Heilnetz-Thema des Monats Dunkelheit

Wenn ein Teil stirbt

Heilnetz-Thema des Monats Dunkelheit

von GastautorIn

Es schmerzt, es schmerzt so sehr, dass ich am liebsten vor diesem Schmerz davon laufen würde. Doch ich weiß nach all den Jahren Bewusstseinsarbeit, dass das nichts bringt. Dieser Schmerz will einfach nur durchfühlt werden. Er will angeschaut und wahrgenommen werden.

So ist es, wenn ein Teil in mir stirbt, wenn es immer dunkler wird und ich meine, keinen Ausweg mehr zu sehen. Dem ist natürlich etwas voraus gegangen. Ein Impuls, ein Erkennen, das mich vollkommen überrollt hat. Diese Blitzerkenntnis lässt mich fragen, warum ich Dinge so lange nicht sehen konnte. Warum erst jetzt? Warum?

So viele Fragen

Aus dem Licht der letzten Tage wird plötzlich Dunkelheit, so, wie wenn sich eine richtig dicke Wolke vor die Sonne schiebt. Ja vielleicht sogar noch dunkler. Ich komme mir vor, als ob ich ganz da unten herum krebse und jemand noch zusätzlich in meinem Schmerz hinein bohrt. Es tut so höllisch weh!

Ich soll jetzt wirklich diesen Teil von mir gehen lassen? Soll das, was ich jahrelang lebte, sein lassen und nicht mehr als meins ansehen? Soll loslassen? Doch was kommt dann? Was, wenn das große leere Feld mich zu sich zieht und ich da stehe und keinen Horizont mehr sehe? Was, wenn ich wirklich sterbe?

Ganz weit unten

Es ist fast November, die dunkelste Zeit des Jahres. Skorpionzeit. Und ich bin in meinem Keller da unten, um aufzuräumen und abzustauben. Ob das reicht? Ob es reicht, nur ein wenig mit dem Staubtuch herum zu wedeln … ich glaube, diesmal reicht das nicht. Diese Dinge da unten wollen endlich entsorgt werden. Doch kann ich das? Sie haben mich doch so lange begleitet, waren meine Anker, mein Leben. Ich höre eine leise Stimme in meinem Inneren: „Sieh die Bilder von einst, fühle, was die dir alles Gutes getan haben. Durch sie bist du die, die du bist. Durch sie hast du dich entwickeln können. Danke allem, was war! Und gib in Dankbarkeit weg, was du nicht mehr brauchst, lass in Dankbarkeit los!“

Oh, ja klar, das fühlt sich schon viel leichter an. So werde ich das machen. Schon spüre ich, wie sich zu der Dunkelheit ein winziger Lichtstrahl gesellt. Er reicht zwar noch nicht, um alles auszuleuchten und mich klar sehen zu lassen, doch er zeigt mir, dass es nicht ewig dunkel bleiben wird. Und so gehe ich noch ein Stück tiefer, lasse mich darauf ein, alles zu fühlen und nehme wahr, wie sehr es immer noch schmerzt. Meine Tränen waschen alles rein, bringen die Dinge zum Fließen und reinigen mit.

Sich der Dunkelheit anvertrauen

So oft habe ich schon erfahren, dass ich diese dunklen Täler durchwandern musste. Ich bin immer wieder gestärkt und neu daraus hervor gegangen. Auch wenn es sich jetzt anfühlt, als ob es noch tiefer, noch schmerzhafter sei, es ist immer derselbe Ablauf. Doch sterben fühlt sich nie so an, dass ich das freiwillig machen würde. Nur … es muss sein, damit ich mich immer weiter entblättere, damit der Kristall in mir immer mehr zum Vorschein kommt und eines Tages so hell funkelt, dass er über jede Dunkelheit erhaben ist.

Und dazu gehört es eben, durch die Dunkelheit zu gehen, sich hinzugeben, wenn es wieder soweit ist. Trotz all der Erfahrungen und dem Wissen, wie dies abläuft, ist es jedemal eine neue Herausforderung, stehe ich jedesmal da und meine, allein und verlassen zu sein.

Das Geschenk der Dunkelheit

Diese Zeiten der Dunkelheit tragen allerdings auch Geschenke in sich. Denn nur durch sie kann ich das Licht schätzen. Durch die dunklen Felder erfahre ich die Gegensätze und weiß, eins kommt ohne das andere nicht aus. Wichtig ist, ein Gleichgewicht zu schaffen. Licht und Dunkelheit – sie dürfen sein!

Und vielleicht sehe ich das Licht ja bald wieder in seiner vollen Pracht und spüre es in mir ebenso leuchten. Ich sehne mich danach, lasse aber für den Moment zu, dass es in mir dunkel sein darf, so lange es eben braucht, vielleicht solange bis ich ganz neu geworden bin.

Die Autorin: Heike Kühnemund

  • Blog- und Buchautorin
  • Weg- und Naturbegleiterin
  • Impulsgeberin
  • Mediale Botschafterin
  • Schamanin
  • Energetische "Heilerin"
  • Künstlerin

www.infobewusstleben.de

 

 

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