Buddhistische Zentren neu aufgestellt

Zeit für Meditation

Buddhistische Zentren neu aufgestellt
© Pixabay

von Martina Seifert, Texterin, Lektorin, Yogalehrerin

Im April, Mai oder erst im Sommer? Wann wir wieder zurückfinden werden in unseren gewohnten Alltag, diese Frage stellen sich jetzt viele. Der Blick in die Zukunft, so ungewiss er schon immer war, im Moment ist er geradezu müßig. Warum also nicht die Lage nutzen und im Hier und Jetzt verweilen?

Vergänglichkeit und Leid

Wir alle sind sehr berührt, spüren, dass nicht alles selbstverständlich ist, sind mit der Endlichkeit des Lebens konfrontiert. Wir sehen das große Leid in der Welt, sind in Aufruhr, sehen, dass viele Menschen sterben und bangen um unsere Lieben. Es stellen sich spirituelle Fragen, mit denen sich Buddhisten immer beschäftigen. Denn Kern der buddhistischen Lehre ist die Vergänglichkeit (annica) des menschlichen Lebens, die Leid (dukkha) verursacht. Deshalb werden in allen buddhistischen Traditionen Übungen zur Linderung des Leids praktiziert.

Buddhisten in Deutschland per Live-Stream

Alle buddhistischen Übungen haben einen zutiefst altruistischen Hintergrund. So richten Buddhisten ihre Gebete und Meditationen auch in der jetzigen Zeit auf das große Leid aus, dass in der ganzen Welt herrscht, um das Leid der anderen und das eigene zu lindern. Viele buddhistsiche Zentren haben sich neu aufgestellt und laden dazu ein, sich per Internet zu verbinden, gemeinsam in Meditation zu üben und das Mitgefühl für alle fühlenden Wesen zu intensivieren. Per Live-Stream finden auf diese Weise zahlreiche Menschen zusammen, die vorher vielleicht nie an einer buddhistischen Veranstaltung teilgenommen hätten.

Buddhistische Gesellschaft Hamburg e. V.

Die Buddhistische Gesellschaft Hamburg e. V. lädt zu all ihren Vortragsabenden per Zoom-Konferenz ein. Außerdem empfiehlt das buddhistische Zentrum die Teilnahme an der iSangha, um gemeinsam miteinander zu meditieren und sich auszutauschen. Hinzu kommen zahlreiche aufgezeichnete Vorträge und Veranstaltungen, die online angeschaut werden können, sowie Audio- und Text-Downloads.

Buddha-Haus

Auch das Buddha-Haus Seminarzentrum Allgäu und das Waldkloster Metta Vihara sowie das Buddha-Haus München laden zu zahlreichen Online-Angeboten ihrer Dhammalehrer*innen ein, darunter Meditationen und Vorträge im Live-Stream und der tagesversetzte Online-Osterkurs "In was für einer Welt wollen wir leben?" mit dem Abt des Waldklosters Metta Vihara, Bhante Nyanabodhi, der vom 9. bis 18. April 2020 stattfinden wird. Der Kurs besteht aus Vorträgen, geleiteten Meditationen, Kontemplationen, Impulsen und der Möglichkeit, per E-Mail Fragen zu stellen. Die Teilnahme kann entsprechend dem Tagesplan im Kloster Metta Vihara oder ganz individuell gestaltet werden. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Hinzu kommen zahlreiche Videos und Audios verschiedener Dhammalehrer*innen auf YouTube.

Lotos-Vihara in Berlin

Das Berliner Zentrum Lotos-Vihara hat sich ebenfalls neu organisiert und unter dem Motto „Getrennt und doch verbunden“ sein gesamtes Meditationsangebot online gestellt, um gemeinsam im virtuellen Zentrum zu meditieren.

Weitere auf die aktuelle Situation abgestimmte Angebote sind auf der Seite der Deutsche Buddhistische Union zu finden.

Da die Angebote der verschiedenen Zentren in der Regel kostenlos sind und diese zurzeit komplett ohne Einkünfte, wird jede Spende dankend angenommen.

Ein Artikel von Martina Seifert

Yogalehrerin

Achtsames Yoga

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