Heilnetzabend im März

Ein neues Schmerz-Verständnis

von Natalie Nicola, Lektorin & Social Media Managerin

Es ist ein Thema, bei dem viele sich vielleicht erst einmal auf die Zunge beißen. Schmerz. Autsch. Das weckt unangenehme Assoziationen. Denn jeder hat in seinem Leben bereits Schmerzen erlebt. Körperlich, emotional, seelisch. Wird er zum Thema gemacht, glimmt da gleichzeitig die Hoffnung auf, dass es Wege gibt, mit Schmerzen anders umzugehen.

Die meisten Menschen bewegen sich viel zu wenig. Wir quetschen und stauchen unseren Bewegungsapparat bis zum Maximum. Durch seine hohe Anpassungsfähigkeit stellt der Körper sich auf die Haltungen ein, die ihm geboten werden.

Schmerztherapie nach Liebscher und Bracht

Über einige praktische Übungen demonstrierte Ulrich Reiske, wie man sich frühzeitig aus einer für die Knorpelstrukturen auf Dauer schädlichen Position lösen und dem Körper die Streckung ermöglichen kann, die er zum Ausgleich braucht. Nach der beherzten Darstellung der Gesamtzusammenhänge, kam das einer Kurz-Kur und Vorsorgemaßnahme für die Gelenke gleich. In einer praktischen Übung wurde spürbar: Übergeht man dieses Ausbalancieren, sendet der Körper Alarmsignale: Schmerz! Was aber tun, wenn der Schmerz bereits da und so groß ist, dass man sich schon gar nicht mehr bewegen kann? Ziel einer Schmerztherapie nach Liebscher & Bracht kann auch sein, durch Stimulation der Sehnenansätze dem Körper wieder eine entlastende Streckung zu ermöglichen.

Qigong der Wudang-Berge bei Schmerz

Andrea Kornfeld stellte im zweiten Impulsvortrag des Abends da, wie Achtsamkeitsübungen aus der Wudangtradition (Qigong) bei chronischen Schmerzzuständen helfen können. Es ging um die innere Erfahrung, mehr zu sein als der Schmerz und sich nicht durch den vorhandenen Schmerz bestimmen zu lassen. Wie aber komme ich raus aus der Bewertung? Wie kann ich aufhören, mich über den ständig vorhandenen Schmerz zu definieren?

Auch hier gingen wir direkt in die Praxis über und trainierten uns in einer kleinen Übung darin, unsere Aufmerksamkeit immer wieder in den Körper zurückzubringen und anzunehmen, was da ist. Sobald aus der gefühlten Enge innerlich wieder eine Weite wird, dürfen Gedanken und damit auch die Muskeln rund um einen Schmerzpunkt entspannen. Es geht um die Erfahrung der Tiefe, der Möglichkeit einer inneren Bewegung, auf die sich die uralte Tradition bezieht. Nicht ausschließlich für Schmerzpatientinnen und -patienten zeigte sich dieser Ansatz als eine Möglichkeit, zu lernen, den Fokus zu verschieben und unabhängig von den äußeren Bedingungen wieder mehr Lebensfreude zu erfahren.

Der nächste Heilnetz-Abend widmet sich dem Thema „Rituale“. Tatjana Rosenberger und Ulrike Hollmann-Beninde werden sich dem Thema aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln nähern.

Interessierte Kolleginnen und Kollegen sind wie immer herzlich willkommen!

Ein Artikel von Natalie Nicola

Schreib-Vielfalt

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