Stress: Kollektiv oder individuell?

Meine Eltern haben den Krieg erlebt...also eine der stärksten Stresssituationen, die für Menschen denkbar ist.
Diese Zeit haben sie auch genau so empfunden: als belastend, bedrohlich, über ihre Grenzen gehend... - nur das Wort "Stress" hätten sie dafür nicht benutzt - niemand kannte dieses Wort, wohl aber den beschriebenen Gemütszustand.

Aber in der Nachkriegszeit, als sie fast nichts anderes taten, als dieses Land mit großer Mühe und unter vielen Entbehrungen wieder aufzubauen..., da waren sie, zumindest in der Erinnerung, nicht gestresst, obwohl es keine 37,5-Stunden-Woche gab, meine Mutter mit vier Kindern keine Waschmaschien besaß, die Arbeitswoche am Samstagabend endete und der Urlaub ein sehr kleiner Teil des Alltags war.

Sie gingen in keine Spaßbäder, nie ins Kino und sehr selten insTheater, versorgten Kinder und Eltern, mussten vieles zu Fuß erledigen, zumindest meine Mutter (mit diesen Kindern im Schlepp)...und waren nicht gestresst???
Wie kann das sein? Kann das überhaupt sein?

Wieso nur laufen wir durch die Welt wie hektische Ameisen, obwohl uns von keinem Bären Gefahr droht? Was passiert mit der durch 17 Haushaltsgeräte gesparten Zeit? Wer frisst sie nur? Wieso gibt es das unglaubliche Wort "Freizeitstress"?

Die Stressforschung ist sich nicht einig in einer eindeutigen Stress-Definition, aber klar scheint zu sein, dass Stress gleichzeitig kollektiv und individuell betrachtet werden kann, denn:
Fast alle rennen wie verrückt durch die Welt, die meisten von uns sind gestresst, viele fürchten den Burn-Out.
Merkwürdig....denn kollektive Phänomene werden von Individuen gebildet, also von uns, den individuell Gestressten, die alle miteinander diese dicke fette Stresswolke immer wieder neu erzeugen.

Das ist zumindest ein Aspekt von vielen (ich will keinesfalls in Abrede stellen, dass soziale und wirtschaftliche Rahmenbedingungen ungeheuer starke Stressoren sind, die nicht durch individuelle Maßnahmen gelöst oder verändert werden können.
Aber jetzt, heute, gerade auf der persönlichen Ebene zu beginnen ist vielleicht dennoch nicht ganz falsch.
Eine kleine Medizin für diesen individuellen Stress bietet die Seite: Stresshilfe

Eine andere, sehr individuelle Möglichkeit, sich mit diesen und vielen anderen Fragen zu beschäftigen wäre, dem Gegenstück von Stress, der Muße zu frönen...
Besuchen Sie doch mal die Homepage von Ulrich Schnabel, vielleicht schlendern Sie dann davon inspiriert durch die Buchhandlung Ihrer Wahl und erwerben sein wunderbares Buch zum Thema Muße, gehen geruhsam nach Hause, machen es sich am schönsten Platz Ihrer Wohnung maximal bequem und...lesen dösend, dösen lesend...
Sie können ziemlich sicher sein, dass Ihr Blick auf Ihren persönlichen Stress danch ein anderer ist als zuvor - vielleicht ein etwas weniger stressiger?

Und, bezogen auf  das Kollektiv, ist die Ausstrahlug jeder einzelnen Müßiggängerin eine echte Medizin für alle. Sagt die Quantenphysik (jedenfalls im Prinzip...).

Conny Dollbaum
redaktion@heilnetz-owl.de
www.ganzheitliche-therapieberatung.de