NARM- das NeuroAffektive Beziehungsmodell

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Was ist NARM- das NeuroAffektive Beziehungsmodell?

Heilung von Entwicklungstrauma und Bindungsstörungen
Die ressourcenorientierte Methode NARM® wurde von Dr. Laurence Heller, Ph.D. entwickelt. Er hat Kurse und Seminare an medizinischen Fakultäten, Krankenhäusern und Schmerzkliniken in den USA und Europa gehalten. Er war Mitbegründer des Gestalt Institute of Denver und später des Rocky Mountain Psychotherapy Institute, wo er Hunderte von psychiatrischen Fachkräften ausbildete. In den letzten 20 Jahren hat er Tausende Therapeuten in den USA und in Europa erst in Somatic Experiencing, als Assistent von Peter Levine, zur Auflösung von Schocktraumen und später im NARM ausgebildet.

Siehe auch:
Traumatherapie
Mehr Info über NARM- das NeuroAffektive Beziehungsmodell

NARM ist ein psychodynamischer körperorientierter Ansatz für die Behandlung von Entwicklungstrauma, der gleichzeitig mit der Dysregulation des Nervensystems, mit verinnerlichten begrenzenden Selbstbildern und mit deren wechselseitiger Verflechtung arbeitet. Das gleichzeitige Arbeiten auf der körperlichen und psychologischen Ebene menschlichen Seins ist eine bedeutsame Perspektivenerweiterung mit tiefgründigen Auswirkungen auf die Arbeit mit Bindungs- und Entwicklungstraumata und deren Einfluss auf die Psychosomatik des Patienten.

Das Anliegen von NARM ist die Wiederherstellung der Verbindung mit unserem Kernselbst, den Gefühlen, dem Körper und der eigenen Lebendigkeit. Sie ist, ebenso wie die Verbindung mit unseren Mitmenschen, unser tiefstes Bedürfnis und unsere größte Herausforderung im Leben. 

Konzeptionelle Grundannahme NARM

NARM beruht auf der Grundannahme, dass die unzureichende Befriedigung biologischer Grundbedürfnisse, wie Kontakt, Einstimmung, Vertrauen, Autonomie und der Verbindung von Liebe und Sexualität zu einer somatischen und emotionalen Dysregulation führt. Wir entwickeln, der Situation angepasste(=adaptive) Überlebensstrategien, die uns von unserem Körper und Gefühlen entfremden und unsere eigene Identität und Beziehungsfähigkeit beeinträchtigen. Vor allem das autonome Nervensystem wird in seiner Regulationsfähigkeit beeinträchtigt. Da 78-80% unserer Organe von ihm versorgt werden, führt dieses zu psychosomatischen Folgestörungen.

Arbeitsweise NARM

Wir erforschen in dem therapeutischen Setting zeitgleich die 3 Ebenen:

  1. Die Emotionen:

Wir erforschen die Gefühle, die wir abgespalten haben, weil wir sie in unserer frühen Kindheit gar nicht hätten halten können oder das Ausdrücken der Gefühle, im kindlichen Bewusstsein, zu einem Verlust der Bindungsbeziehung zu unseren Eltern geführt hätte. Dieses löst ein existentielles Bedrohungsgefühl aus und als Kind geht die Bindung aus Existenzsicherungsgründen immer vor. Dadurch spalten wir die Emotionen lieber ab. So entsteht eine Kerndilemma in uns, zwischen dem authentischen Ich-Ausdruck und dem Bedürfnis nach Bindung. Dieses Kerndilemma projizieren wir später als Erwachsene in unsere Beziehungen hinein.  Durch die Anerkennung dieser Gefühle, ihrem Benennen und dem Verständnis, der darin enthaltenen Botschaft, lernen wir sie heute, als Erwachsene, zu verkörpern und in uns zu halten. Dieses führt zu der Integration der darin gebundenen Lebenskraft und der Entwickelung eines authentischen Seins.

