Die ganze Welt im Augenblick

Doing nothing!

Die ganze Welt im Augenblick

von Conny Dollbaum-Paulsen

Nicht Tun ist nicht das Gleiche wie NichtS tun – Nicht Tun ist weiter, lichter, freier, Nicht Tun heißt, ganz und gar lebendig zu sein. Nicht Tun ist eine Meditation ohne feste Form, eben Nicht Tun...

Die Autorin Rani Kaluza ist erfahren in Sachen Meditation, weiß in der Tiefe wovon sie spricht und worüber sie schreibt: Rani Kaluza hat viele Jahre in verschiedenen buddhistischen Traditionen meditiert, ist über viele Jahre im Advaita Vedanta zu Hause gewesen, war in Stille und Bewegung aktiv, bevor sie ihre ganz eigene spiriutelle Linie fand. Dieses Füllhorn an Erfahrung teilt sie in diesem sehr schön gemachten und spirituell gehaltvollen Buch.

Ganz neu & immer schon da

Im Grunde ist das Kernanliegen des Nicht Tun strahlend neu wie dieses Buch und gleichzeitig so alt wie die Menschheit. Wann immer Gottsucher*innen sich über alle Formen und Rituale hinweg direkt in den Augenblick begeben haben, lebten sie Nicht Tun, waren abstandslos vereint mit dem Moment und allem, wirklich allem darin Befindlichen.

Eine ganz besonders kostbarer Impuls im Buch ist der Zwischenraum-Blick, die Zwischenraum-Erfahrung:  gemeint ist damit nicht nur der Raum zwischen diesem und jenem Gedanken, oder der zwischen mir, der Beobachterin, und dem Gedanken, gemeint ist insbesondere der leere Raum zwischen mir und dem, was ich gerade sehe, höre, sinnlich wahrnehme. Der Raum der Leere, der Stille, der Verbindung, in dem alles lebendig pulsiert.

Richtest du deine Aufmerksamkeit jedoch auf den Raum zwischen dir und den Gedanken und schenkst der Leere mehr Beachtung, dann stärkst du die Stille in dir und sprichst ihr dein Vertrauen aus.“

Überall Mystiker*innen...

Die Wüstenväter, frühe Christen ebenso wie Meister Eckhardt und alle  Mystiker*innen suchen und suchten immer schon die unmittelbare Gotteserfahrung – nicht vermittelt durch ein ganz bestimmtes Ritual, eine spezielle Sitzhaltung, besondere Gesänge oder Gebete, eine festgelegte Liturgie, sondern durch das EINFACH SEIN im...Nicht Tun. Genau in diesem Nicht Tun, in der vollständigen Offenheit im Augenblick, liegt eine Möglichkeit der Einheitserfahrung – es gibt nichts zu tun, keine Ablenkung, kein gar nichts außer dem puren Moment, der alles mit allem verbindet.

Rani Kaluza lädt die Leser*in auf sanft-überzeugende Weise ein, dem Nicht Tun im Alltäglichen wie in Retreatform Raum zu geben – denn, Ritual hin oder her, unser Alltag ist von zu vielen ToDos durchzogen, als dass es vor allem darin Ungeübten so einfach möglich wäre, übergangslos zum NICHT TUN zu wechseln. Ihre im ersten Teil des Buches beschriebene Retreaterfahrung ist ebenso eindrucksvoll wie spannend zu lesen, ein ganzes Kapitel gibt Tipps für die eigene Retreat-Umsetzung.

Doing Nothing wird insgesamt durch verschiedene, wiederkehrende Fäden zusammengehalten: Zitate, Poesie, Erfahrungsberichte, Hintergrundgedanken, Illustrationen, Impulsfragen, Übungen – wer Bücher nicht gerne von vorne bis hinten liest, kann immer wieder in einzelne Kapitel eintauchen, die Namen haben wie „Die Knochen des Nicht Tun“, "Doing Nothing im Retreat“ oder „Das Herz des Nicht Tun“.

Doing Nothing ist für alle spirituell Suchenden geeignet, die eher nicht in einer klassischen Weisheitstradition zu Hause sind – für Menschen, die weniger eine (weitere) spirituelle Theorie suchen, als für diejenigen, die ohne Wenn und Aber üben wollen, im Moment zu Hause und darin in Frieden zu sein.

Und natürlich für alle spirituell neugierig Gebliebenen oder Gewordenen, die auch jenseits ihrer bekannten Pfade schauen mögen.

Rani Kaluza
Doing Nothing
Über die Hohe Kunst des Nicht Tun

Kamphausen Media
978-3-95883-535-1
Gebundene (sehr schöne) Hardcover-Ausgabe: 18,-
EBook: 13,99
https://www.kamphausen.media/doing-nothing/t-9783958835351

Zur Autorin: Rani Kaluza

Rani Kaluza, Mode-Designerin, Autorin und spirituelle Wegbegleiterin. Meditations-Retreats sowie ein zweijähriger Aufenthalt in einem Retreatzentrum in den USA, langjährige Erfahrungen im Advaita,  begleitet von Lehrer Samarpan, inspiriert durch die Weisheit von Ramana Maharshi mit zahlreichen Ashram-Besuchen in Indien. Seit 2013 geht Rani einen eigenen spirituellen Weg.

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