Gartenkürbis - lecker und gesund

Kürbis – köstliche Arzneipflanze

Gartenkürbis - lecker und gesund
© Pixabay

von Martina Seifert, Texterin, Lektorin, Yogalehrerin

Der Kürbis verwöhnt uns vom Spätsommer bis in den Herbst. Die Frucht schmeckt köstlich und schmückt Wohnungen und Hauseingänge mit ihren leuchten Farben. Dass der Gartenkürbis nicht nur gut schmeckt und schön anzusehen ist, sondern auch noch sehr gesund und als Heilpflanze vielfältig zur Anwendung kommt, ist allerdings nur wenig bekannt.

Ernte und Lagerung des Kürbis

Die Erntezeit des Kürbisgewächses beginnt, - je nach Sorte, Pflanzzeit und Witterung, - bereits im August, reicht aber bis in den Oktober hinein. Nach der Ernte, die vor dem ersten Nachtfrost erfolgen sollte, kann der Kürbis verzehrt oder anderweitig verwendet werden. Am besten schmeckt die Frucht, wenn sie noch einige Zeit nachreifen und lagern darf. Nicht nur der Geschmack der Panzerbeere verbessert sich, auch die Keimfähigkeit der Kürbiskerne nimmt zu. Außerdem trocknet bei entsprechender Lagerung der Stiel aus, sodass die Frucht vor Infektionen geschützt ist. Bei dreiwöchiger Reifung an einem hellen, trockenen und warmen Ort (ca. 20 °C) und anschließender Lagerung an einem dunklen, luftigen und trockenen Platz (12 - 15 °C) sind Kürbisse bis zu sechs Monate haltbar. Netze oder Holzkisten eignen sich am besten für die Aufbewahrung. Dabei sollten Druckstellen vermieden werden.

Gartenkürbis - „Arzneipflanze des Jahres 2005“

Aufgrund seiner vielen gesunden Inhaltsstoffe nimmt der Kürbis bereits seit Jahrtausenden einen festen Platz in der Heilkunde ein. Er enthält:

  • fettes Öl (Ölsäure, Linolsäure)
  • Eiweiß
  • Mineralstoffe (Magnesium, Kalium, Calcium, Zink, Selen)
  • Vitamin A, B, C und E sowie Beta-Carotin
  • Kieselsäure
  • Ballaststoffe

Anfang des 9. Jahrhunderts ließ Karl der Große den Flaschenkürbis wegen seiner Heilwirkung in den kaiserlichen Gärten anbauen. Auch heute kommen seine Inhaltsstoffe in der Naturmedizin zur Anwendung. So kürte der „Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ an der Universität Würzburg den Gartenkürbis (Cucurbita pepo) zur „Arzneipflanze des Jahres 2005“. Der gesundheitliche Nutzen des Arzneikürbisses sei eindeutig bestätigt, so der Würzburger Studienkreis. Zudem werde der Kürbis nicht allein in der Naturheilkunde und anderen alternativen Therapien angewendet, sondern auch in der Schulmedizin.

Arzneikürbis lindert Blasen- und Prostata-Beschwerden

Die Samen des Steirischen Kürbis‘ oder Ölkürbis‘, eine Variante des Gartenkürbis‘, haben eine sehr weiche Schale, sind leicht zu pressen und ergeben das kostbare Kürbiskernöl, das bei Blasenbeschwerden positive Wirkung zeigen soll. "Tatsächlich werden schalenfreie Kürbissamen und daraus hergestellte Produkte als pflanzliche Arzneimittel gegen Blasen- und Prostata-Probleme verwendet", sagt der Medizinhistoriker Ralf Windhaber vom Würzburger Studienkreis. Die pflanzlichen Arzneimittel kommen bei einer gutartigen Vergrößerung der Prostata (Benigne Prostatahyperplasie), was zu vermehrtem Harndrang führt, zum Einsatz. In den Anfangsstadien dieser Erkrankung kann eine Therapie mit Kürbissamen die Symptome lindern.

Da der Gartenkürbis aufgrund seines hohen Kalium- und niedrigen Natrium-Gehaltes entzündungshemmend, entwässernd und harntreibend wirkt, erzielt das Gewächs generell bei Blasen-, Nieren- und Prostata-Beschwerden und auch bei Magen- und Darmerkrankungen einen positiven Effekt.

Zudem enthalten die Kerne des Kürbisses, deren Fett zu 45 Prozent aus hochwertigen ungesättigten Fettsäuren besteht, wertvolle Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente, die einem hohen Cholesterinspiegel entgegenwirken können. Auch bei Wurmbefall können Kürbiskerne helfen.

Kürbiskerne und Fruchtfleisch – gesunder Genuss

Die Samen lassen sich ganz leicht an einem trockenen, warmen Ort trocknen, nachdem sie vom Fruchtfleisch getrennt und gründlich gewaschen wurden. Geröstet schmecken sie besonders gut. Zudem decken bereits 100 Gramm Fruchtfleisch, das zu Suppen, Gratin oder Eintopf verarbeitet werden kann, den Tagesbedarf an Carotinoiden. Den sekundären Pflanzenstoffen, die unser Körper in Vitamin A umwandelt, kommt eine besondere Bedeutung bei der Stabilisierung der Immunabwehr zu. Sie gelten zudem als krebsvorbeugend und sollen sogar vor Herzproblemen schützen. Da das Fleisch zu 90 Prozent aus Wasser besteht, fördert die Frucht auch die Verdauung.

Hände weg vom Zierkürbis!

Der Zierkürbis hat wegen des giftigen Bitterstoffes Cucurbitacin keine heilende Wirkung und eignet sich ausschließlich zur Dekoration. Cucurbitacin löst Übelkeit, Erbrechen und Durchfall aus. In seltenen Fällen kann die Vergiftung einen tödlichen Verlauf nehmen.

Asiatisches Kürbis Curry - Rezept

Zum Abschluss noch ein köstliches asiatisches Kürbis-Gericht, das meine Freundin, die Superköchin ;-) , mir letztens servierte: Kürbis-Curry mit Basmati-Reis. Für vier Personen benötigen Sie folgende Zutaten:

  • 200 g Hokkaido-Kürbis
  • 1 rote Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 150 g grüne Bohnen
  • 2 EL Bratöl
  • 1,5 EL Garam Masala
  • 2 TL Paprikapulver, edelsüß
  • ½ TL Zimt
  • 400 g gehackte Tomaten
  • 1 Glas abgetropfte Kichererbsen
  • 300 ml Gemüsebrühe
  • 200 ml Kokosmilch
  • 100 g Blattspinat
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung

Zunächst entkernen Sie den Kürbis und schneiden ihn in mundgerechte Stücke, hacken Zwiebel und Knoblauch fein, putzen und halbieren die Bohnen und kochen diese 10 – 12 Minuten, anschließend abgießen.

Erhitzen Sie jetzt das Bratöl in einer Pfanne und braten darin Zwiebel und Knoblauch kurz an. Geben Sie Garam Masala, Paprikapulver und Zimt hinzu, rösten die Mischung kurz an und geben Sie schließlich das Kürbisfleisch, die Tomaten und Kichererbsen sowie die Gemüsebrühe und Kokosmilch dazu. Das Ganze lassen Sie bei mittlerer Hitze und geschlossenem Deckel 8 – 10 Minuten köcheln. Zwei Minuten vor Beendigung der Garzeit geben Sie die Bohnen und den Spinat hinzu. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Guten Appetit!

Ein Artikel von Martina Seifert

Freie Autorin, Text, Lektorat

Hegede 6
33617 Bielefeld

www.martinaseifert.de

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