer Angst) einen Sprung in die verursachende Situation zu vollziehen. So unkompliziert, weil sich die Klientin in dieser sowieso schon befindet: bewusst in der Angst, unbewusst in der Erinnerung an die Situation, aus der diese Angst resultiert. Man möchte hier ohne Manipulationen des Bewusstseins, z.B. durch Schlafinduktionen etc., mögliche auftauchende Widerstände gegen die früheren Erfahrungen therapeutisch nutzen und nicht durch tiefere Trance etc. umgehen. Und außerdem dem Therapeuten nicht eine Suggestionsrolle geben, sondern die volle und bewusste Kontrolle beim Klienten belassen.

Die Art der Auf- und Verarbeitung der erinnerten Situationen ist ebenfalls oft verschieden. Manche Therapeut*innen versuchen, diese Situationen dann umzudeuten; oder in einen anderen Zusammenhang zu stellen; oder wiederholt durchzuarbeiten, um vorsichtig den Widerstand, der das eigentliche Problem darstellt, zu beseitigen; oder/und gestalten innere Gegenüberstellungen mit Personen aus den Ereignissen (inklusive der „eigenen früheren Person“, z.B. in der sog. Inneren-Kind-Arbeit, die ja auch häufig Bestandteil der Rückführungstherapie ist).

Auch die Dauer von Sitzungen und ihre empfohlene Frequenz ist sehr unterschiedlich. Manche Therapeut*innen arbeiten in ein- oder mehrwöchigen Blöcken, andere in Einzelterminen oder Zwei-Tages-Sitzungen. Diese Sitzungen haben meist eine längere Dauer als die üblichen Psychotherapiesitzungen und bewegen sich zwischen zwei und fünf Zeitstunden.

Die Abrechnung mit privaten Krankenkassen wird manchmal angeboten, die Rückführungstherapie ist jedoch kein anerkanntes Verfahren und nicht in der Gebührenordnung (GOÄ) als unterstützte Therapieform aufgeführt. Man muss also sehr damit rechnen, die Therapie selbst zu zahlen.

Auswahl einer Therapeutin/eines Therapeuten bei Rückführungstherapie

Da die Rückführungstherapie zwar sehr effektiv, aber auch intensiv ist bzw. sein sollte, gehört sie umso mehr in verantwortungsvolle Hände von Expert*innen. Daher sollte man bei Anbieter*innen, die eine Mehrzahl an verschiedenen, ganz unterschiedlichen Therapiemethoden anbieten, vorsichtig sein: Würde man einen Chirurgen wählen, der Herz, Hüftgelenke und Beinbrüche gleichermaßen operiert?

Wichtig bei der Auswahl eines Therapeuten/einer Therapeutin ist auch, auf eine fundierte Ausbildung zu achten, da die Ausbildungen nicht reguliert und manchmal sehr kurz und ungenügend sind, z.B. oft nicht einmal eine Eigentherapie des Auszubildenden bietet.

Und natürlich sollte – wie bei jeder Therapie – Vertrauen an erster Stelle stehen, sonst wird keine Therapie intensiv.

Welcher Klientin/welcher Klient ist geeignet?
Ausschlusskriterien der meisten Rückführungstherapeut*innen sind:
schwere psychische Krankheit und Instabilität, Schwangerschaft (dringende Ausnahmen sind zu besprechen), akute Drogen-, Medikamenten- oder Alkoholsucht

Verband

Die größte und internationale Vereinigung von Rückführungstherapeut*innen ist EARTh. Dieser bietet den an einer solchen Therapie Interessent*innen eine Liste seiner qualifizierten Mitglieder, den angeschlossenen Therapeut*innen Weiterbildungen, organisiert jährliche Mitgliedertreffen mit Workshops und unterstützt die Forschung in diesem Gebiet.

Autor:
Ulf Parczyk, Diplom Psychologe, Heilpraktiker für Psychotherapie

Diplom-Psychologe, HP für Psychotherapie  Ulf Parczyk in Frankfurt
Heilpraktikerin für Psychotherapie - Hypnosetherapie  Jasmin Thiele in Hannover

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