Wie bewege ich mich und was bewegt mich?

Heilnetz-Abend im Juni

von Andrea Kornfeld, Heilpraktikerin, Hörtherapeutin, Autorin

Über Bewegung sprechen und in die Bewegung kommen - dass sich beide Aspekte zu therapeutischen Methoden verbinden lassen, zeigten Lymke Dehde und Anne Simms am Heilnetz-Abend zum Heilnetz-Thema des Monats.

Mit der Basic Body Awareness Therapie (BBAT) stellt Lymke Dehde zu Beginn ein paar Fragen in den Raum: Was ist an der Bewegung eines Menschen grundlegend und essentiell, und was kann davon in der Physiotherapie genutzt werden? Sind dies unsere grundlegenden Bewegungsmuster?
Und ausgehend von diesen Fragen stehen auch Gegensatzpaare im Raum: Habe ich einen Körper, oder bin ich nicht vielmehr Körper? Wie verhält sich eine vorgegebene Bewegung, die vielleicht einen ästhetischen Anspruch erfüllt, zu gespürter, gelebter Bewegung?

Wie bin ich unterwegs, wenn ich gehe?

Welche Formen ergeben sich durch die Auflageflächen meines Körpers im Liegen? Kann ich meine Atmung auch im Zentrum meines Körpers spüren? Bin ich ausbalanciert?
In praktischen Übungen kommen wir nach und nach in Kontakt mit unserer leiblichen Dimension, denn die Einfachheit der Bewegungen lässt Raum für die Körperwahrnehmung und schafft damit Voraussetzung für die Entwicklung einer Körperkompetenz – um ganz konkret und alltagstauglich zum Beispiel eine körperliche Ermüdung zu spüren, bevor sich Schmerzen einstellen, um Pausen einzulegen, bevor die Überarbeitung da ist. Ein Präventionsgedanke also, der das eigene Spüren und Wahrnehmen in den Mittelpunkt stellt.

Essentiell dabei sowohl in der Haltung des Therapeuten als auch in der des Klienten: Das, was gespürt wird, darf ohne Bewertung, ohne Urteil sein – etwas wahrzunehmen beinhaltet immer schon die leibliche Wahrheit des Menschen in seiner je eigenen Bewegung.

Bewegung ist Tanz

In die weite Welt der Tanztherapie entführte uns im Anschluss Anne Simms. Bewegung als Ausdruck unseres seelischen Erlebens, freie Bewegung jenseits einer Tanztechnik, erlaubt uns somit einen Blick auf das, was uns im Inneren bewegt. Nichts ist dabei falsch oder richtig, sondern es geht auch hier um das Erleben der Bewegungsqualität: Ist meine Bewegung geführt oder bewege ich mich im freien Fluss? Wie kraftvoll und schnell sind meine Bewegungen? Wie verhalte ich mich zu dem Raum, in dem ich mich bewege? Wie zum Anderen?

In der freien Exploration unseres Seelenraumes durch die Bewegung zur Musik, kommen wir mit diesen Fragen in Kontakt und spüren möglicherweise zunächst einmal die (Ver-)Spannungen, die sich im Laufe des Tages – oder gar schon länger? – angesammelt haben. Vielleicht erleben wir auch, dass wir die Größe des Raums gar nicht nutzen, weil wir fürchten, mit anderen zu kollidieren. Nehmen uns möglicherweise auch im Vergleich zu den anderen im Raum wahr: Bewege ich mich selbst leichter oder angestrengter als andere? Und ist das eine Momentaufnahme, oder gar eine innere Haltung – ein Verhalten?

Im reflektierenden Gespräch über das Erlebte und vom anderen Gesehene können wir letztlich auch dort (wieder) Wahlmöglichkeiten erleben, wo wir zuvor Einschränkungen sahen. Wir können uns unsere äußeren Haltungen bewusst machen, um uns für eine Veränderung dieser Form zu entscheiden. Und so kann es schließlich gelingen, über eine Erweiterung des eigenen Bewegungsrepertoires auch unseren Handlungsspielraum erweitern.

Nur zwei Wünsche blieben am Ende des Abends (zunächst noch) offen: regelmäßige Kursangebote für Basic Body Awareness und Tanztherapie....

Ein Artikel von Andrea Kornfeld

Heilpraktikerin, Audiotherapeutin (DSB)

Praxis für Chinesische Medizin und Naturheilverfahren

Niehorster Straße 6
33334 Gütersloh

www.naturheilpraxis-kornfeld.de

 

 

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