  1. Die Physiologie unseres Körpers:

Durch die Beobachtung der affektiven Reaktionen unseres autonomen Nervensystems, wie Übererregung, Expansion, Untererregung und Erschlaffung. Wir üben die somatische Achtsamkeit ein, indem wir unseren Körper und seine automatisierten Reaktionen beobachten und verlangsamen. Dadurch entwickeln wir die Möglichkeit einer Lücke, zwischen Reiz und Reaktion und können so nach und nach unser Verhalten verändern. Durch das „halten“ der oben beschriebenen Gefühle und Körperreaktionen lernt unser Nervensystem, mehr und mehr Lebendigkeit und Lebenskraft zu regulieren. Unser Toleranzfenster vergrößert sich, wir kommen mehr und mehr in der Welt an, da wir lernen uns besser selbst zu regulieren, indem wir Stress verarbeiten. Unsere Selbstwirksamkeit nimmt zu und lässt uns handlungsfähiger werden.

  1. Die mentale Ebene:

Wir erforschen die Grundannahmen, die wir über uns und unser Leben durch die nicht Befriedigung unserer Grundbedürfnisse entwickelt haben. Durch die wahrnehmende, erkennende Bewusstheit desidentifizieren wir uns, nach und nach und erfahren dadurch eine neue Weite und Raum, die uns heute ermöglichen, als Erwachsene, unsere Grundbedürfnisse zu befriedigen.

Die fünf adaptiven Überlebensstrukturen und die mit ihnen verbundenen Schwierigkeiten:

  • Kontakt-Überlebensstrategie:
    Kontaktverlust zum physischen und emotionalen Ich
    Probleme mit Kontakt zu anderen
  • Einstimmungs-Überlebensstrategie:
    Probleme, zu wissen was wir brauchen
    Das Gefühl, dass unsere Bedürfnisse es nicht verdienen, erfüllt zu werden
  • Vertrauens-Überlebensstrategie:
    Das Gefühl uns auf niemanden außer uns selbst verlassen zu können
    Das Gefühl in Beziehungen immer das Kommando haben zu müssen
  • Autonomie-Überlebensstrategie:
    Das Gefühl überlastet und unter Druck zu sein
    Probleme, Grenzen zu setzen und nein zu sagen
  • Liebe-Sexualitäts-Überlebensstrategie:
    Probleme, Herz und Sexualität zu integrieren
    Selbstwertgefühl basiert auf Aussehen und Leistung

NARM verbindet körperorientierte Psychologie mit Modellen der Bindungs-Theorie und befasst sich gleichzeitig mit einem umfassenderen Verständnis über die Natur von Identität, wie die aufgeführten Beispiele oben zeigen. Es gibt 2 Arbeitsweisen. Die eine arbeitet mit dem Verständnis und Emotionen, beide haben ihren Sitz in jüngeren Gehirnanteilen. Sie konzentriert sich auf die Erkundung und Auflösung von behindernden Identifikationen in Bezug zu sich selbst und anderen.

Die andere Arbeitsweise fokussiert auf den Körper, das Spürbewußtsein (somatic mindfullness) und die instinktiven Reaktionen, die durch das Stammhirn gesteuert werden. Hier finden wir unsere Körperweisheit wieder, der zu folgen unterstützt die Arbeit mit Entwicklungstrauma und Psychosomatischer Therapie.

Die Arbeit ist nicht regressiv, ressourcenorientiert und findet auf der Beziehungsebene im Hier-und-Jetzt statt.

Mögliche Anwendungsgebiete:

Bei chronischen psychosomatischen Erkrankungen, sowie Schmerzsyndromen, Reizdarmsyndrom oder Autoimmunerkrankungen. Wiederkehrende Scham- und Schuldgefühle. Selbstzerstörerisches Verhalten und Süchte. Beziehungsstörungen zu sich selbst, Partnern, Kindern, Kollegen, Vorgesetzten oder anderen aus dem psychosozialen Umfeld.

Autorin:
Anke Vayu Dockendorf
Heilpraktikerin

Heilpraktiker (Psychotherapie)  Torsten Knies in Hannover
Heilpraktikerin  Anke Vayu Dockendorf in Hamburg
Heilpraktikerin (Psychotherapie)  Danai Dürselen in Euskirchen
Heilpraktikerin (Psychotherapie), Gestalt- und Traumatherapeutin  Inge Demuth in Göttingen

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