Ein Thema mit Tiefe

Das Ding mit der ungeliebten Werbung

©Marlon Böhland-fotolia.com

von Conny Dollbaum-Paulsen

Werbung in der Gesundheitsbranche ist ein richtig schwieriges Thema. Mit der Not anderer Menschen Geld zu verdienen, fühlt sich für viele, wenn auch unbewusst, irgendwie falsch an. Außerdem sind wir es gewöhnt, die Frage des Bezahlens an Krankenversicherungen zu übergeben – und daran ist vieles gut und eben so viel nicht ganz so gut…

Im Präsenzworkshop diese Woche sagte eine Teilnehmerin: „Ich liebe die Arbeit mit meinen Patienten, ich bin so gern Therapeutin – aber das Ding mit der Unternehmerin finde ich furchtbar. Ich will keine Unternehmerin sein, sondern Therapeutin…!“ Große Zustimmung und tiefe Seufzer von allen Seiten…

Einzelne Teile, keine Pole

Aber: Wie wäre es, wenn wir auch hier nicht die Pole betonen würden? Wenn wir nicht die gute, hilfreiche, mitfühlende Therapeutin/ BeraterIn oder Coachfrau auf der einen Seite, und, ganz weit entfernt, auf der anderen Seite, die kalte, profitorientieret Unternehmerin, die ihre Ellenbogen einsetzt und siegreich ihre Kreise zieht?
Was, wenn wir uns dem Ganzen mit Bewusstsein nähern? Und dabei feststellen: Ich mache gute Arbeit, mein Angebot ist in dieser Form einzigartig – und nun kümmere ich mich darum, wie die Menschen, die mein Angebot nutzen wollen, von mir erfahren. Punkt.

Ich entscheide mich dann, zur Abwechslung mal die Unternehmerin zu nähren, verzichte auf eine therapeutische, meine Entwicklung und Fähigkeiten fördernde Weiterbildung und investiere Zeit, Geld und Energie in meine Präsenz. Verbunden mit der Lust, sichtbarer zu werden, in Resonanz zu gehen. Ich entscheide mich dafür, diese Aufgabe in der Tiefe anzunehmen, die Hindernisse ebenso wie die Freuden. Dann suche ich mir KollegInnen, die das ebenfalls angehen wollen und schon habe ich das Schiff der praktischen „Praxis-Vision-Seelen-auf-die Erde-bringen“ auf leichte aber entschlossene Art in den Wind gedreht.

Die Entscheidung: Ich werde sichtbar

Neben der tiefen Entscheidung, wirklich sichtbar werden zu wollen, die oft supervisorische oder auch therapeutische Begleitung benötigt, geht es dann darum, sich in dieser Situation des Nicht-Wissens zu zeigen. Im Präsenzworkshop geht es immer wieder auch um Scham, um krude Glaubenssätze wie: „Wenn meine Arbeit wirklich gut wäre, würde der Erfolg von selbst kommen – ich mache also irgendwas falsch…“. Viele esoterisch verbrämte Glaubenssätze wollen uns weiß machen, dass ab sofort das Licht ohne Schatten ist. Dass wir gar nichts für unsere Präsenz tun müssen, schon auf keinen Fall etwas, das schwerfällt.

Ich glaube das alles nicht. Meine Erfahrung in 25 Jahren als, ich schreibe das jetzt mal so frech, erfolgreiche Unternehmerin, zeigt mir etwas Anderes. Nämlich vor allem, dass wir nichts, aber auch gar nichts wirklich planen oder gar kontrollieren können – nicht in unserem Leben allgemein und nicht bezogen auf unser Unternehmen. Ob aus der ersten Idee ein Erfolg wird, ob ich mich mehrfach neu erfinde mit meinem Angebot oder ob alles von Beginn an gut läuft, hat viele Ursachen (Glück gehört übrigens dazu, wie alle erfolgreichen UnternehmerInnen bestätigen), die zu erfassen wohl unmöglich ist.

Erfolgsrezepte?

Aber es gibt natürlich einige Grundzutaten, die den Unternehmensteig zum Aufgehen bringen können:

  • Was immer du tun willst, es sollte dir ein tiefes Herzensanliegen sein.
  • Du siehst, dass du einzigartig bist und Teil eines großen Ganzen.
  • Dein Tun macht die Welt ein kleines bisschen schöner, besser oder reicher.
  • Du hast den wahren Entschluss gefasst, damit sichtbar zu werden.
  • Du hast ein Netzwerk welcher Art auch immer, in dem du regelmäßig Zuversicht, Mut, Vertrauen tanken kannst.
  • Fleiß
  • Geduld

Präsenz hat darüber hinaus viel mit innerem Leuchten zu tun und wenig mit lautem Werbe-Gepolter. Bist du entschieden, dein Ding zu machen, ist wichtig, in Bewegung zu kommen. Du musst keine Anzeigen schalten und nicht bei Facebook sein, aber du musst dich bewegen, damit Menschen mit dir in Resonanz gehen können.

Ganz praktisch: Aktuelle Einträge in Internetportalen

Melden Sie sich/ melde dich in verschiedenen Portalen an:
Natürlich zuallererst

 

In Suchmaschinen/ lokalen Portalen:

Die Adressportale eurer Verbände bieten meist auch die Möglichkeit, sich dort einzutragen.

Wichtig: Nimm dir einen Tag Zeit und fülle alle Einträge vollständig aus (mit Bild, Texten und guten Stichworten, die zu deiner Arbeit passen). Das kostet Zeit, ein bisschen Geld – und hilft.

Nachsatz in Sachen Konkurrenz

Mir ist es nicht so ganz leichtgefallen, die „Mitbewerber-Portale“ an dieser Stelle zu empfehlen – ich musste sie alle besuchen, sehen, dass sie vieles gut machen (und manches sogar besser als wir) – das war nicht ganz leicht. Aber: ich bin überzeugt, dass Heilnetze mit der Idee der Verbindung einen ganz anderen, eigenen Ton in diesem Orchester spielt – einen Ton, der unbedingt gehört sein will, weil er, neben dem Portalnutzen, durch die Regionalität und den Geist dahinter ein echter Kooperations-Verbindungs-Ton ist.

Tatsächlich ist es aber für alle, die ein ganzheitliches Angebot im Bereich Therapie, Beratung, Coaching oder Kursrahmen haben, wichtig, überall zu finden zu sein. Und deshalb verlinke ich an dieser Stelle unsere vermeintlichen Konkurrenten J.

Hilfreiche Qualitäten

In einem Workshop wählten die Teilnehmenden folgende Qualitäten, um ihr Tun zu unterstützen und präsenter zu werden:

  • Mut
  • Zuversicht
  • Wissen, um die passende Präsenzform
  • Blick für das richtige Maß
  • Das Eigene auf den Punkt bringen können
  • Vertrauen
  • Kreativität
  • Ausdauer

Da alle Qualitäten zur freuen Bedienung vorhanden sind: Bitte bedienen Sie sich, schreiben das Wort auf ein schönes Blatt Papier und hängen es sich/ hänge es irgendwo hin – am besten an einen Ort, den Sie regelmäßig besuchen (Toilettentür?)...

 

 

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