Projekte in OWL: Solidarische Landwirtschaft Dalborn

Sinnvoll und gesund satt werden? Kein Problem...

Projekte in OWL: Solidarische Landwirtschaft Dalborn

von Conny Dollbaum-Paulsen

Gemüse essen ist gesund! Gemeinschaft bilden auch!
Gesundheit hat viel damit zu tun, wie wir eingebunden sind und ob wir das Gefühl haben, Teil eines größeren, möglichst sinnvollen Ganzen zu sein. Das Projekt der Solidarischen Landwirtschaft ( kurz SoLaWi) in Dalborn ist diesbezüglich sozusagen ein Gesundheitsgarant.

Im tiefen Lipperland haben sich aktuell etwa einhundert Menschen und vier GärtnerInnen mit einem Hektar lippischer Scholle, zwei Pferden, Bienen, Wurm- und Käfergetier sowie einem Ökobauern als (kostenlosem) Land-zur Verfügung-Steller zusammengetan, um ein nützlich-sinnvolles Landwirtschafts-Experiment zu probieren.  Und das geht so:
Vier GärtnerInnen, Alice, Chris, Florian und Karen bestellen einen Acker von einem Hektar, der erfahrungsgemäß zweihundert Menschen sättigen kann. Statt hochmotorisiert die Stille zu zerreißen, grubbern, pflügen und eggen sie aktuell den Boden mit Geräten, die von dafür geeigneten Pferden (!) gezogen werden. Und statt sich mit Preiskalkulationen zu beschäftigen, überlegen sie, wie die Bepflanzung so zu gestalten ist, dass alle Solawistas (so heißen diejenigen, die als Vereinsmitmenschen mit Gemüse versorgt werden sollen) über das Jahr hinweg genug zu essen haben. Im März wurden Dämme für die Kohlrabi- und Kohlpflanzungen angehäufelt, die Frühbeete vorbereitet, Saatgut bestellt und die wunderbaren ersten Wildkräuter gesammelt.

Die Vereinsmitglieder zahlen einen monatlichen (sehr günstigen) Vereinsbeitrag für einen (oder einen halben) Anteil und kommen dafür nicht nur in den Genuss Bioland-zertifizierten Gemüses. Sie werden vor allem eine Art "Teilhabe-BäuerInnen", denn alle Beteiligten sind auf unterschiedliche Weise und nach eigenen Möglichkeiten mit verantwortlich für das Gelingen des Projektes. Es gibt beispielsweise mehr zu tun, als drei GärtnerInnen schaffen können - also muss, nein, darf auf dem Acker Hand angelegt werden. Geerntetes muss verlässlich abgeholt werden und manchmal müssen große Erntemengen zügig verarbeitet werden. Außerdem wird gegessen, was in der Kiste ist ( der Inhalt ist sensationell frisch und lecker) und das kann mal viel vom einen und wenig vom anderen sein - eben so, wie es der Acker hergibt, der hier Maß aller Dinge ist.

In der SoLaWi wird geteilt: Aufwand, Saat, Acker, der Geruch von Pferdemist und Erde, Fachwissen und ehrenamtliches Engagement, Freude am Experiment, kreativer Umgang mit Land und Ernte, Visionäres, Freizeit und Ackerarbeit -  und natürlich Kartoffel, Pastinake, Salat und Co.
Mit Gesundheit hat das für alle Beteiligten inklusive der nicht-menschlichen Lebewesen in jeder Hinsicht viel zu tun und das ist nicht nur gut spürbar, sondern auch bestens bestätigt beispielsweise durch die Salutogenese-Forschung.

Das Beste kommt zum Schluss: Es gibt im Moment noch "freie Anteile", also Platz für MitmacherInnen aus Lippe, Detmold oder Bielefeld ( das Gemüse wird wöchentlich geliefert) , die Lust haben, etwas in jeder Hinsicht Gesundes zu tun.

Alle Infos im Netz unter: solawi-dalborn.org

 

Mehr Good News ►

Zurück