Eine Nach-Schau

Klimawandel ein Beziehungsproblem?

Eine Nach-Schau

von GastautorIn

Klimawandel ist ein Beziehungsproblem - das war der Abend im Rahmen der Klimawoche in Bielefeld. Ein vielleicht etwas ungewöhnlicher, für manche auch provozierender Titel. Und doch liegt es so nahe, denn natürlich haben wir mit dem Klimawandel zu tun. Wir sind also in Beziehung damit, doch wie diese aussieht, wollten wir gemeinsam mit knapp 30 Menschen im Rahmen der Klimawoche und in Kooperation mit dem Heilnetz erforschen. Ein Impulsvortrag von uns beiden wurden durch interaktive Übungen und Dialog vertieft.

Emotionale Betroffenheit (wie gehe ich damit um, was mir im Bezug auf den Klimawandel begegnet?), der eigene Beitrag (was ruft mich, was will ich in dieser Welt tun?) und berührender Austausch entfalteten sich in der Gruppe, wo sich die meisten gar nicht kannten. Einmal mehr war es spannend zu erleben, wie unterschiedlich wir doch sind und welch offener und bewegender Austausch und Begegnung dennoch in so kurzer Zeit möglich sind.

Beziehung als Basis

Beziehungspflege, Kooperation und Co-Kreativität zeigten sich als wichtige Schlüssel in Bezug zum Klimawandel. Für die Anwesenden schien dies ganz natürlich. Sie bewältigten mit erstaunlicher Schnelligkeit eine ansonsten schwierige Aufgabenstellung, kooperierten unmittelbar und konnten sich schnell aufeinander einstimmen. Vielleicht ist die Zeit einfach reif für neue co-kreative Prozesse - vielleicht unterschätzen wir immer noch unsere kollektive Kapazität für den sozialen Wandel!?

Der Blickwinkel, wie wir den Klimawandel betrachten, wie wir damit in Beziehung gehen, erschien elementar, ebenso dass ein regelrechter Quantensprung in der Perspektive unserer Betrachtung notwendig ist. Weg davon, die Erde als tote Materie zu behandeln, hin zu einer ganzen, inkludierenden, manchmal unsicheren, aber bewussten Perspektive. Leichter gesagt als getan.

Das bedeutet vor allem in Beziehung sein. Mit mir selbst, dem Anderen (auch dem, der mir gerade nicht so passt) und die Beziehung mit der Erde. Dazu war es schön, die mitgebrachte Tonerde sinnlich in den Händen zu spüren, zu modellieren, und sich von ihr modellieren zu lassen. Ein gemeinsames Tongebilde konnte so in der Mitte entstehen. Vielleicht geht es darum, die Beziehung zur Erde und dessen Verkörperung zu vertiefen und den daraus resultierenden nächsten Schritt für sich selbst und im Miteinander zu erkennen, zu wagen und zu tun.

Trotz aller Herausforderung, miteinander in diesen tieferen Kontakt mit ehrlicher Begegnung zu gehen, waren diese 3 Stunden ein weiterer Anfang.

Ein schöner Anfang, der immer weiter gewebt werden möchte!

P.S. Das Seminar war Bestandteil der von Heilnetz in Kooperation mit verschiedenen Einzelpersonen und spirituellen Gruppen organisierten Veranstaltungen #MeditationForFuture im Rahmen der Klimawoche.

Ein Artikel von Svenja Hollweg

Gestalttherapeutische Beraterin

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