Persönlichkeiten aus der Region: Barbara Chiara Daniel

„Ich will den Dingen immer auf den Grund gehen“

von Conny Dollbaum-Paulsen

Ich habe Fragen vorbereitet – und merke schon nach wenigen Minuten, dass unser Gespräch eine inneren Bewegung folgen will, der ich gern nachgehe. Der Rhythmus von Frage und Antwort  wechselt je nach Thema und heraus kommt eher ein farbiges Frühlingslied oder ein frisches Bild  als ein Interview...lesen Sie selbst:

Barbara Chiara Daniel arbeitet als leitende Musiktherapeutin in der Stiftung Eben Ezer, einer Einrichtung für Menschen mit Behinderungen und als Psychotherapeutische Heilpraktikerin in eigener Praxis – unter anderem…

GN: Liebe Barbara Chiara, magst du ein wenig davon erzählen, wie Du in Deiner Praxis arbeitest?
Aber gern: ursprünglich zog mich die Musiktherapie in ihren Bann. Ohne dass ich hierfür eine Ausbildung besaß - ich war ja eigentlich gelernte MTA und Lehrerin - begann ich 1994 in Eben-Ezer in der neu gegründeten Abteilung für Musiktherapie zu arbeiten. Die Ausbildung machte ich natürlich umgehend (sie lacht…) und übernahm dann auch bald schon die Leitung.
Die dann folgenden mehrjährigen Ausbildungen  zur Musik- , Gestalt- und Leibtherapeutin bei der Zukunftswerkstatt in Düsseldorf und die Prüfung zur Psychotherapeutischen Heilpraktikerin machten mich, äußerlich und innerlich, zu der, die ich heute bin:
Kreative Leib- und Musiktherapeutin, Lehrtherapeutin, Dozentin für Psychotherapeutische Heilpraktiker und, ganz frisch: Tellington-Touch-Practitioner.

GN: Tellington Touch??? Bis ich dich kennenlernte, hatte ich nie davon gehört…
Linda Tellington-Jones hat diese wunderbare Seelen- und Körperberührungsmethode eigentlich für die Behandlung von Tieren entwickelt – ich las darüber in einer Tierzeitschrift und wusste sofort: das muss ich lernen!
Denn Tiere begleiten mich immer schon, als Kind habe ich mit den Vögeln gesprochen, war und bin mit allem, was da kreucht und fleucht, tief vertraut.
Also habe ich dann sofort die 3-jährige Menschen-Methode „Tellington Touch for You ©“ begonnen und schließe sie in diesem Frühjahr mit einem Zertifikat ab.
 TT © ergänzt meine bisherige Arbeit auf eine wunderbare Weise, weil die Berührung des Körpers dazu gekommen ist.
Mit der Musiktherapie ist ja immer auch das Thema Resonanz angesprochen: Körperzellen, Seelen, der Geist…alles reagiert auf Töne und Laute und wird an die Vollkommenheit seiner selbst erinnert.
Das Somachord ist für diese Arbeit besonders geeignet,  denn die Liege selbst ist der Resonanzkörper und überträgt die Töne an allen Berührungsstellen des Körpers besonders intensiv.
Durch Tellington Touch kommt die fühlbare Berührung dazu: die sanften, beinahe zärtlichen Berührungen des Körpers ermöglichen tiefe Entspannung aus der heraus Heilung von Körper, Seele und Geist entstehen kann. Und so verbinde ich das Hier und Jetzt der Gestalttherapie mit den zeitlosen seelischen Aspekten C.G. Jungs – die Urkräfte und Themen des Menschseins sind ja absolut zeitlos und wirken dennoch im Moment. Auch hier kommen scheinbare Widersprüche miteinander in Fluss…

GN: Aber das ist an Ungewöhnlichem noch nicht alles: seit einigen Jahren besuchst Du die  Wisdom-Universitiy ? Was ist das?
Die Wisdom University lehrt Weisheit – und dabei ist der rein rationale Aspekt, der unsere Universitäten dominiert, der kleinste. Hier geht es um die Weisheit unserer Seelen und Herzen und wie wir diese schulen und erweitern können. Die Einheit von Körper, Seele, Geist und GEIST (Spirit) wird hier gelehrt und vor allem erfahren. Der materialistisch-reduktionistische Ansatz unserer Naturwissenschaften wird bei Wisdom um die Ebene der Seele erweitert. Dabei spielt der Einheitsgedanke nicht nur bezogen auf den einzelnen Menschen, sondern auch bezogen auf die gesamte Menschheit, auf unseren gesamten Kosmos eine große Rolle.
Im letzten Jahr habe ich dort die Traumarbeit von Apela C. Colorado mit dem Monochord begleitet.

GN: Was bedeutete das konkret?

Apela arbeitete in der Traumarbeit mit den Archetypen der Seele, mit seelischen Anteilen, die unser aller Mensch-Sein ausmachen. Das Monochord brachte die Energien dieser Anteile quasi als Laut  in die Welt, die Archetypen werden auf das Instrument projiziert. Dadurch entsteht nicht nur ein archetypisches Bild, sondern ein archetypischer Klangraum, den alle Beteiligten gemeinsam erhören und betreten können. Eine wunderbare Arbeit war das….

GN: Dein Weg scheint dich immer wieder zu ungewöhnliche Methoden zu führen…wie erlebst Du das selbst?
Vor allem danke ich immer wieder meiner Oma Auguste.
Sie war Diakonisse mit eine sehr spirituellen Ausrichtung – und sie hat immer wieder zu mir gesagt: „Für dich wird schon gesorgt!“
Ich habe es ihr immer geglaubt - bis heute.
Ich erlebe dieses Aufgehoben-Sein als tiefe innere Erweichung. Über die Musik, die Kreativität und, durch TT jetzt auch über die Berührung versuche ich diesen Vertrauens-Raum zur Verfügung zu stellen – er ist ja immer da – für alle!

Liebe Barbara Chiara: wir haben in dieser Stunde eine Fülle von spannenden Themen angerissen...und könnten zu jedem einzelnen Thema direkt das nächste Gespräch führen...
Ich bedanke mich für Deine Offenheit und hoffe, dass die LeserInnen ein wenig in Resonanz gehen mögen mit diesem Kurz-Porträt.

 

 

 

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