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Achtsame Körperarbeit

Yoga

Yoga

Der Begriff "Yoga" entstammt der altindischen Sprache Sanskrit. Da Yoga sowohl die Praxis als auch die Ausrichtungen und das Ziel meint, lässt sich keine eindeutige Definition des Begriffs finden. Vielmehr richten sich die zahlreichen Übersetzungen jeweils nach besonderen Aspekten des Yoga. Es kommt erschwerend hinzu, dass sich im Laufe der Geschichte eine große Zahl an unterschiedlichen Traditionen herausgebildet und entwickelt haben. Deshalb kann nicht von dem Yoga schlechthin gesprochen werden.

Etymologie

Etymologisch betrachtet bedeutet die Wortwurzel yui "zusammenbinden", "in ein Joch spannen". Das Bild des Jochs weist darauf hin, dass es im Yoga letztlich um Vereinigung geht, insbesondere um die harmonische Zusammenführung von Körper und Geist. Deshalb kann der Begriff "Yoga" auch mit Einheit übersetzt werden.

Der klassische Ursprungstext des Yoga ist das Yoga-Sutra (Sutra: (Leit)faden), das der indische Gelehrte Patanjali in der Zeit um Christi Geburt verfasst haben soll. Im zweiten Vers der insgesamt rund 200 Sanskrit-Verse definiert Patanjali das Ziel des Yoga folgendermaßen: "Yoga ist der innere Zustand, in dem der Geist zur Ruhe kommt." Patanjalis Auffassung trifft den eigentlichen Kern der Yoga-Praxis: die Beruhigung des unsteten, verwirrten Geistes. Ein ruhiger, geklärter Geist ist stabil und führt zu innerer Balance, Resilienz und Gesundheit.

Hatha Yoga – Die Bedeutung der Körperpraxis

Neben der Praxis der Geistesschulung kommt der Körperarbeit eine besondere Rolle zu. Während das Yoga-Sutra nicht auf spezielle Körperübungen eingeht, setzt der etwa im 8. Jahrhundert entwickelte Hatha Yoga (Ha = Sonne, Tha = Mond), der seinen Ursprung im Tantra hat, direkt bei der Körperübungspraxis an.

Ganzheitlich gesund - Mehr Selbstverantwortung für die eigene Gesundheit

Hatha gehört heute zu den populärsten Yoga Stilen weltweit. Im Hatha Yoga ist der Körper gesund, wenn die Lebensenergie (Prana) frei fließen kann, ohne blockierende Verspannungen. Wird der freie Fluss der Lebenskraft gestört, sind meist Erschöpfung oder sogar Schmerzen die Folge.

Zahlreiche Techniken wie Körperübungen (Asanas), Atemübungen (Pranayamas), Reinigungsübungen (Kriyas), Konzentrationsübungen (Dharanas) und Meditation (Dhyana) sorgen dafür, dass unser Leib beweglich bleibt, um den Fluss der Lebensenergie nicht zu blockieren. Gleichzeitig erhöht die Geistesschulung unsere Selbstwahrnehmung und Achtsamkeit, sodass wird die Ursachen vieler Beschwerden und Erkrankungen leichter erkennen und nachhaltig beheben können. Somit ermöglicht uns die Yoga-Praxis einen selbstverantwortlichen Umgang mit unserer Gesundheit, sowohl bei der Vor- und Nachsorge als auch bei der Therapie.

Die Asanas

Hatha Yoga ist ein Übungsweg, der bei der Körperpraxis ansetzt. Jeder Übung wird eine spezielle energetische Wirkung zugeschrieben. Standhaltungen und Rückwärtsbeugen regen an, während Liegehaltungen und Vorwärtsbeugen beruhigen und Drehhaltungen ausgleichen.

Die Bedeutung des Atems

Der Atem gilt im Hatha Yoga als eindeutiger Indikator für die Balance der beiden von Patanjali beschriebenen, bestimmenden Qualitäten Stabilität und Leichtigkeit. Bei der Yoga Übungspraxis erreichen wir eine Ausgewogenheit dieser beiden Qualitäten, indem wir in den verschiedenen Asanas beobachten, wie Körper und Atem reagieren. Auf diese Weise lernen wir achtsam in Fühlung mit unserem Körper und Atem zu gehen und den Atem zu beruhigen und zu vertiefen. Das langsame, tiefe Atmen aktiviert den parasympathischen Zweig des vegetativen Nervensystems, sodass sich unser Gehirn beruhigt, der Geist sich klärt und stabilisiert.

Entspannung und Meditation

Hatha Yoga lädt uns zum Wechselspiel von Entspannung und Spannung ein. Wir lernen zum einen, in der Entspannung wach und konzentriert zu sein, und zum anderen, selbst noch im Tun tief zu entspannen. Übungen wie Shavasana (Tiefenentspannung) oder der Body-Scan bringen uns zurück ins Hier und Jetzt und lassen uns spüren, was von Moment zu Moment geschieht - körperlich, geistig und in unserem Herzen. Daneben unterstützen diverse Meditationsformen unseren Geist dabei, sich zu sammeln und zu stabilisieren.

Mögliche Wirkung des Yoga

Yoga stärkt die Körpermuskulatur, steigert die Beweglichkeit, löst Schulter-, Nacken- und Rückenverspannungen, stärkt das Immunsystems und aktiviert die Organe. Durchblutung und Konzentrationsvermögen werden verbessert, der Körper entschlackt, der Stoffwechsel angeregt und das Bindegewebe gestrafft. Yoga sorgt für mehr Resilienz, verbessert die Selbstwahrnehmung, löst Blockaden und wirkt stressbedingten Beschwerden wie Angst und Unruhe, Kopf- und Rückenschmerzen sowie Schlafstörungen entgegen.

Autorin: Martina Seifert, Yogalehrerin, Texterin, Lektorin

Quelle: Eigene Zusammenstellung

Datum: 07.03.2017

Die Suche nach den eigentlichen Ursprüngen des Yoga verliert sich schnell in den Untiefen der Geschichte. Einige Experten behaupten, dass Yoga bereits in der bronzezeitlichen Indus-Kultur erblühte, die sich von etwa 2.800 bis 1.800 v. Chr. im heutigen Pakistan entwickelte.